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Hirnforschung Grundlage für neue Lügendetektoren

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Der Lügendetektor der Filme hat ausgedient, aktuelle Forschungen sind zwar kritisch zu betrachten, entsprechende Untersuchungen zeigen jedoch zumindest neue Wege ins menschliche Denken.

Polygraphen, jene Geräte die auf einer Kurve vermeintlich das Lügen anzeigen sind nicht nur veraltet, sondern in ihrer Aussagefähigkeit etwa so seriös wie entsprechende Applets für Mobiltelefone oder VoIP-Software. Diese Untauglichkeit der Lügendetektoren meint Daniel Langoleben, Psychologe an der University of Pennsylvania, nun annähernd ausgemerzt zu haben, die Herstellerfirma Cephos Corporation bietet bereits ein entsprechendes Gerät zum Kauf an.

Im Gegensatz zu Modellen des vorigen Jahrhunderts, setzt der moderne Lügendetektor von Langoleben nicht auf physiologische Faktoren wie Schweißbildung und Stresssymptome des Kreislaufs, sondern setzt dort an, wo die Ursache der Lüge zu finden ist – im menschlichen Gehirn.

Doch während beispielsweise Otto Schilys Aussage „Verbrechen beginnen im Geist und in der Seele von Menschen, derer sich das Böse bemächtigt“ eher nach Exorzismus und Mittelalter klingt, vertrauen Langoleben und sein Team auf moderne Technologie in Form der Magnetresonanztomographie (MRT).

Ihren Forschungen nach, soll sich das „Lügenzentrum“ im vorderen Hirnlappen befinden, dass erst dann zusätzlich zu übrigen Hirnarealen aktiv wird, wenn eine Person lügt. Wissenschaftler und Unternehmen sprechen von einer annähernd hundertprozentigen Zuverlässigkeit des MRT-Lügendetektors.

Doch Fachleute bezweifeln diesen Umstand und verweisen auf methodische Mängel. Die Komplexität jedes einzelnen Gehirns macht die allgemeine pauschale Zuordnung komplexer Denkvorgänge zu bestimmten elektrischen Hirnimpulsen annähernd unmöglich, zunächst müssten individuelle Testreihen und Justierungen erfolgen – die dafür benötigte Kooperationsbereitschaft, wie sie bei den Studienteilnehmern vorhanden war, kann bei Tatverdächtigen nicht erwartet werden.

Objektivere Ansätze, die bereits bestehende Erkenntnisse über einfachere Prozesse im Gehirn nutzen, etwa die Wiedererkennung von örtlichen Gegebenheiten, zur Feststellung der Erinnerung an die Anwesenheit an einem Tatort, sind noch nicht ausreichend erprobt, somit bleiben die eigenen Gedanken vorerst weiterhin frei.

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