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Japan aktuell: AKW Shika möglicherweise an gefährlichem Standort

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Trefoil: Radioaktivitäts-Warnsymbol
AKW Fukushima: Strahlung an Anlagengrenze übersteigt zulässigen Wert (Grafik: pd)
Trefoil: Radioaktivitäts-Warnsymbol
AKW-Standort potentiell unsicher

Die Betreiberfirma TEPCO weiss vom AKW Fukushima aktuell nichts zu berichten und dennoch nähert sich mit dem kommenden Samstag ein historischer Tag für Japans Atomkraftwerke, ist es doch erst das zweite Mal seit Beginn der kommerziellen Atomkraftnutzung 1966, das landesweit kein Reaktor aktiv ist.

Um so aktiver sind die Menschen derzeit in der Reiseschwemme der goldenen Woche und so bleibt auch manche Verkehrsbehinderung nicht aus.

 

Eine Aktivität ganz anderer Art könnte dagegen die Sicherheit eines japanischen Atomkraftwerks gefährden, könnte sich doch der Standort als unsicherer erweisen, als zunächst gedacht.

Mehr Informationen und dabei ganz abseits der Fukushima News gibt es auch heute – im Spreadnews Japan-Ticker vom 3. Mai 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • Verwerfung nahe AKW Shiga vermutlich aktiv
  • Bürgermeister von Tomari für AKW-Neustart
  • US-Unternehmen spendet Appartements für Senioren

Verwerfung nahe AKW Shika vermutlich aktiv: Wie eine Untersuchung einer geologischen Verwerfung, die sich neun Kilometer nördlich des Atomkraftwerks Shika (Präf. Ishikawa) befindet, nahe legt, könnte diese aktiv sein und damit eine mögliche Gefährdung für die Anlage darstellen, so dass die Betreiberfirma Hokuriku Electric die Vorgaben für Erdbebensicherheit noch einmal kontrollieren und gegebenenfalls überarbeiten müsste.

Die Untersuchung von Mitsuhisa Watanabe, Professor der Toyo Universität und Yasuhiro Suzuki, Professor an der Universität Nagoya zeigt, dass sich die Verwerfung in den letzten 120.000 bis 130.000 Jahren bewegt hatte. Bei diesem scheinbar langen Zeitraum handelt es sich jedoch um den Zeitrahmen, den die japanische Regierung den Betreibern von Kernkraftwerken als Anweisung zu weiteren Beobachtungen durch das Unternehmen setzt.

Bei einer Bewegung der Verwerfung könnte es zu einem stärkeren Erdbeben kommen, als bislang angenommen, das die bisherigen Schutzmaßnahmen übertrifft – eine Entdeckung die in Folge des großen Tohoku-Erdbebens, dass die Fukushima-Nuklearkatastrophe ausgelöst hatte, für die Wissenschaft relevant wurde. Aus diesem Grunde müsse auch diese Verwerfung nun besonders beobachtet werden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo.

Bürgermeister von Tomari für AKW-Neustart: Wie Hiroomi Makino, Bürgermeister von Tomari (Präf. Hokkaido) in einem Interview erklärte, sehe er kein Problem im Neustart des gleichnamigen Kraftwerks, sofern entsprechende Sicherheitsmaßnahmen getroffen seien, berichtete die jiji am gestrigen Mittwoch.

Bereits vor seiner Wiederwahl im Februar 2012, die er ohne Gegenkandidaten gewann, hatte er deutlich gemacht, dass er Atomenergie befürworte. Von dem Betrieb des Kernkraftwerks hinge ein großer Teil der Wirtschaft vor Ort ab, ein längerfristiger Halt würde zu ökonomischen Schäden und Problemen wie Arbeitslosigkeit führen.

Jetzt fordert er von der Regierung die Ausarbeitung strengerer Sicherheitsrichtlinien, in denen Lektionen aus der Fukushima-Katastrophe berücksichtigt werden müssten – so etwa das Szenario eines vollständigen Stromausfalls der  Anlage. Ein Neustart sei jedoch bereits auch jetzt schon möglich, wenn die Regierung die Reaktoren als sicher erachte.

US-Unternehmen spendet Wohnungen für Senioren: Am gestrigen Mittwoch stiftete das  US-Unternehmen Dow Chemical, der japanischen Stadt Soma, in der sie ein Werk betreibt, ein neu erbautes Wohngebäude. Die insgesamt 12 Wohnheinheiten sollen den älteren Überlebenden der Naturkatastrophen vom März 2011 dienen.

Jede der Wohneinheiten ist barrierefrei gestaltet, so dass auch Personen die auf einen Rollstuhl oder eine Gehhilfe angewiesen sind, diese benutzen können und besteht aus zwei Schlafzimmern, sowie einer Küche. Auch kostenlose Waschmaschinen und Wäschetrockner stehen den Bewohnern zur gemeinsamen Verfügung. Nach Aussage von Diego Donoso,  Präsident von Dow Chemical Japan hoffe man, dass sich die Senioren in ihrem neuen Zuhause wohlfühlen werden.

Hidekiyo Tachiya, Bürgermeister von Soma bedankte sich bei dem Unternehmen für die Spende und versprach, die Stadt werde Anstrengungen unternehmen um sicherzustellen, dass die Bewohner ausreichend Pflege erhielten. Eine örtliche Non-Profit Organisation erklärte bereits, man werde einen fahrbaren Mittagstisch anbieten und dabei nach den Bewohnern schauen. Das berichtet die NHK.

Der Hinweis des Bürgermeisters ist von besonderer Bedeutung, da es in der jüngeren Vergangenheit auch in Übergangshäusern zu so genannten „einsamen Toden“ gekommen war, bei denen die zumeist älteren Verstorbenen erst durch Auffälligkeiten, wie angesammelte Zeitungen vor der Tür entdeckt worden waren.

1 KOMMENTAR

  1. TEPCO weiss nichts zu berichten? Ich staune… Ich könnte mir eher vorstellen, sie wollen nichts berichten, wäre ja auch nix neues.

    Ich sitze hier manchen Tag kopfschüttelnd und danke Euch mal wieder, daß Ihr immer noch berichtet und so Fukushima nicht in Vergessenheit gerät wie in den meisten anderen Medien!

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