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Japan aktuell: Alarm an Anlage für Spezialbehälter am AKW Fukushima

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Offizielles Standardfoto des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
Arbeiten an Kühlsystem des AKW Fukushima Daiichi (Symbolfoto: TEPCO)
Offizielles Standardfoto des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Alarm an Spezialbehälter-Anlage. (Foto: TEPCO)

Nach dem gestrigen Tag der Arbeit folgen heute die Berichte zu jenen Ereignissen, die sich am Kernkraftwerk Fukushima aktuell ereignet hatten.

In der Tat kam es dort wieder zu einer Störung und es werden nun weitere Untersuchungen erfolgen, um die verbliebenen Unklarheiten der Katastrophe zu ermitteln

Einzelheiten zu den Fukushima News sowie Meldungen zu Geschehnissen abseits der Anlage von Fukushima heute wie üblich im Spreadnews Japan-Ticker vom 2. Mai 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Alarm an Anlage fǘr Spezialbehälter am AKW Fukushima
  • NRA-Ausschuss geht ungeklärten Fukushima-Fragen nach
  • Todesfall nach Evakuierung als Katastrophenfolge anerkannt
  • Strahlungsschutz-Fahrzeuge bei Tokyoter Polizei eingeführt

Alarm an Anlage für Spezialbehälter am AKW Fukushima: Am gestrigen Mittwoch ertönte im Überwachungszentrums des erdbebensicheren Hauptgebäudes um 9:10 Uhr ein Alarm, der auf Abweichungen im Normalbetrieb des Lagers der Spezialbehälter für radioaktives Material – in Form eines Temperaturanstieg an der Oberfläche, sowie veränderten Druck zwischen den Deckeln – hinwies.

AKW Fukushima: Transport des Sicherheitsbehälters am 4. April 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Transport eines Sicherheitsbehälters am 4. April 2013 (Foto: TEPCO)

Um 11:06 Uhr konnte jedoch durch eine Untersuchung vor Ort keine Störung des Betriebs festgestellt werden.

Als Ursache für den Fehlalarm wird eine zeitweise Fehlfunktion des Alarmgebers innerhalb des Überwachungssystems vermutet. Nachdem die Kontrollsysteme aus dem Alarmzustand wieder in Normalbetrieb versetzt wurden, traten keine weiteren Warnungen auf.

Die langfristigen Pläne von TEPCO sehen einen Transport von Brennelementen aus dem separaten Abklingbecken von Fukushima vor, um dort Platz für Brennelemente aus dem Becken von Reaktor 4 zu schaffen. Die entfernten Brennelemente sollen dann in Spezialbehältern transportiert und in der Anlage gelagert werden.

Entspreche Arbeiten wurden bereits begonnen (Spreadnews berichtete am 4. April 2013) und derzeit befinden sich 193 Brennelemente dort in Sicherheitsbehältern.

NRA-Ausschuss geht ungeklärten Fukushima-Fragen nach: Ein Ausschuss von Japans Atomaufsichtsbehörde nahm gestern seine Arbeit auf. Ziel der Untersuchungen durch eine Reihe von Experten ist, Antworten auf die bislang im Zusammenhang mit der Fukushima-Katastrophe unbeantworteten Fragen zu finden.

Obwohl sowohl der Betreiber TEPCO, als auch von mehreren Stellen aus Regierung und Wirtschaft bereits ihre Berichte zur Katastrophe veröffentlicht haben, sind nicht alle Fragen in ausreichendem Maße beantwortet worden, so dass noch mehrere Umstände nachzuvollziehen sind.

Bei einem ersten Treffen verständigte man sich darauf, zunächst zu ermitteln, ob es unmittelbar nach dem Tohoku-Erdbeben zu Schäden an den Isolationskondensatoren von Fukushima-Reaktor 1, als der entscheidenden Kühlkomponente gekommen war und weshalb sich die Wasserstoffverpuffung an Reaktor 4 der Anlage ereignete.

Insbesondere der erste Punkt ist von Interesse, da kritische Erdbebenschäden an der Struktur, die beispielsweise zu den Lecks geführt haben könnten, die Sicherheit aller japanischen Kernkraftwerke in Frage stellen würde. Nicht von ungefähr nannte der damalige Untersuchungsausschuss der Regierung dieses Szenario „unwahrscheinlich“.

Dagegen hielt ein unabhängiger Ausschuss, der vom Parlament eingesetzt worden war, derartige Erdbebenfolgen durchaus für möglich – Mitglieder des parlamentarischen Ausschusses, die im Februar 2013 den Reaktor inspizieren wollten, waren jedoch durch Falschbehauptung über Lichtverhältnisse daran gehindert worden (Spreadnews berichtete).

Für beide Untersuchungspunkte – Schäden an der Kühlung aufgrund des Erdbebens und die Kausalitäten zur Wasserstoffverpuffungen – will man bis Ende des Jahres erste Ergebnisse vorweisen, die dann der Internationalen Atomaufsichtsbehörde IAEA vorgelegt werden sollen. Die IAEA plant einen eigenen Bericht für 2014. Über die neuen Untersuchungen berichteten etwa jiji, Asahi Shimbun und NHK.

Todesfall nach Evakuierung als Katastrophenfolge anerkannt: Wie die Präfekturleitung Chiba gestern mitteilte, wurde der Tod der 85 Jahre alten Hisako Sugaya, die acht Tage nach der Zerstörung ihres Hauses nach dem Tohoku-Erdbebens, an einem akuten Herzinfarkt gestorben war, als ein „Todesfall mit Bezug zur Erdbebenkatastrophe“ anerkannt.

jizo Statue (Foto: Chris Gladis cc-by-nd)
Statue des Jizo: Er begleitet nach Volksglauben die Seelen der Toten (Foto: Chris Gladis cc-by-nd)

Damit erfolgt die Anerkennung als Katastrophenopfer mehr als zwei Jahre nach ihrem Tod am 19. März 2011 im Haus ihrer Verwandten, nachdem sie zuvor über Krankheitsgefühle geklagt hatte. Das Haus der Verstorbenen war durch eine Erdverflüssigung in Folge des Erdbebens zerstört worden, was zur Evakuierung führte.

Als Begründung für den langen Zeitraum, der seit der im Juni 2011 beantragten Anerkennung vergangen war, wurde von der Verwaltung der Stadt Asahi (Präf. Chiba) die Sichtung ihrer Krankenakten und Nachforschungen über mögliche chronische Krankheiten genannt. Das berichtet die Mainichi Shimbun.

Die Stadt Asahi hat bislang 13 Todesfälle durch den Tsunami als „katastrophenbezogen“ bestätigt. Es ist jedoch nicht nur das erste Mal für die dortige Verwaltung, das ein Todesfall nach einer Evakuierung anerkannt wird – die Behörde für Wiederaufbau räumte ein, im ganzen Land habe es noch nie einen Fall gegen, in dem Schäden durch Erdverflüssigung mit einem „katastrophenbezogenen Tod“ in Verbindung gebracht wurden.

Strahlungsschutz-Fahrzeuge bei Tokyoter Polizei eingeführt: Seit den Terroranschlägen vom 11. März 2001 in den USA, hat die japanische Polizei an mehreren Kernkraftwerken des Landes Einheiten stationiert und diese Präsenz nach der Fukushima-Katastrophe noch verstärkt.

Nun hat die Nationale Polizeibehörde ein strahlungssicheres Polizeifahrzeug nach Fukushima entsandt und ein weiteres in Tokyo stationiert, das dort für landesweiten Einsatz bereit stehen. Auf diese Weise wolle man besser auf Terroranschläge und schwere Störfälle an Reaktoranlagen vorbereitet sein, berichtet die NHK.

Das Innere der Fahrzeuge, von denen jedes 10,5 Meter lang ist und 21 Tonnen wiegt, ist durch einen Mantel aus Blei an Außenhülle und Fenstern vor Radioaktivität abgeschirmt und verfügt über ein Druckluftsystem. Zusätzlich sind sie mit Geräten zur Strahlungsmessung ausgestattet. Die Einzelfahrzeuge haben jeweils einen Preis von mehr als 1,5 Millionen US-Dollar.

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