Start Aktuelles Japan aktuell: AKW-Überwachungssystem streikte wegen Wartungsmängeln

Japan aktuell: AKW-Überwachungssystem streikte wegen Wartungsmängeln

1295
0
TEILEN
Niederdruckturbinen-Inspektion in Reaktor 4 am 02.12.2011 (Foto: TEPCO)
Fukushima: Inspektion der Niederdruckturbine von Reaktor 4 am 02, Dezember 2011 (Foto: TEPCO)
Niederdruckturbinen-Inspektion in Reaktor 4 am 02.12.2011 (Foto: TEPCO)
Fukushima: Inspektion der Niederdruckturbine von Reaktor 4 am 02, Dezember 2011 (Foto: TEPCO)

Nachdem im Dezember eine weitere Wasserlache entdeckt worden war, begann TEPCO gestern mit einer großflächigen Überprüfung des Geländes und erneut soll ein Arbeiter fündig geworden sein, diesmal jedoch in einem Kabelschacht.

Doch ungeachtet der vom Unternehmen selbst als relativ hoch bezeichneten Menge an radioaktivem Material, versorgt man die Presse zunächst mit Fotos der Überprüfung der Hauptturbine in Reaktor 4, die zwischen dem 7. Novemer 2011 und dem 11. Januar 2012 durchgeführt wurde, anstatt aus Fukushima aktuelle Aufnahmen der fraglichen Stelle zu liefern. Sonstige Fukushima News und weitere Neuigkeiten jetzt im Spreadnews Japan-Ticker- vom 12. Januar 2012.

Japans Reaktorüberwachungssystem litt an mangelnder Wartung: Ende vergangenen Monats fiel das “Emergency Response Support System” (ERSS) genannte Computersystems zur landesweiten Echtzeit-Überwachung von Reaktoren insgesamt 26 Stunden lang aus. Als Ursache vermutete man einen Softwarefehler (Spreadnews berichtete am 1. Januar 2012).  Das mit der japanischen Atomsicherheitsbehörde NISA zusammenarbeitende Unternehmen legte nun die Ergebnisse einer Untersuchung zu den Hintergründen des Zwischenfalls vor.

Demnach ist die Ursache für das Versagen der datenverarbeitenden Funktionen die mangelhafte Wartung des Systems, so eine Meldung der NHK. Als Gegenmaßnahmen kündigte das Unternehmen an, zweimal im Jahr die Server-Software zu rebooten und ein automatisches Alarmsystem zu integrieren.

Tenno verfasst traditionelles Neujahrsgedicht: Der Tenno, sowie weitere Mitglieder der kaiserlichen Familie haben traditionsgemäß Gedichte zum neuen Jahr verfasst. Das Versmaß der „Waka“ genannten Gedichte, die im 6. Jahrhundert von der höfischen Aristokratie in Japan geschaffen wurden,  besteht aus 31 Silben im Muster von 5-7-5-7-7

Das diesjährige Thema für die Gedichte war das Stichwort „Küste“ und der Tenno brachte in seinem Werk die Gedanken zum Ausdruck, die er bei einem Helikopterflug über die vom Tsunami verwüsteten Gebiete hatte (In der deutschen Fassung geht das Versmaß verloren):

Wie war es wohl,
als der Tsunami die Küste traf
Ich blickte verwundert hinab
denn unter mir
breitete sich das blaue Meer aus
Ruhig und absolut still.

Flüchtlingsbilanz nach 10 Monaten Krise: Während der wegen versuchten Mordes verurteilte Chinese Li Guolin als Mitglied eines Diebesrings gestern aus eigenem Willen aus einem Gefängnis in Hiroshima entkam, sind die 43.000 früherer Einwohner der Region Tohoku, die zwischen März und November 2011 ihre Städte und Orte verlassen mussten, nicht freiwillig geflohen. Allein aus der Präfektur Fukushima stammen 31.400 der Flüchtlinge. Weitere 4.000 Personen flohen in diesem Zeitraum aus der Präfektur Iwate und 8,200 aus der Präfektur Iwate.

Wie die Yomiuri Shimbun berichtet, erreichten auch zehn Monate nach dem Unglück bislang noch nicht alle Spenden die Empfänger. Ende 2011 waren von den etwa 351,4 Milliarden Yen Spendengeldern für die Präfekturen Fukushima, Iwate und Miyagi bislang 301,17 Milliarden Yen an die Überlebenden ausgezahlt worden, was 86 Prozent der Gelder entspricht.

Dennoch sind damit etwa 50,23 Milliarden Yen immer noch nicht bei den überlebenden Opfern von Erdbeben und Tsunami angekommen. Dies sei am Dienstag bekannt geworden, so die Zeitung. Am geringsten war der Spendenfluss in der Stadt Date (Präf. Fukushima), wo lediglich 22 Prozent der Spenden ausgezahlt wurden, da Teile der Stadt zusätzlich als Bereiche mit Evakuierungsempfehlung ausgewiesen worden waren.

Sea Shepherd greift Walfänger und Begleitschiff an: Obwohl sich noch drei Aktivisten der mit ihnen sympathisierenden Organisation Forest Rescue an Bord befinden, haben die militanten Umweltschützer von Sea Shepherd  am Mittwoch erneut versucht, die Fahrt des japanischen Schiffs Daini Shonan Maru, dass als Patroullienboot die übrige Walfangflotte begleitet, durch Taue und Drähte zu behindern. Diese Aktion dauerte nach Angabe der japanischen Fischereibehörde etwa eine Stunde, bis die japanische Küstenwache an Bord Warnungen ausgesprochen, und nach Meldung der NHK auch  hurled (etwas schleudern/werfen) non-lethal warning shells.

Am selben Tag hätten die Aktivisten zudem Flaschen mit Buttersäure auf den Walfänger Daini Yushin Maru geworfen. Auch diese Aktion habe etwa eine Stunde gedauert und auch in diesem Fall sei niemand verletzt worden, noch habe es Schäden am Schiff gegeben, führt die Fischereibehörde weiter aus. Buttersäure (Butansäure) hat einen unangenehmen Geruch und die Dämpfe der farblosen Flüssigkeit reizen Augen und Atemwege. Entsprechende Meldungen finden sich bei der NHK und der Nachrichtenagentur jiji.

Weibliches Mitglied der Giftgas-Sekte spricht über Flucht: Nach ihrer fast 17 Jahre dauernden Flucht mit Makoto Hirata, dem früheren Leibwächter des Oberhaupts der Sekte Omu Shinrikyo, berichtet die einstige Krankenschwester des Kults, Akemi Saito, nun über Konzept und Ablauf der gemeinsamen Flucht.

Fahndungsplakat nach Mitgliedern der Aum-Sekte in Tokyo Shinjuku (Foto: KJ)
Fahndungsplakat nach Mitgliedern der Omu Shinrikyo, das Foto von Hirata ist seit der Festnahme überklebt. (Foto: KJ)

Demnach hätten die beiden früheren Sektenmitglieder als ihnen die Polizei 1996 in Sendai auf die Spur gekommen war dazu entschieden, in der Anonymität der Millionenstädte unterzutauchen. Im selben Jahr war Saito zwar in Tokyo entdeckt und von der Polizei beschattet worden –  die Beamten verloren sie dann jedoch am Bahnhof Shinjuku aus den Augen. Da Saito am Folgetag ihre Arbeitsstelle in einem Lokal kündigte und schnell mehrere Habseligkeiten in ihrer Angestelltenwohnung zurückliess, geht die Polizei davon aus, dass sie die Beschattung bemerkt haben musste.

Das Appartement in Higashi-Osaka wo beide lebten, bevor sie sich nacheinander der Polizei stellten, war von der Osteopathieklinik bei der Akemi Saito unter falschem Namen gearbeitet hatte, angemietet worden. Mehrmalige Wohnortwechsel waren erfolgt, sobald die Flüchtigen das Gefühl hatten, Nachbarn könnten Verdacht geschöpft haben.

Sowohl Hirata als auch Saito wurden wegen verschiedener Verbrechen, die sie während ihrer Zeit als Mitglieder der Glaubensgemeinschaft verübt haben sollen, landesweit gesucht. Weitere Mitglieder des Kults sind nach wie vor auf der Flucht.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here