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Japan aktuell: Abschaltung der Kühlung in Fukushima Daini

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AKW Fukushima Daini in Japan. Foto: Tepco
AKW Fukushima-Daini: NRA kritisiert fehlende Behebung von Sicherheitsmängeln (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima Daini in Japan. Foto: Tepco
AKW Fukushima Daini: Zeitweise Abschaltung der Kühlung nach Zwischenfall. Foto: Tepco

Meldungen über den Zustand anderer Kernkraftwerke sind abgeklungen seit vor allem vom AKW Fukushima aktuelle Nachrichten kommen. Dabei verfügt das Land über insgesamt 54 dieser Anlagen – und ob alle den vorgegebenen Standards entsprechen, wird sich möglicherweise erst bei den angekündigten Stresstests zeigen.

Tatsächlich kam es jüngst im zweiten Atomkraftwerk des Fukushima-Typs, dem AKW Fukushima Daini (Fukushima 2) zu einem Zwischenfall, der jedoch ersten Meldungen zufolge weitgehend folgenlos blieb. Diese Fukushima News und mehr im Spreadnews Japan-Ticker vom 08. Juli 2011.

Kühlsystem in Fukushima Daini über drei Stunden abgeschaltet (jiji): Wie der Betreiber TEPCO am gestrigen Donnerstag mitteilt, habe man die Kühlung im Reaktor 1 und des  Wasserbeckens im Kernkraftwerk Fukushima Daini (Fukushima 2) für etwa dreieinhalb Stunden gestoppt, nachdem ein Arbeiter Funken festgestellt hatten. Während der Arbeiten stieg die Temperatur im Reaktor 1 von 25 auf 35 Grad, die Werte des Becken seien unverändert geblieben, so der Energiekonzern.

Die Ursache wird noch erforscht, möglicherweise habe sich eine Kabelverbindung gelöst, die dann auch aufgrund der hohen Feuchtigkeit im Raum zu Kurzschlüssen geführt hatte, dies sind jedoch Arbeitshypothesen von TEPCO die bislang unbestätigt sind und jederzeit verworfen werden können.

Bewohner von Hot Spots über Fristablauf besorgt: Die Bewohner von Bereichen erhöhter Strahlung im Vergleich zur Umgebung, den so genannten Hot Spots, in der Stadt Date, insgesamt 113 Haushalte kämpfen mit der Entscheidung der offiziellen Evakuierungsempfehlung der Regierung zu folgen – der endgültige Termin dieses Ultimatums ist bereits der heutige Freitag.

Nach Angaben der Mainichi Shimbun zögern viele Einwohner, weil sie das auseinanderreissen von schulischen, nachbarschaftlichen und beruflichen Beziehungen fürchten und das Ausmaß der behördlichen Unterstützung, sowie Zeitpunkt und Umfang der Entschädigungszahlungen durch den Energiekonzern TEPCO bei diesen Umsiedlungen unklar ist.

Neustart von AKW Ikata verschoben: Das Atomkraftwerk Ikata (Präfektur Ehime) wird nicht wie geplant am Sonntag wieder hochgefahren werden. Das meldet die Nachrichtenagentur Jiji. Hintergrund der Verzögerung ist nach Angaben des Betreibers Kyushu Electrics eine mangelnde Unterstützung  durch die örtlichen Verwaltungen, die einen fristgerechten Neustart verhinderten.

Entscheidung über Neustart des AKW Sendai vertagt: Der Bürgermeister der Stadt Satsumasendai (Präf. Kagoshima), Hideo Iwakari, vertagte am heutigen Freitag eine Entscheidung über ein Wiederhochfahren des Kernkraftwerks Sendai, das im Gebiet seiner Stadt liegt.

Als Grund gab er die widersprüchlichen Meinungen innerhalb von Japans politischer Führung, als auch die ungeplanten Stresstests und die Affäre um Meinungsmanipulation um Kyushu Electric an. Unter diesen Umständen sei es schwierig eine derartige Entscheidung zu treffen.

Atompolitik: Entschuldigung des Premierministers für Durcheinander bei AKW-Neustarts: Premierminister Naoto Kan entschuldigte sich offiziell für die Verwirrung, welche durch die plötzliche Aufforderung von Stresstests, unmittelbar nach den Plänen zum Neustart von heruntergefahrenen AKW entstanden, und den Eindruck von politischer Unorganisiertheit, der sich durch die Maßnahme geschaffen worden war, so die Nachrichtenagentur Kyodo.

Atompolitik: Industrieminister Banri Kaieda plant Rücktritt: Der Minister wird möglicherweise bereits im August zurücktreten. Vorausgegangen waren mehrfache Differenzen mit Premierminister Kan, der Entscheidungen zu Maßnahmen der Atompolitik ohne Rücksprache getroffen und zuletzt die Stresstests hinter dem Rücken des Industrieministers angeordnet habe. Damit untergrub er die Position von Kaieda, der zuvor zur Unterstützung von Neustarts der AKW aufgerufen hatte. Das meldet die Asahi Shimbun.

Atompolitik: Kyushu Electric räumt Manipulationsversuch ein: Der Präsident des Energiekonzerns, Toshio Manabe entschuldigte sich bei einem Besuch des Industrieministerums für die Affäre, so die Nachrichtenagentur Jiji und räumte unter anderem gegenüber die japanischen Tageszeitung Yomiuri Shimbun ein, er erwäge die Möglichkeit eines Rücktritts. Er bedauere den Zwischenfall sehr.

Industrieminister Banri Kaieda rief Manabe, einer Meldung der Mainichi Shimbun zufolge dazu auf, das Vertrauen der Öffentlichkeit wiederzugewinnen. Der Präsident der Kyushu Electric führte jedoch an, zu diesem Zweck gäbe es auch andere Mittel als einen Rücktritt, Angaben der Asahi Shimbun zufolge wolle er die Entscheidung zum Rücktritt nächste Woche treffen.

Vorausgegangen war eine versuchte Meinungsmanipulation: Mitarbeiter waren aufgerufen worden bei öffentlichen Gesprächsrunden als normale Bürger aufzutreten und auch per Mail ihre Zustimmung zu den Plänen der Wiederaufnahme der Tätigkeit des AKW zu bekunden. Die Personen sollten explizit private E-Mail-Accounts verwenden, um einen Zusammenhang zur Firma zu vertuschen.

 

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