Start Aktuelles Hurrikan „Sandy“: USA erwarten Sturmkatastrophe

Hurrikan „Sandy“: USA erwarten Sturmkatastrophe

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Hurrikan Sandy am 24. Oktober 2012 (Foto: pd)
Hurrikan Sandy am 24. Oktober 2012 (Foto: pd)
Hurrikan Sandy am 24. Oktober 2012 (Foto: pd)
Hurrikan Sandy am 24. Oktober 2012 (Foto: pd)

Von einer „aufgeregten Berichterstattung“ in den USA ist die Rede und in der Tat ist derzeit vermutlich kein Thema so präsent, wie der Sturm, der noch heute Nacht mitteleuropäischer Zeit die Ostküste der USA treffen wird.

Bereits jetzt zeigen Vorbereitungen und erste Berichte, dass es sich um keinen gewöhnlichen Tropensturm handelt.

Flüge nach New York, Philadelphia, Washington und Boston wurden gestrichen. Etliche Airlines haben Routen an die amerikanische Ostküste annulliert – Passagieren wird empfohlen, sich bei ihren Fluggesellschaften zu informieren.

Seit dem frühen Morgen laufen die Vorbereitungen auf Hurrikan „Sandy“ auf Hochtouren. Präsident Barack Obama warnte alle Bewohner an der Ostküste eindringlich, Anweisungen der Behörden dringend zu befolgen.

Das amerikanische Rote Kreuz hat in sieben Bundesstaaten Evakuierungszentren eingerichtet. Ausserdem hat die Organisation eine App eingerichtet, dass Orientierungshilfen zu Versorgungszentren bietet.

Etwa 61.000 Mitglieder der Nationalgarde sind in Katastrophen-Bereitschaft.

Öffentliches Leben kommt zum erliegen: Schulen, Geschäfte, Behörden und Banken sind mittlerweile geschlossen. Auch die US-Börse wird voraussichtlich erst am Dienstag den Handel wieder aufnehmen. U-Bahnen, Bahnhöfe und Flughäfen sind geschlossen.

Betroffene Bürger haben sich mit Trinkwasser, Taschenlampen,Generatoren und Lebensmitteln eingedeckt. Fenster und Türen in den niedrig gelegenen Orten sind verrammelt. Seniorenheime und Krankenhäuser wurden evakuiert – ebenfalls Hundertausende Bewohner mussten ihre Häuser verlassen.

Um 19:15 Uhr MEZ sind etwa 60.000 Menschen die an der Ostküste leben, ohne Strom.

Hurrikan als Gottesstrafe: Die Windmassen sind nicht das Einzige, was tüchtig durcheinander gewirbelt wird. So erklärt der US-Prediger John McTernan, in nicht minder wirren Thesen, „Gott zerstöre systematisch Amerika aufgrund der homosexuellenfreundlichen Politik des Wahlkampfs“. Diese wirren Thesen hatte er bereits anlässlich vorheriger Hurrikans – Katrina (2005) und Isaac (2012) – öffentlich verkündet.

20:39 Uhr – Erste Sturmschäden werden in New York gemeldet. An der West Side ist ein Baukran umgestürzt. Es regnet, aber die volle Kraft des Hurrikans ist noch lange nicht erreicht. Heftige Windböen fegen durch die Stadt.

Mit etwa 30 Kilometern pro Stunde bewegt sich „Sandy“ auf die Ostküste zu. Gegen Mitternacht sollte das „Auge des Sturms“ 100 Kilometer südlich von New York die Küste erreichen, teilt das Hurrikan-Zentrum in Florida mit.

20:49 Uhr – Teile von Atlantic City, im Süden von New Jersey, sind bereits überflutet. Stromausfall in der Stadt. Der Regen wird immer heftiger.

Die wirtschaftlichen Schäden die Hurrikan „Sandy“ voraussichtlich anrichten wird, gehen in Höhe von zweistellige Milliarden.

Mit Humor gegen den Sturm: Die Menschen reagieren unterschiedlich auf die Meldungen über den heftigen Sturm. In sozialen Netzwerken wie Facebook und dem Mikrobloggingdienst Twitter, äußern sich sowohl Sorge und Angst um die Sicherheit von Familie und Freunden, als auch Galgenhumor, der vielfach aufgegriffen wird.

So bezieht sich mancher auf den aktuellen Internet-Hype wenn er schreibt: „Was ist, wenn Gangnam-Style ein koreanischer Regentanz ist und wir Sandy selbst verschuldet haben?“  Einige sehen auch die politische Seiten des Sturms.

Nicht nur dass recht unverholen darum gebeten wird, Herausforderer Romney sollte fortgespült werden – manch anderer fordert gar, Sandy solle US-Präsidentin werden – „keinem Politiker ist es gelungen, so die Wirtschaft anzukurbeln – die Regale sind alle leer!

Trotz aller Bemühungen die Situation zu überspielen, bleibt jedoch die Sorge der Menschen deutlich – dabei ist das Zentrum des Sturms immer noch vergleichsweise weit entfernt.

21:50 Uhr – Alle Brücken sollen bis 19:00 Uhr (Ortszeit) geschlossen werden, kündigte der New Yorker Gouverneur Cuomo an. Nur die Staten Island Bridge soll noch offen bleiben.

22:14 Uhr – Gegen Mitternacht MEZ soll „Sandy“ neusten Berechnungen zufolge das Festland der US-Küste erreichen. Noch ist der Hurrikan, der Kategorie 1, 180 Kilometer von Atlantic City entfernt. „Sandy“ bewegt sich momentan mit 145 Kilometer pro Stunde vorwärts. Zwei Stunden eher, als ursprünglich erwartet, nähert sich „Sandy“ auf den Nordosten zu.

22:39 Uhr – Bis zum Dienstagmorgen soll der öffentliche Verkehr in Washington eingestellt bleiben, teilte die WMATA (Washington Metropolitan Area Transit Authority) mit.

Hurrikan-Fotomontagen im Internet: Offenbar sind die richtigen Fluten manchem noch nicht genug, denn während man in den sozialen Netzwerken versucht, sich mit den dramatischsten Aufnahmen zu übertreffen, kursieren bereits Bilder, bei denen es sich um Fotomontagen, oder um Fotos vergangener Unwetter handelt.

22:48 Uhr – Umgefallene Bäume und Äste, die durch starke Winde auf Stromleitungen gefallen sind, verursachten Stromausfälle. 68. 700 Haushalte sind im Großraum New York ohne Strom, meldet die „New York Times“. Bis zum Montagnachmittag (Ortszeit), so der Nachrichtensender CNN, seien in sieben Bundesstaaten bereits 756. 000 Haushalte ohne Strom.

Schätzungsweise etwa 60 Millionen US-Bürger könnten vom Sturm betroffen sein, lautet die Risikobewertung von Eqecat (ein auf Risiken spezialisiertes Unternehmen). „Sandy“ ist eines der größten Stürme, die Meteorologen jemals gemessen haben.

Überschwemmungen im Hugh L. Carey-Tunnel, New York (Foto: Metropolitan Transportation Authority cc-by)
Überschwemmungen im Hugh L. Carey-Tunnel, New York (Foto: Metropolitan Transportation Authority cc-by)

23:04 Uhr – Starke Windböen und strömender Regen in New York. Die Bewohner haben Angst vor den Fluten. Die Millionenstadt ist fast Menschenleer – entweder sind sie in ihren Wohnungen, oder aber in Notunterkünften.

0:00 Uhr – „Sandy“ trifft aufs Festland. Mit 180 Kilometern pro Stunde peitscht der Hurrikan auf die Südküste von New Jersey. Behörden rechnen mit Todesopfern.

0:09 UhrGebäude in New York zusammengestürzt: Die New Yorker Feuerwehr meldet an der 8. Ecke 14. Straße –  in Manhattan sind Gebäudefassaden herabgestürzt. Ersten Berichten zufolge, gab es keine Verletzten. Im südwestlichen Teil von Manhattan, im Stadtteil Chelsea ist das Gebäude eingestürzt, meldet die Feuerwehr.

0:32 Uhr – Der Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, ruft Bürger dazu auf, sich telefonisch als Freiwillige zu melden.

0:35 UhrSandy trotz Herabstufung stark: „Sandy“ büßt zwar offiziell an Stärke ein und wird schrittweise herabgestuft, dennoch sind Berichte und Bilder weiterhin sehr drastisch, denn „Sandy“ erreicht immer noch Windgeschwindigkeiten von bis zu 135 Kilometer pro Stunde.

0:48 Uhr – Am Times Square in New York sind Feuerwehr und Rettungsfahrzeuge im Dauereinsatz zu sehen. In Lower Manhattan stehen viele Straßen unter Wasser. Im Battery Park steht das Wasser mehr als 3,20 Meter hoch. Um Manhattan sind beide Stadtautobahnen komplett unter Wasser.

In 11 Bundesstaaten und den District of Columbia sind mehr als 2,2 Millionen Einwohner ohne Strom. Diese Zahlen geben die Versorgungsunternehmen bekannt.

0:56 UhrErstes offizielles Todesopfer in New York: Nun gibt es das erste Todesopfer, das mit „Sandy“ in Verbindung gebracht wird. Nach Angaben von NBC New York wurde ein 30 Jahre alter Mann wurde von Familienmitglieder tot aufgefunden, nachdem ein Baum auf sein Haus gestürzt war.

1:09 Uhr – Brand in New York. Die Feuerwehr von New York meldet einen Brand im 1. Stock eines Gebäudes an der City Island Avenue. Dort befindet sich ein Restaurant.

Das „Auge“ von „Sandy“ ist jetzt offiziell an der Küste von New Jersey auf Land getroffen.

1:17 Uhr – Im US-Bundesstaat Pensylvania sind im gesamten Gebiet Truppen der Nationalgarde unterwegs, um „Sandy“ zu begegnen.

Um die gleiche Zeit trifft das „Auge“ von „Sandy“ an der Küste von New Jersey auf Land.

1:19 Uhr– Die CNN berichtet von einem Mann, der im New Yorker Stadtteil Queens, von einem Baum erschlagen und getötet wurde.

1:30 Uhr – Bürger in New York und Camden County werden dazu aufgerufen, die Häuser nicht zu verlassen und insbesondere auch die Straßen für Rettungskräfte freizulassen.

2:00 Uhr – Wir beenden unsere Berichterstattung für heute 29./30. Oktober und bedanken uns bei allen Lesern. Kommen Sie gut durch die Nacht. Wir werden selbstverständlich morgen weiterberichten.

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