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Japan aktuell: AKW Fukushima erhält Sonderstatus

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Offizielles Standardfoto des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
Arbeiten an Kühlsystem des AKW Fukushima Daiichi (Symbolfoto: TEPCO)
Offizielles Standardfoto des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima nun unter besonderer Beobachtung (Foto: TEPCO)

Wenn TEPCO als Betreiber des AKW Fukushima heute Japans Regierung um finanzielle Hilfen bittet, um die 10 Trillionen Yen, die vom Unternehmen für das Fiskaljahr 2013 veranschlagt werden und sich aus Dekontaminationskosten und Entschädigungen zusammensetzen stemmen zu können, zeigt dies auch die Aufgabe der sich das Unternehmen gegenüber sieht.

Aufgeben kann es dagegen nicht, werden doch vom Kernkraftwerk in Fukushima aktuell einmal positive Signale gesendet.

Im Bezug auf die Anlagen anderer Betreiber sieht es weniger glücklich aus, etwa wenn es um die Entscheidungen zum Neustart des AKW Oi geht.

So gibt es neben Fukushima News auch heute weitere Themen – wie üblich im Spreadnews Japan-Ticker vom 7. November 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • AKW Fukushima erhält Sonderstatus
  • NRA muss erneut Fehler bei Berechnung zur Strahlungsverbreitung eingestehen
  • Neue Fukushima-Thermometer gehen in Regulärbetrieb
  • Kühlsystem für Lagerbecken von Fukushima-Reaktor 3 abgeschaltet
  • Umfangreicherer Walfleischverkauf für 2013 geplant
  • Immer noch Uneinigkeit zur Verwerfung unter AKW Oi
  • Menschen in Obama freuen sich über Obamas Sieg

AKW Fukushima erhält Sonderstatus: Japans Atomaufsicht NRA verlieh dem Kernkraftwerk Fukushima Daiichi den Status einer Anlage mit der Notwendigkeit einer Sonderbehandlung. Dies ermöglicht der NRA eine bessere Übersicht über die Entwicklungen der Anlage zu erhalten.

Damit verbunden sind auch Anweisung für eine Reige von Sicherheitsmaßnahmen, die eine langfristige Kontrolle während des jahrzehnte dauernden Stilllegungsprozesses der beschädigten Reaktoren ermöglichen und eine Sicherstellung des stabilen Zustands des Cold Shutdown an den beiden verbleibenden Reaktoren der Anlage, gewährleisten sollen.

TEPCO soll im kommenden Monat einen Plan vorlegen, wie das Unternehmen die geforderten Maßnahmen umsetzen wird, berichten TEPCO sowie die Nachrichtenagentur Kyodo.

NRA muss erneut Fehler bei Berechnung zur Strahlungsverbreitung eingestehen: Japans Atomsicherheit NRA muss nun zum zweiten Mal einige Fehler bei den Einschätzung zur Verbreitung radioaktiven Materials bei Katastrophen an mehreren japanischen AKW korrigieren.

Ursache sind im aktuellen Fall irreführende Angaben des Kraftwerksbetreibers Kyushu Electric zur Windrichtung an den AKW Genkai (Präf. Saga) und AKW Sendai (Präf. Kagoshima), die vor der Erstellung der Berechnungen eingeholt worden waren.

In den falschen Angaben waren offenbar windabgewandte und dem Wind zugekehrte Richtungen vertauscht worden, so dass die angenommene Verbreitung im Störfall um 180 Grad gedreht in die Gegenrichtung erfolgen würde. Masano Chinzei, stellvertretender Präsident von Kyushu Electrics entschuldigte sich für die Bereitstellung der falschen Daten.

Dennoch erklärte Hideka Morimoto, Sprecher des NRA-Sekretariats auf einer Pressekonferenz, liege der Fehler bei der Atomsicherheitsorganisation Japans  (JNES), da die NRA auf eine Prüfung der Informationen aus erster Hand durch andere Stellen angewiesen sei, weil man über keine eigenen Überprüfungsmöglichkeiten verfüge.

Über die Übermittlung der falschen Daten und die nun notwendigen Korrekturen im Bericht zur Strahlungsausbreitung im Katastrophenfall berichteten etwa jiji, Asahi Shimbun und Kyodo.

Neue Fukushima-Thermometer gehen in Regulärbetrieb: Nachdem bislang am Druckbehälter von Reaktor zwei ein Kontroll- und ein Referenzthermometer, sowie am Sicherheitsbehälter des gleichen Reaktors fünf Kontroll- und fünf Referenzthermometer vorhanden waren, war am 19. September ein neues Thermometer an der Öffnung des Sicherheitsbehälters, sowie am 3. Oktober ein neues Thermometer am Stutzen des Druckbehälters angebracht worden.

Beide waren auf ihre Genauigkeit und die gleich bleibende Übereinstimmung bei der Temperaturerfassung getestet und ihre Leistung als angemessen beurteilt worden. Somit wurde am gestrigen Dienstag beide Thermometer als offizielle Geräte zur Messwerterfassung anerkannt und in dieser Funktion in Betrieb genommen.

Kühlsystem für Lagerbecken von Fukushima-Reaktor 3 abgeschaltet: Gestern wurde um 9:53 Uhr das Kühlsystem des Lagerbeckens für abgebrannte Brennelemente in Reaktor 3 abgeschaltet. Grund hierfür sind Untersuchungen zu den Änderungen bei der Sichtweite im Becken während eines Systemhalts.

Diese Maßnahme ist eine Vorbereitung auf die künftige Entfernung von Trümmern aus dem Becken. Das Kühlsystem soll noch bis zum Samstag abgeschaltet bleiben.

Die Wassertemperatur zum Zeitpunkt der Abschaltung betrug 17,5°Celsius. Da ein Anstieg von etwa 0,17°Celsius pro Stunde erwartet wird, besteht ausreichend Spielraum bis zum erlaubten Maximalwert von 65°Celsius.

TEPCO erwartet daher keine negativen Auswirkungen auf den weiteren Kühlbetrieb.

Umfangreicherer Walfleischverkauf für 2013 geplant: Japans Fischereibehörde kam gestern zu dem Entschluss, das Fleisch von Walen, die offiziell zu Forschungszwecken gefangen werden, ab 2013 direkter an den Verbraucher zu bringen und auch den Verkauf an die Kantinen von Schulen zu steigern, um die eigenen Einnahmen zu erhöhen.

Kujira: Walfleisch im Kaufhaus Takashimaya in Osaka (Foto: Zenwort, cc-by)
Walfleisch im Kaufhaus Takashimaya (Foto: Zenwort, cc-by)

Ursache sind die Kosten der „Walforschung“, die bislang zu einem großen Teil durch den Verkauf des Fleisches gedeckt werden.

Da der Konsum von Walfleisch immer weiter abnimmt, werden nach Meldung der Mainichi Shimbun künftig Finanzierungsprobleme befürchtet, so dass man nun unter anderem durch den Katalogverkauf versucht, den Umsatz zu steigern.

Dieses Vorgehen dürfte jedoch den Protest von Umwelt- und Tierschützern nach sich ziehen, die eine derartige Maßnahme als Beweis dafür werten könnten, dass der vermeintliche Forschungswalfang nur ein Vorwand für den 1987 eingestellten kommerziellen Walfang darstellt.

Immer noch Uneinigkeit zur Verwerfung unter AKW Oi: Nachdem am Sonntag unter den fünf Experten der NRA über die Frage, ob es sich bei der F-6 genannten Formation, die an kritischer Stelle unter dem AKW Oi verläuft, um eine aktive Verwerfung handelt, nicht einheitlich geklärt werden konnte, hatte man für heute ein weiteres Treffen vorgesehen.

Doch auch am heutigen Tag konnte keine Einigkeit in der Beurteilung des Zustands erzielt werden. Ein Vertreter des Kraftwerksbetreibers Kansai Electric erklärte, eine Untersuchung des Unternehmens habe ergeben, dass eine Weiterführung der Bruchlinie kürzer als die geschätzten 600 Metern und darüber hinaus inaktiv sei.

Kritiker dieser Einschätzung bemängeln jedoch, dass bei der Untersuchung des Elektrizitätskonzerns keine ausreichend dreidimensionalen Daten vorgelegt worden waren. Während nun Vertreter der NRA sich auf eine erneute Kontrolle verständigten,drängte Professor Mitsuhisa Watanabe, auf eine schnelle Entscheidung, da es sich um ein aktives Kernkraftwerk handelt, berichten NHK, jiji und Kyodo.

Menschen in Obama freuen sich über Obamas Sieg: Die Einwohner der japanischen Stadt Obama (Präf. Fukui), freuen sich über die Wiederwahl des US-Präsidenten, mit dem sie ihren Namen teilen.

US-Präsident und Stadt Obama (Originalfotos: Pete Souza bzw. 663highland,  cc-by)
US-Präsident und Stadt Obama (Originalfotos: Pete Souza bzw. 663highland, cc-by)

Die ungewöhnliche Verbindung begann bereits 2006 als der damalige US-Senator Barack Obama bei einer Visa-Kontrolle von einem Beamten, der aus der Stadt stammte, angesprochen wurde.

Bereits bei der Präsidentschaftswahl 2008 hatte der US-Politiker moralische Unterstützung aus der japanischen Stadt erhalten.

Auch bei der diesjährigen Wiederwahl versammelten sich etwa 60 Obama-Anhänger, um die Auszählung der Stimmen im US-Wahlkampf zu verfolgen.

Der anschließende Sieg wurde unter anderem mit hawaiianischen Hula-Tänzen gefeiert – eine Remineszenz an den Geburtsort des Präsidenten. Gänzlich uneigennützig sind die Aktivitäten der Japaner jedoch nicht, erhoffen sie sich doch touristische Vorteile. Über die aktuellen Reaktionen berichtete etwa die NHK.

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