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Japan aktuell: AKW Fukushima soll Schutznetz für Fische erhalten

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Offizielles Standardfoto des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Hafenbereich soll für Fische gesichert werden (Foto: TEPCO)

Nachdem die Aufnahmen der Videokonferenzen das Thema der Meereskontamination am AKW Fukushima aktuell werden liessen, reagiert TEPCO nun möglicherweise darauf.

An anderer Stelle zeigt sich, dass die Bewältigung der durch die Naturkatastrophen vom März 2011 ausgelösten Krise, nach wie vor nicht abgeschlossen ist.

Neben den Fukushima News gibt es wie üblich auch weitere Meldungen, so dass Fukushima heute nicht das einzige Thema bleibt. Details nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 4. Dezember 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • AKW Fukushima soll Schutznetz für Fische erhalten
  • Mehr als 80 Prozent der Privatgebäude noch kontaminiert
  • Milliardenklage gegen Fukushima-Betreiber TEPCO
  • China provoziert im Senkaku-Streit erneut
    • Chinesisches Schiff in japanische Gewässer eingedrungen
    • Japan reicht Protest gegen Grenzverletzung ein
    • Japans Rechte nutzen Senkaku-Konflikt

AKW Fukushima soll Schutznetz für Fische erhalten: Der Kraftwerksbetreiber  TEPCO will nun offenbar auf die Auswirkungen des kontaminierten Wassers in der Nähe der Küstenbereich der Anlage des AKW Fukushima Daiichi beschränken und plant daher die Anbringungen von Netzen an der Hafenanlage.

Radioaktiv belasteter Fukushima-Fisch (Grünling) vom 1. August 2012 (Foto; TEPCO)
Fukushima-Fisch: Radioaktive Meeresbelastung soll verringert werden (Foto vom 1. August, TEPCO)

Unter Berufung auf namentlich ungenannte Quellen berichtet die Asahi Shimbun heute. das Unternehmen plane die Errichtung eines zwei Kilometer messenden Netzes an der Einfahrt des Hafens, sowie dessen Dämmen.

Dies soll verhindern, dass bereits kontaminierte Fische aus dem Hafenbereich in das Meer gelangen.. Als zusätzliche Maßnahme soll Schlamm aus dem Hafen gebaggert werden.

Die Idee an sich ist nicht neu, wurde ein längeres Netz doch bereits 1974 beim Minamata-Zwischenfall genutzt, um zu verhindern, dass durch Quecksilber belastete Fische sich außerhalb der Bucht von Minamata verbreiten und in die Nahrungskette gelangen. Erst 1997 war das Netz entfernt worden.

Eine derartige Maßnahme nun auch am Kraftwerk in Fukushima durchzuführen ist keineswegs übertrieben, das belegen allein die Zahlen zur radioaktiven Kontamination von Fischen, die im Laufe der Zeit bekannt geworden waren und über die wir mehrfach berichteten.

  • Im Oktober waren im Ufergebiet des Otagawa, 20 Kilometer nördlich der Anlage eine Belastung von bis zu 1.350 Becquerel pro Kilogramm bei Grünlingen festgestellt worden.

Da dies der höchste Wert war und die übrigen im Bereich von 100 Becquerel lagen, werden diese Werte als relativ niedrig angesehen.

  • Im Hafenbereich der Anlage wurden dagegen bei Meeraalsorten Belastungen von 15.500 Becquerel und bei weiteren Fischen 4.200 Becquerel nachgewiesen.

Meeraale außerhalb der Hafengewässer lagen beim allgemeinen Lebensmittelgrenzwert von 100 Becquerel oder darunter.

Zuletzt hatte das Material der Videokonferenzen das Problem der radioaktiven Abwässer wieder aktuell werden lassen. Vertreter der Fischereikooperative erklärten, man habe TEPCO nach dem bekannt werden der hohen Werte um die Schließung des Kraftwerkhafens gebeten, doch die Reaktion von TEPCO erfolgte offenbar wieder einmal zu langsam.

Mehr als 80 Prozent der Privatgebäude noch kontaminiert: Japans Umweltministerium untersuchte den Umfang der Dekontaminationsarbeiten, die bis zum August in 58 Städten und Ortschaften in sieben Präfekturen, außerhalb der Präfektur Fukushima liegend, erfolgt waren.

Das Ergebnis zeigt zwar Fortschritte bei öffentlichen Einrichtungen und Infrastruktur, für die Bevölkerung wurde jedoch kaum etwas erreicht. Zwar wurde an 69 Prozent der Bildungseinrichtungen wie etwa Schulen die Dekontamination abgeschlossen und 51 Prozent der Straßen, sowie 38 Prozent an Parks und Sportplätzen ebenfalls dekontaminiert – Privathäuser zeigen dagegen kaum Fortschritte.

Nach Angaben der NHK wurden lediglich an 17.000 der annähernd 100.000 Häuser, für die eine Dekontamination erforderlich ist, die Arbeiten fertiggstellt. Das bedeutet, dass nur 18 Prozent der Privathäuser bis August von radioaktivem Material befreit werden konnten.

Milliardenklage gegen Fukushima-Betreiber TEPCO: Am gestrigen Montag reichten 40 Einwohner aus 18 Haushalten in Futaba, Minamisoma, Naraha und Hirono, im 30-Kilometer-Umkreis um das AKW Fukushima Daiichi, eine Klage gegen TEPCO ein und fordern eine Entschädigung von insgesamt 1,94 Milliarden Yen.

Unter den Klägern befindet sich nach Angaben der Mainichi Shimbun mit Tokuo Hayakawa (73) auch der frühere Oberpriester eines Tempels in Naraha, der eine Einrichtung mit Arbeitsstellen für geistig  Behinderte, leitete. Die 97 Behinderten wurden in verschiedene Landesteile evakuiert, einige starben bereits.

Noch nie hätten Evakuierte eine derartig umfangreiche Massenklage angestrebt, heisst es von Seiten der Anwälte. Hayakawa erklärte, dies geschehe auch für jene, die nicht in der Lage seien, selbst  ihre Stimme gegen das Unternehmen zu erheben.

China provoziert im Senkaku-Streit erneut: Mit einer erneuten Verletzung japanischer Hoheitsgewässer hat die Volksrepublik China ihre Provokationen wieder aufgenommen. Diese und weitere Meldungen zum Inselstreit jetzt in einer Zusammenfassung:

Uyoku Gaisensha: Lautsprecherwagen japanischer Extremisten
Japan: Rechtsextreme profitieren von Senkaku-Konflikt (Foto: pd)

Chinesisches Schiff in japanische Gewässer eingedrungen: Am Dienstagmittag drang ein chinesisches Schiff in japanische Gewässer ein und blieb dort für etwa zehn Minuten.

Drei weitere chinesische Schiffe navigierten in der Grenzzone zu japanischem Hoheitsgebiet.

Es ist das 13. Mal seit September, dass China eine Grenzverletzung begeht.

Japan reicht Protest gegen Grenzverletzung ein: Wie in den Fällen zuvor, legte Japans Außenministerium auch diesmal einen Protest bei der chinesischen Botschaft in Tokyo ein und forderte den sofortigen Rückzug des Schiffes. Zuvor hatten die übrigen Schiffe auf Japans Warnungen mit der üblichen Propaganda reagiert.

Japans Rechte nutzen Senkaku-Konflikt:  Die Streitigkeiten um die Inselgruppen Senkaku und Takeshima spielen den rechtsgerichteten Gruppen in Japan in die Hände. Zwischen Januar und Oktober waren insgesamt 5.280 Mitglieder aus 1.970 rechtsgerichteten Gruppierungen an Propaganda-Aktionen gegen China beteiligt.

Weitere 6.150 Personen aus 2.240 rechtsextremen Gruppierungen richteten sich mit ihren Aktionen gegen  Südkorea. Diese Zahlen übertreffen den jährlichen Bericht des Vorjahres deutlich, teilte die japanische Polizeibehörde mit.

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