Start Aktuelles Japan aktuell: AKW Oi nach technischem Problem vom Netz genommen

Japan aktuell: AKW Oi nach technischem Problem vom Netz genommen

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Der Betreiber des havarierten Atomkraftwerks Fukushima Daiichi erklärte einer Meldung der NHK zufolge, die Lage in den Reaktoren eins bis drei sei stabilisiert. Das aber die Krise trotz aller technischen Möglichkeiten noch längst nicht vorüber ist und es auch an anderen Atomkraftwerken in Japan  neben Fukushima aktuell Probleme gibt, zeigen die weiteren Meldungen im Spreadnews Japan-Ticker vom 16. Juli 2011

AKW Oi fährt nach Zwischenfall Reaktor herunter:  Der Kraftwerksbetreiber Kansai Electric erklärte, man habe einen Reaktor des AKW Oi in der Präfektur Fukui heruntergefahren, nachdem es dort technische Probleme am Notfallkühlsystem gegeben hatte.Es habe einen Druckverlust in einem Behälter gegeben aus dem im Notfall Borsäure eingespeist wird.

Ein erster Bericht der NHK hatte lediglich von „Wasser“ gesprochen, die Kansai Electric sprach dagegen auch auf ihrer Webseite von Borsäure. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben nun den Reaktor zu Inspektionszwecken manuell heruntergefahren, obwohl sich der Druck innerhalb einer Stunde wieder normalisiert habe.

Gefahr für die Umwelt bestehe nicht, da keine Substanzen freigesetzt worden seien, ein Datum für den Neustart nannte der Betreiber ebenfalls nicht.

Entfernung von Brennelementen soll  Priorität haben: Die Nachrichtenagentur Kyodo berichtet, beim späteren Vorgehen am AKW Fukushima Daiichi werde man besonderes Gewicht auf die Bergung der Brennelemente aus den Reaktoren 1 und 3 legen, und beruft sich dabei auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen. Die öffentliche Bekanntgabe des neuen krisenfahrplans wird für den Dienstag, nach Abschluss der Stickstoffeinspeisungen erwartet.

Stickstoffeinleitung in Fukushima durch Leck behindert: Die Einspeisung von Stickstoff in den Reaktor 3 soll die Bildung von Wasserstoff und das damit verbundene Risiko einer Explosion verringern. Doch der Luftdruck habe sich trotz des Einleitens von 200 Kubikmetern Stickstoff nicht merklich verändert, meldet die NHK. Als Ursache vermutet der Kraftwerksbetreiber TEPCO ein Leck, möglicherweise durch einen Schaden am Druckbehälter.

Reisstroh aus Präfektur Miyagi mit Cäsium belastet: Nachdem radioaktiv belastetes Reisstroh aus Kanagawa (Präf. Fukushima) als Quelle für die Radioaktivität des im ganzen Land verkauften Fleisches ausgemacht worden war, sind nun auch bei drei Betrieben in den Städten Kurihara und Tome (Präf. Miyagi) die zulässigen Höchstwerte überschritten worden, so eine Meldung der Nachrichtenagentur Jiji.

Die belastung habe zwischen 1632 und 3647 Bequerel pro Kilogramm Reisstroh betragen. Die Grenze für dieses Futtermittel von 300 Bq/kg ist damit drastisch überschritten worden. Insgesamt wurden 915 Betriebe die ihr Vieh seit dem Atomunglück mit Reisstroh gefüttert worden waren angewiesen, ihre Tiere nicht zu verkaufen.

Kyushu Electric Affäre: 141 Arbeiter als Mail-Versender: Die Ergebnisse der Untersuchung zum Manipulation von E-Mails zur Unterstützung des Neustarts von Reaktoren durch Mitarbeiter des Stromanbieters Kyushu Electric liegen nun vor. Einem Bericht der Asahi Shimbun zufolge haben  141 der 2900 Angestellten tatsächlich E-Mails versandt, die bei einer TV-Sendung eine breitere Beliebtheit der Wiederaufnahme der fraglichen Generatoren hätten vortäuschen sollen.

TEPCO zahlt vorerst keine Entschädigungen an Krankenhäuser und Heime: Der Energiekonzern wird vorerst weder Krankenhäusern noch Pflegeheimen und Kindergärten die angekündigten provisorischen Vorauszahlungen der Entschädigungssumme zukommen lassen, da es sich dem Gesetz nach nicht um klein- oder mittelständische Unternehmen handelt, berichten die Nachrichtenagentur Jiji sowie die Mainichi Shimbun. Unternehmen sind als kommerzielle Anbieter berechtig Teile der Summe von 2,5 Millionen Yen zu erhalten.

Stresstests an Reaktoren – Erste Stufe läuft an: Die Regierung teilte mit, die erste Stufe der Stresstests, in der nur Kernkraftwerke untersucht werden, die  gegenwärtig wegen routinemäßiger Wartungsarbeiten heruntergefahren sind.

Nach der Erfassung der Informationen über die Systeme innerhalb eines Kraftwerks werden diese Mithilfe einer Computersimulation auf ihre Widerstandsfähigkeit gegen mehrere mögliche Szenarien hin untersucht. Zu den Störfällen die in den Tests enthalten sind zählen etwa Erdbeben, Tsunami, vollständiger Stromausfall und das Versagen der Wärmeableitung eines Reaktors ins Meer.

Ziel ist die Bestimmung der Ausfallwahrscheinlichkeit des Gesamtsystems. Wann die Tests beendet sind und die als sicher beurteilten Reaktoren wieder hochgefahren werden um ans Netz zu gehen, ist bislang noch unklar. Das berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo.

Erdbeben in der Region um Tokyo: Ein Erdbeben der Stärke 5,5 erschütterte am Freitagabend die Kanto-Region in Japan. Betroffen waren etwa die Präfekturen Tochigi, Saitama und Ibaraki. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht ausgesprochen. Sowohl in Japans Hauptstadt Tokyo als auch im AKW Fukushima Daiichi waren die Erschütterungen zu spüren, jedoch keine weiteren Schäden am Kernkraftwerk entstanden. Das Epizentrum habe sich nordöstlich von Tokyo befunden.

Erstmals Gewächshaus-Produkte von Radioaktivität betroffen:Nachdem wir bereits

Pilze: Shiitake
Trotz Gewächshauszüchtung radioaktiv belastet: Shiitake Foto: frankenstoen (cc-by)

am 10. April über Pilze berichtet hatten, die im Freien angebaut und aufgrund zu hoher Strahlenwerte nicht mehr verzehrt werden durften und einigen Betrieben der Verkauf verboten worden war, nun eine weitere Hiobsbotschaft

Wie die NHK berichtet sind nun erstmals in Gewächshäusern gezüchtete Produkte so stark belastet, dass sie den zulässigen Höchstwert überschritten. Es handelt sich im Shiitake aus den Städten Date und Motomiya, etwa 60km vom AKW Fukushima Daiichi entfernt.

Die Pilze aus Date wiesen werte von 1770 Becquerel pro Kilogramm Shiitake und in Zuchtpilzen aus Motomiya wurden 560 Bq/kg  entdeckt. In beiden Fällen wird der zulässige Grenzwert von 500 Bq/kg überschritten und die Zuchtbetriebe zum Rückruf ihrer Ware, sowie einem Verkaufsstopp aufgefordert.

5 KOMMENTARE

  1. Wieviele der japanischen kernkraftwerke sind denn noch so alles kaputt? Von Fukushima hört man nichts mehr, obwohl es da munter weitergeht. Mit Todschweigen funktioniert das nicht mehr.

    • gebe ich ihnen vollkommen recht ………die schweinerei ist nur ,das die Regierung ihre eigenen bürger …..überhaupt nicht infomiert

      • Das sehe ich genauso. Nur bezweifle ich, dass es in Deutschland (oder in jeder anderen Atomnation) anders laufen würde. Andere Länder, gleiche Sitten 🙁

  2. Davon hört man auch kaum etwas:

    1987: In Biblis A kommt es zur Beinahe-Katastrophe. Beim Anfahren des Reaktors klemmt ein Ventil im Primärkreislauf. 107 Liter radioaktives Kühlwasser treten aus. Der Fehler wird erst nach 15 Stunden bemerkt. Die Reaktorcrew reagiert zunächst falsch und öffnet ein zweites Ventil, anstatt den Reaktor abzuschalten. Der Vorfall gilt als einer der bisher gefährlichsten in Deutschland, weil das Auslaufen von Kühlwasser zur Kernschmelze führen kann.

  3. warum in Deutschland das Geschäft mit der Atomkraft in Privathand betrieben wird ist nicht nachvollziehbar. Gelddrucken was das Zeug hält auf Kosten der nachfolgenden Generatationen. Was wirklich an Störfällen bieher vorgefallen ist wird vertuscht (Nachtschicht versehentlich Reaktor fast trockenlaufenlassen usw…)

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