Start Panorama Hells Angels Mitglied vom Bundesgerichtshof freigesprochen

Hells Angels Mitglied vom Bundesgerichtshof freigesprochen

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Hells Angels Mitglieder
Trier: Drogenprozess gegen drei Mitglieder der Hells Angels (Abb. symbolisch)

Ein Mitglied des Motorradclubs der „Hells Angels“ wurde am heutigen Donnerstag von den bisherigen Vorwürfen des Totschlags freigesprochen Damit hob der Bundesgerichtshof (BGH) ein Urteil des Landgerichts Koblenz vom Februar auf, dass den Mann zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt hatte (spreadnews berichtete).

Zur Urteilsbegründung des BGH hieß es: Der Mann habe in irrtümlicher Notwehr gehandelt, was einer wirklichen Notwehrlage gleich kommt.

Er sei aufgrund der Umstände von höchster Lebensgefahr ausgegangen und dadurch sei es ihm „nicht zuzumuten“ gewesen, durch einen Warnschuss auf sich aufmerksam zu machen, um seine „Kampfposition“ zu schwächen. Dem Angeklagten sei nicht einmal fahrlässige Tötung anzulasten. Durch Verkettung unglücklicher Umstände sei es zum Tod eines Polizeibeamten gekommen.

Zum Tathergang: Das Mitglied der  „Hells Angels“ hatte zuvor eine Morddrohung erhalten und war zu dem Schluss gelangt, dass es sich bei den „Absendern“ um Mitglieder des verfeindeten Motorradclubs der „Bandidos“ handeln müsse,  die in dem Schreiben anddrohten ihn und seine Verlobte zu töten.

Als an jenem Tag  ein Sondereinsatzkommando der Polizei aufgrund eines Durchsuchungsbefehls die Wohnungstür aufbrach, ging der „Hells Angel“ davon aus, es handele sich um Mitglieder des verfeindeten Clubs und kam zu der Überzeugung, dass er sich, ebenso wie seine Lebensgefährtin in Todesgefahr befände.

Da die Beamten seiner Aussage zufolge auf den Zuruf: „Verpisst euch!“ nicht reagiert und sich auch nicht als Polizeibeamte identifiziert hätten, schoss der Mann  durch die geschlossene Tür und verletzte einen der am Einsatz beteiligten Polizisten tödlich. Obwohl der Beamte eine schusssichere Weste trug, drang die Kugel am Armausschnitt der Weste ein und tötete den Polizisten.

2 KOMMENTARE

  1. Endlich!
    Die Entscheidungspolitik der deutschen Justiz ist schon mehr als fragwürdig – im Februar zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt und im November freigesprochen.
    ohne Worte.

  2. Zwischenzeitlich sind nun gut sechs Wochen seit der Urteilsverkündung vergangen und keine Sau spricht mehr über diesen Fall – ist doch alles mal wieder urtypisch.

    Da macht die Presse zu Beginn ein riesen Theater, während den Verhandlungen hört man über einen langen Zeitraum kaum noch was und wenige Tage nach dem Urteil ist alles schon „vergessen“.

    Wohl musste man erkennen, dass die Bürger weniger PRO Polizei eingestellt waren, vielmehr in weiser Vorahnung die Vorgehensweise der Beamten in Frage stellten.

    Da hat sich die Deutsche Justiz mal wieder eine Ego-Show par excellence geleistet!

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