Start Aktuelles Japan aktuell: AKW Fukushima steht auf unsicherem Boden

Japan aktuell: AKW Fukushima steht auf unsicherem Boden

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Das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi in Japan. (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Brennstäbe-Bergung begonnen
Tepco: Das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi in Japan. Foto: Tepco
Fukushima: Geologische Gegebenheiten sind zusätzliche Gefahr bei Erdbeben (Foto: Tepco)

Das Erdbeben und der Tsunami vom März 2011 die zu jenem Unglück führten, an dessen Bewältigung im AKW Fukushima aktuell und vermutlich noch lange Zeit gearbeitet wird, zeigten die Mächte der Natur – doch möglicherweise hätte es sogar schlimmer kommen können und die Fukushima News wären noch Besorgnis erregender geworden, als sie es bereits sind. Mehr hierzu und weitere Informationen nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 31. August 2011.

 

Riskante geologische Verwerfungen nahe Fukushima gefunden: Offenbar sind mehrere potentiell riskante geologische Verwerfungen in der Nähe von Atomkraftwerken in Japan festgestellt worden, die bei einem Erdbeben besonders schweren Schäden anrichten könnten. So berichtet etwa TEPCO, der Betreiber der Fukushima-Kraftwerke von fünf so genannten „aktiven Verwerfungen“ in Nähe des AKW Fukushima.  Zwei andere Betreiber melden aus der Präfektur Ibaraki neun Verwerfungen in der Umgebung ihrer Kernkraftwerke, die möglicherweise „aktiv“ sein könnten.

Damit beträgt die Gesamtzahl bislang gemeldeter potentiell aktiver Verwerfungen 14. Die Entdeckungen erfolgten auf eine Anordnung der Behörden nach dem Erdbeben vom März, die Bereiche um Kraftwerke herum auf geologischen Besonderheiten zu prüfen.

Luftproben über Kraftwerk zeigen geringe Belastung: TEPCO berichtet, Tests der Luft über dem AKW Fukushima hätten nur sehr geringe Spuren radioaktiver Belastung gezeigt, radioaktives Jod sei nicht festgestellt worden.

Die Belastung mit radioaktivem Cäsium sei gering. So hätten die Luftproben über dem Gebäude von Reaktor eins lediglich ein Millionstel bis ein Zehntausendstel Becquerel pro Kubikzentimeter aufgewiesen. Über Reaktor 2 sei ein Tausendstel Becquerel radioaktives Cäsium pro Kubikmeter Luft gemessen worden.

Hilfsprojekte der ersten Stunde enden: Das größte Auffanglager der Präfektur Fukushima, in der Stadt Koriyama gelegen, stellt am heutigen Tag seine Funktion als Notunterkunft ein. Bis zuletzt verblieben 44 Personen dort, bevor sie in Übergangshäuser oder andere Stellen wechseln. Zu seinen Hochzeiten beherbergte das Auffanglager mehr als 2500 Flüchtlinge,  die meisten davon aus Kawauchi und Tomioka.

Auch die von den Städten eingerichteten Fundstellen, an denen Opfer der Naturkatastrophen nach persönlichen Dingen wie Fotos suchen können, sind nun mehrheitlich dabei zu schließen. Dabei gehen die Städte unterschiedlich vor, teilweise wurden sie aufgrund vieler neuer Fundsachen wieder geöffnet, an anderer Stelle überlegt man bereits, was mit dem verbliebenen Material geschehen soll, so die Mainichi Shimbun.

Bürgermeister von Hakodate fordert Baustopp an Atomkraftwerk: Toshiki Kudo, Bürgermeister der Stadt Hakodate (Präfektur Aomori ) fordert einen Stopp der Arbeiten am im Aufbau befindlichen AKW Oma. Die Nähe der Stadt und das fehlen jedes natürlichen Schutzes, sowie die wenig überzeugenden Erklärungen der Sicherheitskonzepte durch den Betreiber J-Power seien Grund genug, eine Einstellung der zu 37 Prozent fertiggestellten Arbeiten zu fordern.

Bürgermeister und Verwaltung des Ortes Oma sprachen sich nach Angaben der Mainichi Shimbun jedoch für eine Fortführung des Baus durch den Stromanbieter J-Power aus.

80 Prozent von Japans Reaktoren vom Netz: Kyushu Electrics kündigte an, den Reaktor Nummer zwei des AKW Sendai herunterzufahren, um im Verlauf von vier Monaten sorgfältige Prüfungen der Turbinen, das Auswechseln von Brennelementen, sowie  standardmäßige Untersuchungen durchzuführen. Mit dem Herunterfahren am AKW Sendai sind rund 80 Prozent aller Atomreaktoren des Landes temporär vom Netz, so die Meldung der NHK.

1 KOMMENTAR

  1. Liebe Redaktion, liebe Mitleser,

    Vorsicht beim Trick mit den Größenordnungen der Einheiten:

    „…lediglich ein Millionstel bis ein Zehntausendstel Becquerel pro <<>> aufgewiesen. Über Reaktor 2 sei ein Tausendstel Becquerel radioaktives Cäsium pro <<>> Luft gemessen worden.

    1 Kubikmeter = 1000000 Kubikzentimeter. (100³ m³)

    Ein Zehntausendstel Becquerel pro Kubikzentimeter = 100 Becquerel pro Kubikmeter.
    Also über Reaktor 1 eine größere Belastung als über Reaktor 2 (beim Überfliegen des Artikels bekommt man sonst das Gegenteilige Gefühl.)

    Ein schöner Artikel – aber bitte auf einheitliche Größenordnungen achten, damit wir Leser die Werte auch ohne Taschenrechner innerhalb des Artikels miteinander Vergleichen können.

    Viele Grüße,
    Tom

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