Start Aktuelles Japan aktuell: AKW-Kontrollen vor Neustarts verzögern sich

Japan aktuell: AKW-Kontrollen vor Neustarts verzögern sich

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AKW Kashiwazaki-Kariwa (Foto: TEPCO)
Das AKW Kashiwazaki-Kariwa (Foto: TEPCO)
AKW Kashiwazaki-Kariwa (Foto: TEPCO)
Kernkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa (Foto: TEPCO)

Die heutigen Meldungen stehen noch unter dem Einfluss des neuen Jahres und befassen sich unter anderem mit den Folgen der Tohoku-Naturkatastrophen auf die Gewässer des Landes.

Auch wenn es um das Katastrophen-AKW Fukushima heute weiterhin verdächtig ruhig ist, bleiben die Auswirkungen weiterhin deutlich nachvollziehbar.

Wenn etwa die Kontrollen von Neustarts aus bestimmten Gründen verschoben werden zeigt dies, welche Aufmerksamkeit der Atomenergie seit der Nuklearkatastrophe von Fukushima aktuell immer noch geschenkt wird. Weitere Meldungen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 3. Januar 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • AKW-Begutachtungen nicht vor Juli 2013
  • Taucher helfen ehrenamtlich bei Trümmerbergung
  • Todesfälle nach Neujahrsbrauch
  • Vermutlicher Yasukuni-Brandstifter wird nicht ausgeliefert

AKW-Begutachtungen nicht vor Juli 2013: Der Leiter der Atomaufsichtsbehörde NRA erklärte, vor einer Fertigstellung der neuen Sicherheitsstandards die für Juli anberaumt ist, werde es keine Prüfungen von Reaktoren auf die Erfüllung von Sicherheitsstandards, die Vorbedingung für mögliche Neustarts sind, geben.

Derartige Untersuchungen könnten nicht zur Beurteilung der Sicherheit dienen, so lange die neuen Regelungen nicht gesetzlich festgelegt und damit verpflichtend für die Betreiber werden.

Bislang sind von den 50 Reaktoren des Landes lediglich zwei am AKW Oi im Betrieb, die unter öffentlichem Protest wieder ans Netz gegangen waren. NRA-Chef Tanaka machte die entsprechendenden Aussage gegenüber der NHK.

Taucher helfen ehrenamtlich bei Trümmerbergung: Das Hilfsbereitschaft auch Vorurteile überwindet, zeigt die Kooperation von Tauchern und örtlichen Fischern in Ofunato (Präf. Iwate). Waren Taucher bislang als Konkurrenz zu Fischern gesehen worden, so hat sich dort eine freundschaftliche Kooperation entwickelt.

Sanriku-küstenregion bei Kesennuma, Präf. Miyagi (Foto: pd)
Sanriku-Küstenregion bei Kesennuma, Präf. Miyagi (Foto: pd)

Die Frage eines Fischers im April 2011, ob die Lachse angesichts der vielen Trümmer in Meeren und Flüssen ihre Wanderungen die Flüsse hinauf schaffen würde, war für den 38 Jahre alten Tauchlehrer Hiroshi Sato ein ausreichender Grund, sich als Taucher für die Räumung der Trümmer zu engagieren,  auch wenn er allein nur wenig ausrichten könnte.

Mittlerweile beteiligen sich an seiner Gruppe, den „Freiwilligen Sanriku-Tauchern“ auch Helfer aus anderen Nationen, wie etwa Thailand und den Malediven. Ihre Bemühungen, die zahlreichen Katastrophentrümmer zu bergen, überzeugte schließlich auch die Fischer der Küstenregion, so dass sie die Arbeit der „Unterwässer-Räumungsteams“ unterstützen.

Wie die Asahi Shimbun meldet, scheint es manchmal eine Sisyphusarbeit zu sein, spült heftiger Wellengang doch immer wieder Trümmer, Öl und Schlamm in zuvor bereits gereinigte Bereiche. Dennoch hält dies die Taucher nicht davon ab, nach kurzem Aufwärmen, weiter an 40 Häfen und Buchten zu tauchen – und der Erfolg gibt ihnen Recht.

An einigen Stellen haben sich Fischbestand und die Population weiterer Meereslebewesen normalisiert, so dass sie stellenweise wieder den gleichen Stand, wie vor den Tohoku-Katastrophen aufweisen.


Todesfälle nach Neujahrsbrauch:
Nicht nur, dass Japan gemeinsam mit seinem Nachbarn Südkorea einen Rekord von 33.388 Neujahrstweets beim Mikroblogging-Dienst Twitter erreichte und nach den Feiertagen eine Reiseschwemme an Rückkehrern einsetzte – ein traditioneller Neujahrsbrauch brachte auch Todesfälle mit sich.

Kagami-Mochi: Oshogatsu-Dekoration (Foto: jam343 cc-by)
Kagami-Mochi: Traditionelle Neujahrsdekoration in Japan (Foto: jam343 cc-by)

Einem 68 und einem 83 Jahre alten Mann wurde die Tradition, zu Neujahr Klebreiskuchen (Mochi) zu essen, zum Verhängnis. Sie erstickten an dem klebrigen Nahrungsmittel. 15 weitere Personen wurden in Kliniken eingeliefert.

Obwohl die Feuerwehr dazu rät, die Kuchen mundgerecht zu zerkleinern und insbesondere bei älteren Menschen und Kindern eine Aufsichtsperson dabei zu haben, kommt es jedes Jahr zu diesen tragischen Neujahrsunfällen.

Über die aktuellen Neujahrsgeschehnisse berichteten etwa Kyodo, NHK und Asahi Shimbun.

Die Bedeutung der Reiskuchen für das neue Jahr spiegelt sich auch in der Neujahrsdekoration des Kagami-Mochi, bei der es sich im Wesentlichen um zwei Mochi und eine Bitterorange, sowie zusätzlichen traditionellen Elementen handelt.

Vermutlicher Yasukuni-Brandstifter wird nicht ausgeliefert: Ein südkoreanisches Gericht entschied am heutigen Donnerstag, dem Auslieferungsantrag Japans nach einem möglichen Brandstifter  nicht zu entsprechen.

Dem chinesischen Staatsbürger Liu Qiang wird vorgeworfen,  im Dezember 2011 einen Brandanschlag auf den Yasukuni-Schrein in Tokyo verübt zu haben (Spreadnews berichtete).

In seiner Urteilsbegründung erklärte Richter Hwang Han Sik, eine Auslieferung an Japan würde den unversellen Wert der meisten zivilisierten Länder verletzen. Japans Regierung legte über seine Botschaft in Seoul Protest ein.

Der Schrein selbst ist umstritten, da dort die Seelen der Kriegstoten in Form von Shinto-Gottheiten (Kami) verehrt werden – darunter auch Militärs des Zweiten Weltkriegs, die von den amerikanischen Besatzern als Kriegsverbrecher hingerichtet worden waren.

Selbst private Besuche von Politikern am Schrein führen regelmäßig zu Protesten in Nachbarstaaten, die während des Zweiten Weltkriegs unter der Expansionspolitik des japanischen Kaiserreichs bis 1945 unter Repressionen zu leiden hatten.

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