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Illegaler Cannabis-Verkauf in den Niederlanden steigt

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Eine Hand die ein Hanfblatt hält (Foto: pd)
Seegras mal anders: Cannabisfund vor US-Küste (Foto: pd)
Eine Hand die ein Hanfblatt hält (Foto: pd)
Seegras mal anders: Cannabisfund vor US-Küste (Foto: pd)

Schon im vergangenen Jahr hatte die niederländische Opposition gegen die Einführung eines neuen Systems, dass Cannabis nur noch an volljährige Einheimische, die einen offiziellen Clubausweis in einem der zahlreichen Coffee-Shops vorzeigen können, verkauft werden darf, protestiert.

Kunden aus benachbarten Staaten sollte der Erwerb der so genannten „weichen Drogen“ ganz verwehrt bleiben (Spreadnews berichtete erstmals am 28. Mai 2011) .

Diese Maßnahmen, so die Opposition zum damaligen Zeitpunkt, würden vielmehr das Gegenteil erreichen und dazu führen, dass der illegale Straßenhandel wieder aufblühe und der größte Teil der Konsumenten in die Illegalität getrieben werde. Und –  sie sollten Recht behalten.

Der niederländischen Regierung in Den Haag sei zwar bewusst, dass mit der Anti-Drogen-Maßnahme der bisherigen Touristenstrom wesentlich geringen ausfallen werde, dennoch habe das Hauptziel der neuen Regelung, nämlich die Eindämmung der zunehmenden organisierten Kriminalität im Bereich der so genannten Coffee-Shops, Vorrang.

Auch werde mit der Einführung des Systems eine Reduzierung von Straßenlärm und Verkehrsbehinderungen vor den Shops erzielt.

Coffee-Shop in Amsterdam (Foto: andrijbulba cc-by)
Coffee-Shop in Amsterdam (Foto: andrijbulba cc-by)

Der für den Drogentourismus einschneidendste Punkt, das Verbot, Cannabis an Touristen zu verkaufen, solle zudem wie im vergangenen Jahr bereits anvisiert, landesweit Geltung und Anwendung finden.

Die jetzt sichtbaren Folgen der konservativen Politik entsprechen den Befürchtungen der Opposition und bestätigten ihre zuvor geäußerten Bedenken.

Mittlerweile habe sich der Handel auf illegale Drogendealer verschoben, die auch harte Drogen, wie Kokain, Ecstasy und Heroin anbieten. Selbst eine Bekämpfung der steigenden Zahl an Dealern im Bereich der Coffee-Shops werde nach Ansicht von Experten keinen Erfolg zeigen – wird der direkte Straßenverkauf doch vermehrt durch illegale „Lieferdienste“ abgelöst.

Viele der 670 legalen Coffee-Shop Besitzer fürchten das Aus ihrer Geschäfte. Nicht nur der Einbruch an ausländischen Kunden, sondern auch der Einheimischen, die sich aus Datensicherheitsgründen keine offizielle Clubkarte zulegen wollen, macht den Besitzern zu schaffen. Eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung ist nicht abzusehen.

1 KOMMENTAR

  1. Die Meldung klingt irgendwie so ähnlich wie: „Seit wir Minusgrade haben, boomt der Verkauf von Winterjacken!“. Kontrollierte Abgabe von Cannabis minimiert den illegalen Handel von Drogen mit all seinen Schattenseiten ( fehlender Jugendschutz, Verunreinigungen, steuerfreies Bargeld etc… ). Diese Tatsache übersehen vielleicht einige Politiker im Wahlkampf, oder mit Hilfe von völlig legalem Schmiergeld, aber jedem normal denkenden Menschen sollte das schon bei der Einführung des Wietpas klar gewesen sein.

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