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Japan aktuell: AKW Fukushima erhält neue Filteranlage

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AKW Fukushima: Südansicht des Gebäudes der Multinuklid-Filteranlage am 27. März 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Südansicht des Gebäudes der Multinuklid-Filteranlage am 27. März 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Südansicht des Gebäudes der Multinuklid-Filteranlage am 27. März 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Südansicht des Gebäudes der Multinuklid-Filteranlage am 27. März 2013 (Foto: TEPCO)

TEPCO liefert vom AKW Fukushima heute umfangreiche Informationen über die Geschehnisse der vergangenen Tage.

Neben der Vorstellung einer Filteranlage, zählen auch eine Roboter-Präsentation und die unkommentierte Veröffentlichung von Videokonferenzen zum Material, dass der Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima aktuell zum Wochenende präsentiert.

Wie die Situation am AKW Fukushima während der Akutphase der Krise von ausländischen Helfern wahrgenommen wurde, erfahren sie dagegen heute im letzten Teil unserer Serie „Katastrophenhelfer in Japan: Stille über Fukushima“.

Aktuelle Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 29. März 2013.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • TEPCO stellt Multinuklid-Filteranlage vor
  • Dekontaminations-Robotertests am AKW Fukushima Daini

TEPCO stellt MultinuklidFilteranlage vor: Nachdem die bisherigen Filteranlagen für das herausgepumpte Wasser vor allem radioaktives Cäsium ausfilterte, plante TEPCO bereits langfristig die Errichtung einer Filteranlage, durch die eine weitere Reduktion der radioaktiven Belastung des Wassers erreicht werden soll.

AKW Fukushima: Nordöstliche Ansicht des Gebäudes der Multinuklid-Filteranlage am 27. März 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Nordöstliche Ansicht des Gebäudes der Multinuklid-Filteranlage am 27. März 2013 (Foto: TEPCO)

Bislang wird das Wasser für den Kühlkreislauf sowohl durch eine Anlage zur Umkehrosmose entsalzen, als auch eventuelle Verunreinigungen durch Öl abgetrennt und vor allem radioaktives Cäsium durch die Adsorptionstürme ausgefiltert.

Das bei er Filterung anfallende Restmaterial wie Flüssigschlamm und das verbrauchte Adsorptionsmittel, sollen in der neuen Anlage dann in so genannte „High Integrity Container“ (HIC) abgefüllt und von dort in die temporäre Lagerung gebracht werden.

Der Betreiber des AKW Fukushima begleitet diese Erklärungen mit Bildmaterial. Dort ist sowohl der Bau des Gebäudes für die neue Anlage, als auch der aktuelle Zustand der einzelnen Einheiten der Multinuklid-Filteranlage  (ALPS) selbst zu sehen.

AKW Fukushima: Fortschritt beim Aufbau der Multinuklid-Filteranlage am 16. September 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Fortschritt beim Aufbau der Multinuklid-Filteranlage am 16. September 2012 (Foto: TEPCO)

Eine Genehmigung für die Durchführung eines Tests unter Betriebsbedingungen an Einheit A wurde durch die Atomaufsicht NRA am 19. März gewährt. Zeitpläne für künftige Testläufe der beiden anderen Einheiten B und C werden abhängig vom Fortschritt des ersten Tests festgelegt werden.

Besonders ausführlich geht TEPCO auf die Sicherheitsmaßnahmen an der Multinuklid-Filteranlage ein. Das scheint auch durchaus angebracht, wenn man bedenkt, dass im Dezember 2012 Versuche zur Sicherheit der HIC-Behältern bei einem Arbeitsunfall teilweise durchwachsene Ergebnisse gezeigt hatten.

AKW Fukushima: Adsorptionsturm der Multinuklid-Filteranlage am 27. März 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Adsorptionsturm der Multinuklid-Filteranlage am 27. März 2013 (Foto: TEPCO)

Zu den Maßnahmen gehört die Anbringung von Isolationsmaterial und UV-Schutzhüllen an den Polyethylen-Leitungen und den Pumpen zur Verhinderung vorzeitiger Alterungserscheinungen durch Umwelteinflüsse, sowie die Einrichtung von Dämmen oder anderen Hindernissen, um bei einem Leck den Austritt in die Umgebung zu verhindern.

Zusätzlich sind in den Betonboden Vertiefungen eingelassen, die erste Flüssigkeitsaustritte auffangen sollen.

Die Verwendung von Stahlleitungen soll Stabilität bei Taifunen und Tornados sichern. Um einem Tsunami entgegenzuwirken, wurde die gesamte Anlage in erhöhter Lage errichtet. Für den Brandfall werden Löscheinrichtungen bereitgestellt. Spezielle Richtlinien sollen das korrekte Verhalten bei Kontrollgängen und Zwischenfällen regeln.

An den Geräten werden im Bodenbereich zudem Leckdetektoren angebracht und die Bereiche mit Kameras überwacht.

AKW Fukushima: Überwachung des Multinuklid-Filtersystems am 27. März 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Überwachung des Multinuklid-Filtersystems am 27. März 2013 (Foto: TEPCO)

Zum Schutz der Arbeiter ist die Multinuklid-Anlege so entworfen, dass in einem Abstand von einem Meter zu einem anderen Gerät die Strahlungsbelastung bei maximal einem Millisievert pro Stunde liegt.

Auch sollen Hinweisschilder das unnötige Betreten verhindern und Warnschilder auf Bereiche mit höherer Belastung aufmerksam machen.

Der Kontrollbereich, von dem die gesamte Filteranlage betrieben und aus der Distanz dirigiert werden kann, liegt 900 Meter von der Anlage entfernt – auch um die Strahlungsbelastung hier gering zu halten.

Dekontaminations-Robotertests am AKW Fukushima Daini: Weitere von TEPCO veröffentlichte Informationen bestehen aus einem Video, in dem Dekontaminations-Roboter drei unterschiedlicher Hersteller – Hitachi, Toshiba und Mitsubishi – bei Abnahmeprüfungen zur Funktionsfähigkeit zu sehen sind.

Roboter von Hitachi (o.), Mitsubishi (m.) und Toshiba (u.) am 29. März 2013 (Foto: TEPCO)
Roboter von Hitachi (o.), Mitsubishi (m.) und Toshiba (u.) am 29. März 2013 (Foto: TEPCO)

Die Roboter sind Teil eines Forschungs- und Entwicklungsprojekts, in dessen Rahmen ferngesteuerte Technologien für den Einsatz innerhalb von Gebäuden entwickelt werden sollen. Diese Techniken könnten nach Ansicht der Experten die Strahlungsbelastung für Kraftwerksangestellte am AKW Fukushima Daiichi sicherer machen.

Durch eine vorhergehende Dekontamination könnte das Strahlungsniveau in bislang unzugänglichen Bereichen gesenkt werden, so dass auch dort Untersuchungen und Aufräumarbeiten möglich werden würden.

Verschiedene Optionen der Innenraumdekontamination, etwa durch Trockeneis, wurden bereits in der Vergangenheit vorgestellt (Spreadnews berichtete am 28. Februar 2013).

In dem von TEPCO veröffentlichten Videos ist zu sehen, wie die Roboter sich fortbewegen, Hindernisse überwinden und Bewegungen mit ihrem flexiblen Arm ausführen, die später das Aufsprühen von Substanzen auf Wände, Decken und Boden ermöglichen werden.

 

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