Start Aktuelles Japan aktuell: AKW Fukushima kämpft mit Grundwasser – Millionenevakuierung vor Taifun

Japan aktuell: AKW Fukushima kämpft mit Grundwasser – Millionenevakuierung vor Taifun

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Das Wasserleck an der Entsalzungsanlage am 19. September 2011 (Foto: TEPCO)
Das Wasserleck an der Entsalzungsanlage am 19. September 2011 (Foto: TEPCO)
Das Wasserleck an der Entsalzungsanlage am 19. September 2011 (Foto: TEPCO)
Das Wasserleck an der Entsalzungsanlage am 19. September 2011 (Foto: TEPCO)

Während sich mit Norio Tsuzumi, ein Vizepräsident von TEPCO bei einem heutigen Treffen mit Yoshihiro Murai, Gouverneur der Präfektur Miyagi für die Schwierigkeiten entschuldigte, welche die Fukushima-Katastrophe mit sich gebracht habe, hat das Unternehmen selbst einiges hinter sich zu bringen, wie die Fukushima News zeigen werden. Denn nicht allein, dass sich Teile Japans nun vor dem nahenden Taifun „Roke“ fürchten, auch für TEPCO ist gerade bei den Plänen zum AKW Fukushima aktuell noch längst noch nicht alles im Trockenen.

Unter anderem veröffentlichte der Betreiber des AKW Fukushima (links stehendes Bild, auf dem das Rohr mit dem Wasserleck der Entsalzungsanlage zu sehen ist), über das Spreadnews bereits gestern berichtete. Über Versprechen, Verägerung und Veränderung rund um TEPCO, Fukushima und Japan nun der Spreadnews Japan-Ticker vom 20. September 2011.

Arbeitsunfall auf dem Gelände des AKW Fukushima: Wie der Betreiber TEPCO gegenüber der Presse bekannt gab, war es gegen 9:40 Ortszeit zu einem kleinen Zwischenfall gekommen, als sich bei dem Arbeiter eines Partnerunternehmens offenbar durch Unachtsamkeit  bei einem Zusammenstoß kurzzeitig der Luftfilter seiner Atemmaske löste. Ein folgender Ganzkörpercheck hätte jedoch keine interne Belastung gezeigt.

Fukushima Evakuierungswarnungen möglicherweise an Monatsende aufgehoben: Der neue Chefkabinettssekretär der Regierung Noda, Osamu Fujimura teilte mit, dass alle vier der innerhalb der Evakuierungszone liegenden Gemeinden ihre Krisenpläne vorgelegt hätten, was zuvor als Bedingung zur Aufhebung der Evakuierungsempfehlung dieser Gebiete gestellt worden war. Man werde nun Rücksprache mit der Nuklearsicherheitskommission (NSC) halten, wenn sich keine Hinweise auf Mängel ergeben, könnte der Status als Evakuierungszone bereits Ende des Monats aufgehoben werden. Das meldet die NHK.

Mehrere Tonnen Grundwasser fließen täglich in AKW Fukushima: Wie heute bekannt gegeben wurde, fließen täglich zwischen  200 und 500 Tonnen Wasser in die Untergeschosse und Tunnel der Reaktoren 1 bis 4. Ursache für den Wassereintritt sind Risse in den Betonwänden, die durch das Erdbeben entstanden waren. So ist es wenig verwunderlich, dass der Wasserpegel nach Regenfällen steigt.

Es sei unwahrscheinlich, dass es dadurch zu Problemen komme, da täglich insgesamt 1000 Tonnen an belastetem Wasser dekontaminiert würden. Dennoch habe das Eindringen von Grundwasser einen Einfluss auf die Maßnahmen zur Kontrolle der Lage vor Ort, so dass man dieses bei der Anpassungen von Plänen berücksichtigen müsse.  Da der Zufluss von Grundwasser zunimmt, wenn der Pegel an kontaminiertem Wasser durch Abpumpen sinkt, versucht das Unternehmen nun durch gezieltes Vorgehen den Pegel des belasteten Wassers drei Meter über Meereshöhe zu halten. Dies berichten die Nachrichtenagenturen Kyodo und jiji.

AKW Fukushima bis Jahresende stabilisiert: Bei der Konferenz der Internationalen Atomenergieaufsichtsbehörde IAEA die am gestrigen Montag in Wien begann, erklärte Japans Umweltminister Goshi Hosono in einer Rede, bis Jahresende wolle man die Temperatur in allen Reaktoren von Fukushima Daiichi auf unter 100 Grad senken und den stabilen Zustand des „Cold Shutdown“ erreichen, wie die Nachrichtenagentur jiji, sowie die NHK berichten. In seiner Rede betonte Hosono die erreichten Fortschritte bei der Krisenbekämpfung. So nannte er etwa die erfolgreiche Kühlung der Reaktoren mit dekontaminiertem Wasser und die Temperatursenkung in den Abklingbecken. Die abgebrannten Brennstäbe würden zu Ende des Jahres ebenfalls in ihrer Temperatur unter 100 Grad sinken. 

Evakuierungsaufforderung für 1 Million Japaner: Der nahende Taifun „Roke“ wird von den japanischen Behörden als kritisch genug eingestuft, um eine Evakuierungsaufforderung für insgesamt 1,1 Millionen Einwohner der gefährdeten Gebiete zu erlassen. Nachdem der Sturm „Talas“ zuvor im Westen Japans Todesopfer gefordert hatte, gehen auch die örtlichen Verwaltungen auf Nummer sicher. Aus Nagoya (Präf. Aichi) heisst es, in den Risikogebieten könne es zu Hochwasser und Schlammlawinen kommen.

Der Taifun bewegte sich zuletzt auf Japans Hauptinsel Honshu zu, die Millionenmetropole Tokyo könnte bei Beibehaltung des Taifunkurses voraussichtlich  am Mittwochnachmittag von den heftigen Regenfällen erreicht werden.

Mit Bürokratie gegen Naturkatastrophenopfer: Der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi hat wie zugesagt, Antragsformulare für Entschädädigungszahlungen ausgeteilt – bei denen es sich um 60 Seiten umfassende Dokumente handelt, die von einem 160-seitigen Handbuch begleitet werden. Damit diese besser verstanden werden können, gibt es mittlerweile Erläuterungstreffen, bei denen die Handhabung erklärt wird. Allerdings sind diese Anleitungskurse meist schnell ausgebucht. Wie die Mainichi Shimbun berichtet, sind viele der Flüchtlinge unzufrieden mit der Handhabung durch TEPCO. Man könnte annehmen, dies geschehe, um Personen von den Rechnungsforderungen abzuhalten kommentierte ein Einwohner.

1 KOMMENTAR

  1. Es tritt Grundwasser durch die Risse im Beton in die Untergeschosse der Reaktoren ein? Was heißt denn das im Umkehrschluss? Dass auch Radioaktivität durch die Risse im Beton ins Grundwasser eindringt? Oder möchte TEPCO uns weismachen, dass die Risse semi-permeabel sind?

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