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Internationale Gedenkfeiern anlässlich der Pogromnacht 1938

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Yad Vashem: Halle der Erinnerung, Ohel Yizkor (Foto: pd)
Yad Vashem: Halle der Erinnerung (Foto: pd)
Yad Vashem: Halle der Erinnerung, Ohel Yizkor (Foto: pd)
Yad Vashem: Halle der Erinnerung (Foto: pd)

Auch in diesem Jahr wird international, sowohl in Deutschland, als auch in Israel mit Gedenkveranstaltungen am 9. November an die Gewalttaten der Nationalsozialisten im Jahr 1938 gedacht.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November waren jüdische Einrichtungen zerstört und die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung eingeleitet worden.

Gedenken in Berlin und Brandenburg

In Berlin und Brandenburg fanden unter anderem an der ehemaligen Synagoge in Berlin-Moabit am Deportationsmahnmal eine Gedenkkundgebung statt.  Im jüdischen Gemeindehaus in Charlottenburg sprach der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) Worte zum Gedenken an die vor 74 Jahren begangenen Gräueltaten.

Auch an anderen Orten Deutschlands wurde an die Opfer erinnert, so etwa in Brandenburg und Trier.

Neben dem Standort der nicht unumstrittenen „Baumsynagoge“ in Eberswalde, auf deren Gelände Bäume im Grundriss der alten Synagoge gepflanzt worden waren, fanden Gedenkfeierlichkkeiten auch in anderen Teilen Brandenburgs, etwa in Schwedt und Cottbus durch Kranzniederlegungen statt.

Anzeige gegen Denkmalschänder

Ein trauriges Zeichen dafür, dass die ewig Gestrigen auch heute noch kein anderes Mittel als Hass und Gewalt kennen, ist der Umstand, dass die Stadt Schwedt eine Anzeige  erstatten musste, nachdem unbekannte Täter in beschämender und primitiver Weise die Gedenkplatte für die jüdische Synagoge mit schwarzer Farbe beschmiert hatten.

Auch der Oberbürgermeister der Stadt Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) wird rechtliche Schritte unternehmen, um die Täter, die in Greifswald elf Stolpersteine mit „roher Gewalt“ aus dem Straßenpflaster gerissen haben, zur Rechenschaft zu ziehen. Hier hat der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen. Die Stolpersteine wurden als Erinnerung an deportierten und getöteten Juden aus der Region, in den Erdboden eingelassen.

Gedenken in Israel

In Jerusalem ist der Jahrestag ebenfalls Anlass zum Gedenken, an dem in der Holocaust-Erinnerungsstätte Yad Vashem jährlich auch Überlebende der Schoa und deren Nachfahren teilnahmen. Auf dem Fußboden der „Halle der Erinnerung“ sind Namen von 22 Vernichtungs -und Konzentrationslager eingraviert. Dort werden Kränze niedergelegt und an die Opfer erinnert.

Dem vorausgegangen war eine Führung durch die Ausstellung „Das letzte Portrait“ statt. Es sind Bilder die jüdische Künstler im Konzentrationslager heimlich gemalt hatten und die den Folgegenarationen durch das Verstecken der Werke erhalten blieben. Viele der Schöpfer kamen im Holocaust um.

Die diesjährige Schirmherrschaft übernahm „Irgun Jotzei Merkas Europa“ – Organisation der Juden europäischer Abstammung – und nicht nur in Israel, sondern auch in Deutschland wird anlässlich dieser grausamen Vernichtung zu mehr Zivilcourage, Mut und Wachsamkeit aufgefordert.