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Immer ältere Arbeitnehmer


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Die Alterung der Gesellschaft und die daraus resultierenden Folgen und Herausforderungen für die deutsche Wirtschaft machen sich langsam aber sicher bemerkbar. In den Betrieben und Unternehmen findet man auch gut ein Jahr vor Einführung der Rente ab 67 immer ältere Angestellte. Die Beschäftigungsquote der 60- bis 64-Jährigen hat sich in der jüngsten Vergangenheit auf rund 40 Prozent beinahe verdoppelt. Die Firmen fürchten nun, dass es neben einem akuten Nachwuchsmangel auch zunehmend zu einer Vergreisung der Belegschaft kommen wird.

Laut einer aktuellen Studie, die der Deutsche Industrie- und Handelskammertage (DIHK) unter 20.000 Unternehmen durchgeführt hat, sähen die deutschen Unternehmer außerdem eine Gefahr des Know-how Verlustes, der mit dem Weggang der alten Hasen für die Betriebe entstehen würde, voraus.

Ergebnis der Umfrage ist unter anderem, dass Betriebe mit mehr als 200 Mitarbeitern befürchten, dass in Zukunft verstärkt mit einem Fachkräftemangel zu rechnen sei. Mehr als jedes vierte Unternehmen zählt den Engpass an Spezialkräften bereits im kommenden Jahr zu einer der Hauptschwierigkeiten, mit denen sich deutsche Firmen auseinandersetzen werden müssen.

Aufgrund des demographischen Wandels haben die Unternehmen jedoch auch zunehmend Angst vor einer Alterung ihrer Belegschaft. Jedes dritte Unternehmen nannte diesen Aspekt als wirtschaftliches Risiko. In der Industrie und in der Baubranche gehen sogar 40 Prozent der befragten Unternehmen davon aus, dass sie in Zukunft auf Herausforderungen stoßen werden, da ihre Mitarbeiter immer älter werden.

DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann gab gegenüber der Zeitung „Die Welt“ an, dass seiner Meinung nach das Potenzial der älteren Angestellten verstärkt gefördert werden müssen, um es zukunftsträchtig und effizient im Sinne der wirtschaftlichen Ziele der Unternehmen nutzen zu können. Er nannte in diesem Zusammenhang vor allem eine intelligente Arbeitsorganisation, die betriebliche Gesundheitsförderung, „flexibleren“ Kündigungsschutz und natürlich Programme zur Weiterbildung älterer Mitarbeiter.

Trotz der aktuellen Herausforderung hält Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) an der Rente mit 67 fest. Die stufenweise Anhebung der Lebensarbeitszeit bis zum Jahr 2029 sei ihrer Meinung nach notwendig, um die Rente in Deutschland finanzieren zu können. Die Alternative wären höhere Beiträge für die jüngeren Beitragszahler oder Rentenkürzungen für die Älteren.

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