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Huffington Post geht an AOL

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In den USA gehört die Online-Zeitung Huffington Post zu den beliebtesten Nachrichtenseiten des Internets. Mitbegründerin und Chefredakteurin der Huffington Post, die Amerikanerin Arianna Huffington, hat das digitale Medium im vergangenen Jahr erstmals zu einem Gewinn verholfen. Der Umsatz habe sich 2010 von 31 auf 60 Mio. Dollar verdoppelt. Nun greift der US-Internetkonzern AOL – steht für America Online – nach dem Blatt. 315 Millionen Dollar gibt AOL für den spektakulären Zukauf aus.

Die Huffington Post ist ursprünglich als Blog ans Netz gegangen. 2005 betrug das Startkapital für das liberale Internetprojekt gerade einmal 1 Million Dollar. Doch im Laufe der Jahre hat sich die Seite zu einem Nachrichtenportal entwickelt. Rund 25 Millionen Leser suchen die Online-Zeitung im Monat auf. Die Artikel sind journalistisch hochwertige Beiträge. Selbst von der rennomierten New York Times wurden Autoren abgeworben, um für das Blatt von Arianna Huffington zu schreiben.

Diese soll in Zukunft Vorsitzende und Chefredakteurin der neu entstehenden Huffington Post Media Group werden. Ende des ersten oder spätestens Anfang des zweiten Quartals 2011 soll die Transaktion über die Bühne gehen. Beide Vorstände haben dem Kauf bereits zugestimmt. Obwohl die Zeitung im privaten Besitz ist, muss die US-Regierung dem Deal zustimmen.

AOL geht davon aus, dass die neue Mediengruppe in den USA auf 117 Millionen Webseiten-Besucher pro Monat kommen werde und weltweit 270 Millionen Menschen erreichen wird. Das teilte AOL-Chef Tim Armstrong am Montag mit. Für ihn sei der geplante Kauf gleichzusetzen mit einer Situation, „in der 1+1 die Summe 11 ergibt.“

Der Zukauf kann für AOL die Wende darstellen. Der einstige Internet-Pionier hat seit einiger Zeit mit einem stagnierenden Wachstum zu kämpfen. 2010 musste das Unternehmen ein Drittel aller Stellen kürzen und hatte im vierten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres einen Umsatzrückgang von 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Mit der neuen Strategie setzt AOL auf Qualitätsjournalismus und wird versuchen, attraktive Anzeigenkunden zu gewinnen. Denn das Geschäft als Internetprovider – dem einstigen Steckenpferd AOLs – befände sich laut Firmenaussage auf dem absteigenden Ast.

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