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Japan aktuell: AKW-Betreiber sollen Sicherheit prüfen

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Schlauchüberprüfung in Reaktor 4 am 26. Januar 2012 (Foto: TEPCO)
Schlauchüberprüfung in Reaktorgebäude 4 am 26. Januar 2012 (Foto: TEPCO)
Schlauchüberprüfung in Reaktor 4 am 26. Januar 2012 (Foto: TEPCO)
Schlauchüberprüfung in Reaktorgebäude 4 am 26. Januar 2012 (Foto: TEPCO)

In Japan ist die Lösung im Konflikt um die weitere Nutzung der Kernkraft im Land noch nicht beigelegt – auch wenn es anders als bei von den USA kritisierten Zwischenfällen in Tibet, wo chinesische Soldaten auf tibetische Demonstranten schossen, bei dieser Art von Auseinandersetzung glücklicherweise nicht zu unmittelbaren Todesfällen kommt. Leidtragende gibt es jedoch auch in diesem Fall genug.

Sollten etwa die Einschätzungen der IAEA zur Sicherheit der AKW negativ ausfallen, könnte es Japan auch ohne den anhaltend starken Schneefall eiskalt erwischen, sind doch unter anderem aufgrund von Standardchecks und Stresstests 51 der 54 und damit 94 Prozent der japanischen AKW vom Netz.

Auch wenn die Situation am AKW Fukushima aktuell stabil zu sein scheint – sicher ist die Anlage bis zur gänzlichen Stillegung nicht, wie immer wieder auftauchende Lecks in Schläuchen und undichte Ventile zeigen. Wohl auch deshalb präsentiert TEPCO nun Fotos, die Kontrollgänge zeigen. Weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 26. Januar 2012.

Betreiber sollen sich auf strengere Erdbeben-Richtlinien einstellen;  Die japanische Atomenergiesicherheitsbehörde NISA plant, alle Betreiber im Land dazu anzuweisen, die Erdbebensicherheit ihrer Kraftwerksanlagen neu zu überprüfen und sie in Übereinstimmung mit neuen strengeren Vorgaben und Standards zu bringen.

Zu den weiteren Anordnungen der NISA gehört auch die Vorbereitung auf Erdbeben, die an Stärke das bislang vor Ort stärkste Beben übertreffen könnten und geologische Verwerfungen, die mehr als fünf Kilometer vom Kraftwerk entfernt sind, bei der Störfallplanung zu berücksichtigen.

Die Vorgaben durch Behörden werden nach der Einholung von Expertenmeinungen weiter verfeinert, besonders, da ein Erdbeben der Stärke 7 im April vergangenen Jahres  zur tektonischen Bewegung einer Verwerfung in 50 Kilometern Entfernung zu AKW Fukushima Daiichi geführt hatte, die bislang als inaktiv eingeschätzt worden war. Seismologen sagen der NHK zufolge, bei Bohrungen oder anderen Tests hätte die Aktivität festgestellt werden können

TEPCO soll gesamte Fukushima-Einwohner entschädigen: Am gestrigen Mittwoch überreichte Kazuo Suzuki, Bürgermeister von Shirakawa bei einem Treffen mit TEPCO-Präsident Toshio Nishizawa ein Schreiben von 26 Gemeinden aus, die eine vollständige Entschädigung aller Städte, Dörfer und Ortschaften in der Präfektur Fukushima fordern. Eine im Dezember vergangenen Jahres erlassene Entschädigungsrichtlinie hatte nicht die 26 Gemeinden betroffen. Bislang waren lediglich Orte mit besonderer Nähe zum AKW Fukushima Daiichi als Empfänger vorgesehen worden.

Die Vertreter der dabei nicht berücksichtigten Gemeinden, insgesamt 70  Bürgermeister und Gemeinderatsvorsitzende forderten bei dem Treffen nun  Zahlungen von 80.000 Yen pro Person und je 400.000 Yen für Schwangere und Kinder in den neu hinzugekommenen Orten.

Während TEPCO-Präsident Nishizawa zunächst zuhörte, seine Antwort jedoch auf eine ernsthafte Prüfung des Anliegens verkürzte, erklärte Naomi Hirose, beim Unternehmen zuständig für die Leistung von Entschädigungszahlungen, einen finanziellen Ausgleich für alle Einwohner der Präfektur zu zahlen sei schwierig, man wolle jedoch die Menschen dort auch nicht ungleich behandeln. Man werde daher versuchen, einen zufriedenstellenden Weg zu finden.

Team der IAEA am AKW Oi: Abgesandte der internationalen Atomenergieorganisation IAEA, die sich seit Montag bei einer Kontrolle in Japan von den getroffenen Sicherheitsmaßnahmen einen Eindruck verschafften, um Glaubwürdigkeit und sachlichen Wert der von Japan durchgeführten Stresstests beurteilen zu können, haben am heutigen Donnerstag zwei Reaktoren des AKW Oi (Präf. Fukui) besichtigt und dabei trotz des starken Schnees einer Katastrophenübung beigewohnt.

Der Betreiber Kansai Electrics kommt in seinen Stresstests zu dem Schluss, dass die Reaktoren 3 und 4 einem Tsunami von 11,4 Metern standhalten könnten – vier mal höher als der kalkulierte Maximalwert. Die NISA hat in einem vorläufigen Bericht vergangener Woche die Einschätzung des Betreibers als plausibel bestätigt.

Von der IAEA selbst wird am Dienstag kommender Woche ein Bericht über die Beobachtungen und die damit verbundenen Empfehlungen erwartet. Das berichten NHK und die Nachrichtenagentur Kyodo.

Erneutes Erdbeben in Japan: Innerhalb weniger Tage hat erneut ein Erdbeben der Stärke 5,1 das japanische Inselreich erschüttert. Besonders betroffen war die Präfektur Miyagi, meldet die zuständige japanische Behörde und teilte mit, man habe keine Tsunami-Warnung herausgegeben. Das Epizentrum des Bebens, dass sich um 5:43 Uhr Ortszeit ereignete, lag vor der Küste der Präfektur in einer Tiefe von etwa 50 Kilometern. Unmittelbare berichte über Verletzte oder Schäden gab es auch in diesem Fall nicht.

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