Start Panorama Hells Angels Prozess in Bonn

Hells Angels Prozess in Bonn

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Hells Angels (Foto: Lee Brimelow cc-by)
Hells Angels: Jahrestreffen in Berlin (Symbolbild, Foto: Lee Brimelow cc-by)
Hells Angels (Foto: Lee Brimelow cc-by)
Hells Angels in Bonn vor Gericht (Symbolbild, Foto: Lee Brimelow cc-by)

Zwei Männer, die einer Untergruppe des „Hells Angels MC“ angehören, stehen seit Mittwoch vor dem Landgericht Bonn. Den Angeklagten im Alter von 39 und 44 Jahren wirft die Staatsanwaltschaft unter anderem illegalen Waffenbesitz, räuberische Erpressung und Menschenhandel, sowie Zuhälterei, Nötigung, gefährliche Körperverletzung und Drohung vor.

Im Mai 2011 waren beide Männer festgenommen worden und sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Bislang ist der Ältere der beiden Angeklagten polizeilich noch nicht in Erscheinung getreten, allerdings fanden Ermittler in seinem Auto ein Samurei-Schwert, einen Dolch, einen Teleskopschlagstock und Springmesser. Der 38-Jährige hingegen wurde bereits 2005 wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Menschenhandels zu eineinhalb Jahren Haft, ausgesetzt zur Bewährung, verurteilt.

Zu den Anklagepunkten gegen die  Beschuldigten kommt noch eine am 29 Oktober 2010 begangene Tat vor der Discothek „Rheinsubstanz“ in Bad Honnef  hinzu. Beide Angeklagten sollen in einen gewalttätigen Massenangriff auf die Security der Discothek involviert gewesen sein.

Zum Sachverhalt: Als den beiden Männern von den Türstehern der Zutritt in die Discothek verweigert wurde, sollen die Angeklagten auf drei Männer der Security eingetreten und diese geschlagen haben. Die Türsteher erlitten hierdurch erhebliche Verletzungen und mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Noch während der Schlägerei sollen etwa 20 Unterstützer des „Hells Angels MC“, die sich im Hintergrund aufgehalten hatten, mit Stöcken und Schlagringen bewaffnet, ebenfalls in die gewalttätige Auseinandersetzung eingegriffen haben.

Hintergrund der provozierten Schlägerei soll nach Angaben der Angeklage eine Nötigung gegen den Besitzer der Discothek gewesen sein, der gedrängt wurde, sein bisheriges Security-Personal gegen Türsteher aus dem Umfeld des „Hells Angels“ auszuwechseln. Zudem geht die Anklage davon aus, dass der Jüngere der beiden Angeklagten die Schlägerei gezielt organisiert haben soll.

Der 38-jährige Mann bestreitet den gegen ihn erhobenen Vorwurf und erklärte, dass er lediglich den Türstehern einen „Denkzettel“ habe verpassen wollen, da sein jüngerer Bruder von ihnen hart angegangen worden sei und in Folge einen Nasenbeinbruch erlitten habe.

Zu den übrigen gegen sie vorgebrachten Punkte räumten beide Angeklagten nur geringe Schuld ein und spielten ihre Tatbeteiligung offenbar herunter. Zudem behaupteten sie, dass die jungen Prostituierten freiwillig arbeiteten und Gewalt nie eine Rolle gespielt hätte.

Angesetzt für den Prozess sind sechs weitere Verhandlungstage.

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