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Immer mehr Armut in Deutschland

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Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden ist auf Basis eines europaweiten Vergleichs der Einkommenszahlen aus dem Jahr 2008 zu der Erkenntnis gekommen, dass in Deutschland jeder sechste Einwohner an der Armutsgrenze lebt. Dies wurde am Dienstag offiziell bekanntgegeben. Bis auf in Polen lag die Armutsgefährdung vor drei Jahren sowohl in Tschechien als auch in Frankreich, Dänemark, Belgien, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz deutlich unter der in Deutschland.

62 Prozent der Arbeitslosen und 37,5 Prozent der Alleinerziehenden gelten hierzulande als armutsgefährdet. Aber auch etwa jeder 15. Erwerbstätige sowie 14,9 Prozent der Rentner zählen dazu. Damit zeigt sich also ganz klar eine Tendenz dahingehend, dass das Armutsrisiko innerhalb Deutschlands immer mehr ansteigt.

Laut Statistik zählt zu den Armutsgefährdeten, wem zusammen mit staatlichen Transferleistungen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung seines Heimatlands zur Verfügung stehen. 2008 betraf dies 15,5 Prozent der deutschen Bevölkerung. Damals lag die Grenze des Jahreseinkommens bei 11.151 Euro für Alleinlebende. Im Jahr 2004 lag die deutsche Armutsquote noch bei 12 Prozent.

Mit 16,6 Prozent lag die 2008 Quote in der gesamten Europäischen Union zwar etwas höher als in Deutschland. Doch als Ursache hierfür sehen die Experten den Beitritt der im Zeitraum von 2004 bis 2007 insgesamt 12 neuen EU-Staaten.

Mit 12,9 Prozent lag die Armutsgefährdungsquote in Frankreich dagegen deutlich niedriger als in Deutschland. Die 2008er Zahlen der Niederlande waren mit 11,1 Prozent sogar noch besser. Europaweit war Tschechien mit 8,6 Prozent der Vorreiter.

Am höchsten ist das Armutsrisiko laut Vergleich des Statistischen Bundesamtes in den baltischen Staaten gewesen: Lettland kam auf 25,7 Prozent, Litauen auf 20,6 und Estland auf 19,7 Prozent. Diesen Staaten folgen die südosteuropäischen Länder Rumänien und Bulgarien sowie Griechenland und Spanien.

Im Vergleich der Ungleichheit der Einkommen schnitt Deutschland laut Studie jedoch etwas erfreulicher ab. Hier wird das Verhältnis der 20 Prozent der Menschen mit den höchsten Einkommen zu den 20 Prozent mit den niedrigsten Einkommen dargestellt. In Deutschland war demzufolge 2008 das Einkommen der Reichsten 4,5 Mal so hoch wie das der Ärmsten.

Innerhalb der gesamten EU wurde ein Wert von 4,9 ermittelt. Mit einem Wert von 7,3 ging die Schere zwischen Arm und Reich in Lettland am stärksten auseinander.

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