Start Aktuelles Japan aktuell: Arbeiten an Entlüftungsloch von Fukushima-Reaktor begonnen

Japan aktuell: Arbeiten an Entlüftungsloch von Fukushima-Reaktor begonnen

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Offizielles Standardfoto des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
Arbeiten an Kühlsystem des AKW Fukushima Daiichi (Symbolfoto: TEPCO)
Offizielles Standardfoto des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Arbeiten und Auswirkungen (Foto: TEPCO)

Mit dem nahenden Jahrestag findet das Thema Fukushima aktuell wieder in die Medien zurück. Mindestens ebenso interessant was an der Anlage geschah ist jedoch, wie sich die Katastrophe am Kernkraftwerk Fukushima heute auf das Leben der Menschen auswirkt.

Deshalb sind heute nicht nur Arbeiten am AKW von Interesse, sondern auch die Suche nach einer Lösung des Lagerungsproblems kontaminierter Abfälle, die gesellschaftlichen Probleme durch die Krise und die Sicherheit von Gebäuden. Neben den Fukushima News also erneut einige interessante Themen.

Hinweis: Welche Zustände in den Präfekturen zu Beginn der Krise herrschten und wie Retter vor Ort diese erlebten, wird Inhalt einer Artikelserie sein, in der ein Katastrophenhelfer sowohl von seinen Erfahrungen berichtet, als auch mit einigen Mythen zur Katastrophenhilfe aufräumen wird. Die Serie wird anlässlich des Jahrestags  am 11. März beginnen.

Einzelheiten jetzt wie üblich im Spreadnews Japan-Ticker vom 8. März 2013

Unsere Meldungen zum Wochenende:

  • Schließung von Entlüftungsloch an Fukushima-Reaktor begonnen
  • Kandidaten für Zwischenlager werden vorgeprüft
  • Erdbebenchecks für alte Gebäude geplant
  • Über 1100 Bankrottfälle und hohe Arbeitslosigkeit nach Tohoku-Katastrophen
  • Computer mit Daten des AKW Fugen gestohlen


Schließung von Entlüftungsloch an Fukushima-Reaktor begonnen:
Nachdem am 18. März 2011 an Fukushima-Reaktor 6 eine Öffnung in die Decke gebohrt worden war, um eine Wasserstoffexplosion zu verhindern, wurde schließlich der stabile Zustand des Cold Shutdown am Reaktor erreicht und die Situation unter Kontrolle gebracht.

Aus diesem Grund wurde heute mit den Arbeiten zur Schließung der Öffnung begonnen, um das Gebäude so luftdicht wie möglich zu halten, teilte der Kraftwerksbetreiber TEPCO am heutigen Freitag mit.

Kandidaten für Zwischenlager werden vorgeprüft: Umweltminister Nobuteru Ishihara teilte mit, sein Ministerium habe an Plätzen, die als künftige Standorte für Lager radioaktiv kontaminierten Erdreichs dienen könnten, mit ersten Voruntersuchungen begonnen.
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Nun plane man, die Verhandlungen mit den Besitzern von Landflächen, sowie den örtlichen Gemeinden in Kürze beenden zu können und mit umfangreicheren Untersuchungen, wie etwa Bohrmaßnahmen im Erdreich, zur Untersuchungen des Grundwassers und geologischer Gegebenheiten zu beginnen.

Die Untersuchungen wurden vergangene Woche an zwei Unternehmen ausgelagert, so dass nun potentielle Standorte in den Ortschaften Futaba, Okuma und Naraha auf ihre Tauglichkeit als künftiges Lager geprüft werden können. Die beiden Unternehmen wollen am 31. Mai 2013 ihre Untersuchungsberichte vorlegen, berichtet die jiji.

Einwohner der Orte stehen dem Bau der Anlagen weiterhin ablehnend gegenüber.

Erdbebenchecks für alte Gebäude geplant: Das Kabinett stimmte heute einem Gesetz zu, das vorsieht, große Gebäude, darunter Kaufhäuser, Schulen, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, die vor den verschärften Erdbebenstandards von 1981 gebaut wurden, bis 2015 auf ihre seismische Stabilität prüfen zu lassen.

Zerstörtes Gebäude nach den Tohoku-Katastrophen (Foto; Andreas Teichert/DTRG e.V.)
Gebäudeschäden nach den Tohoku-Katastrophen (Foto; Andreas Teichert/DTRG e.V.)

Das Gesetz sieht die Bekanntgabe der Ergebnisse anhand von Berichten der Immobilienbesitzer vor. Das Ministerium für Infrastruktur sieht sich jedoch bedenken gegenüber, eine Bekanntgabe vor der Durchführung von Nachbesserungen, könnte bei einigen Geschäftszweigen, etwa im Hotelgewerbe, zu Umsatzeinbußen führen.

Die Weigerung,  angeordnete Sicherheitsarbeiten nachzuholen, oder die Vorlegung gefälschter Berichte, kann nach Angaben der Kyodo mit Geldstrafen von bis zu einer Million Yen geahndet werden.

Über 1100 Bankrottfälle und hohe Arbeitslosigkeit nach Tohoku-Katastrophen: Das private Kreditforschungsinstitut Teikoku Databank kommt zu dem Schluss, dass in den vergangenen zwei Jahren seit den Tohoku-Katastrophen insgesamt 1.139 Unternehmen in Japan Konkurs anmelden mussten. Die Schulden belaufen sich auf 1.312,2 Milliarden Yen.

Sendai: Zerstörtes Fahrzeug (Copyright: Andreas Teichert, DTRG e.V.)
Sendai: Nicht nur Fahrzeuge wurden zerstört (Copyright: Andreas Teichert, DTRG e.V.)

Ursächlich waren die Zerstörungen von Unternehmensgebäuden und der Rückgang von Verkäufen nach den Katastrophen. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum nach dem Hanshin-Großbeben von 1995, liegt die Zahl der bankrottierenden Unternehmen um das 3,4-fache höher und auch die finanziellen Belastungen sind 14 mal höher als beim Hanshin-Erdbeben.

Die Region Tokyo weist mit 297 Fällen die höchste Rate an Konkurse auf. In den drei Katastrophenpräfekturen Miyagi (74 Fälle),  Fukushima (45 Fälle) und Iwate (21 Fälle) kam es insgesamt zu 140 Fällen, so die Zahlen des Unternehmens, die von der jiji vorgestellt wurden.

Auch die Arbeitslosigkeit ist in den Katastrophenpräfekturen ein besonderes Problem, wie aus einem Regierungsbericht hervorgeht. Von den offiziell 2.594.000 Arbeitskräften verloren 81.400 Personen aufgrund direkter Folgen der Katastrophen den Arbeitsplatz, heisst es etwa unter anderem von der Kyodo.

Grundlage des Berichts sind die Befragungen von etwa 60.000 Einwohnern über 15 Jahren. Aus ihm geht auch hervor, dass etwa 42,6 Prozent der Einwohner der drei am schwersten getroffenen Präfekturen arbeitslos sind, was mit Stand vom 1. Oktober 2012 insgesamt 33.600 Personen entspricht.

Die höchste Arbeitslosigkeit bestand demnach in der Präfektur Miyagi (39.100 Personen), gefolgt von der Präfektur Fukushima (28.500 Personen) und Iwate (13.700). Mittlerweile (Stand Oktober 2012) haben insgesamt 47.800 Personen wieder eine Beschäftigung gefunden.

Die Mehrzahl sind dabei jedoch unregelmäßig Beschäftige (26.900) während die Zahl der dauerhaft Beschäftigten geringer ist (18.700 Beschäftigte).

Computer mit Daten des AKW Fugen gestohlen: Wie die Japanische Atomenergiebehörde (JAEA) mitteilte, wurden zwei Computer aus einem Büro der Behörde im Tsuruga (Präf. Fukui) gestohlen. Die Geräte enthalten über den altersbedingten Verfall des Forschungsreaktors Fugen, der gegenwärtig in der Vorbereitung zur Stilllegung ist.

Allerdings sind die betreffenden Daten nicht für die JAEA verloren, da sich einer Meldung der Kyodo zufolge, identische Daten auch auf anderen Rechner befinden. Polizeiliche Ermittlungen wurden bereits eingeleitet.

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