Start Aktuelles Japan aktuell: Arbeiter am AKW Fukushima erlitt Herzstillstand

Japan aktuell: Arbeiter am AKW Fukushima erlitt Herzstillstand

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AKW Fukushima: Notfallraum am 6. September 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Arbeiter in Krankenhaus eingeliefert (Symbolfoto: TEPCO)
AKW Fukushima: Notfallraum am 6. September 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Notfallraum am 6. September 2011 (Foto: TEPCO)

Nachdem am Wochenende Berichte über einen Versuch den Walfang zu behindern und die Entdeckung eines vollgelaufenen Tunnels am AKW Fukushima aktuell waren, beginnt die neue Woche sowohl mit Informationen über die künftige Entwicklung der Präfektur Fukushima, als auch über andere aktuelle Geschehnisse. Somit also sowohl auch heute wieder Fukushima News und weitere Meldungen im Spreadnews Japan-Ticker vom 09. Januar 2012.

Fukushima-Arbeiter erlitt Herzstillstand: Wie der Betreiber des AKW Fukushima, der Energiekonzern TEPCO heute meldete, erlitt der Arbeiter eines Tochterunternehmens einen Herzstillstand und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Um 14:22 Ortszeit meldete der Angestellte, der mit Betonarbeiten bei der Lagerung radioaktiven Schlamms beschäftigt war, seine körperlichen Beschwerden und wurde in den Notfallraum gebracht, wo er medizinisch behandelt wurde. Aufgrund eines einsetzenden Herzstillstands wurde er von dort in das Iwaki Kyouritsu Krankenhaus gebracht. Es wurde kein radioaktives Material an seiner Kleidung festgestellt.

Premierminister Noda bittet um Erlaubnis für Zwischenlager: Bei seinem Treffen mit Yuhei Sato, Gouverneur der Präfektur Fukushima, bat Japans Premierminister Yoshihiko Noda um Genehmigung für ein Zwischenlager für radioaktiv belastete Abfälle, wie etwa kontaminiertes Erdreich auf dem Gelände der Präfektur.  Im Dezember 2011 hatte Umweltminister Goshi Hosono eine entsprechende Maßnahme vorgeschlagen. Die Anlage soll nach den Plänen der Regierung im Landkreis Futaba entstehen. Sato dagegen forderte die Stilllegung aller zehn Atomkraftwerke in seiner Präfektur, berichtet die Nachrichtenagentur jiji.

Hinderlich könnte zudem die Haltung von Präfekturgouverneur Yuhei Sato im Bezug auf die Verantwortung für den Wiederaufbau der Präfektur sein. Sato zeigte sich unzufrieden mit der Aussage des Premierministers im Dezember, dass die Reaktorkatastrophe unter Kontrolle sei. Davon könne erst die Rede sein, wenn es allen Flüchtlinge wieder möglich ist, zurückzukehren. Er verlangte, bis zu diesem Zeitpunkt müsse die Regierung in Tokyo die Verantwortung hierfür übernehmen.

Noda antwortete hierauf, man werde so schnell wie möglich beginnen wo es möglich sei und Infrastruktur aufbauen, die für das tägliche Leben der Menschen erforderlich sind und mit der Präfekturverwaltung und den Gemeinden zusammenarbeiten, berichtet die NHK. Beim Besuch eines Krankenhauses in Minamisoma während seines Aufenthalts in der Präfektur Fukushima am Sonntag, erklärte er gegenüber der Klinikleitung, für die Rückkehr und den Wiederaufbau sei ein funktionierendes Gesundheitssystem entscheidend.

Japan-Karte: Präfektur-Fukushima radioaktiv (Foto: pd)
Fukushima: Lange Zeit keine Rückkehr möglich (Foto: pd)

Neues Radioaktivitäts-Zonenmodell könnte Ortschaften entvölkern: Unter Bezug auf Regierungsquellen berichtet die Yomiuri Shimbun, auch mit dem neuen Zonenmodell wären immer noch 25.000 Personen von Einschränkungen betroffen, da ihre Häuser vermutlich in eine der Zonen fallen werden, für die eine mindestens fünf Jahre dauernde Sperre gilt, so dass in diesem Zeitraum niemand dort leben darf. Diese Zahl entspricht etwa 30 Prozent der Flüchtlinge aus dem jetzigen Sperrgebiet und  den Evakuierungsbreitschaftszonen.

Tatsächlich könnte dies praktisch das Aus für die Dörfer Futaba und Okuma bedeuten, da die meisten ihrer Wohngebiete in eine dieser Zonen liegen. Beide Ortschaften grenzen an das AKW-Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi. Dennoch ist besonders hier die Bereitschaft zur Rückkehr groß, denn eine Umfrage der Universität Fukushima zeigt, dass 60 Prozent der Bewohner zurückkehren wollen.

Tamotsu Baba, Bürgermeister von Namie, das in Nachbarschaft zu den beiden Orten liegt, antwortete auf die Anfrage der Regierung in Tokyo, die drei Orte und Katsurao zusammenzulegen mit dem Hinweis, dies bedürfe zunächst Gesprächen mit den Einwohnern, eine derartige Entscheidung könnte nicht von heute auf morgen gefällt werden.

Brandanschlag auf japanische Botschaft in Seoul: In Südkoreas Hauptstadt Seoul hat ein 37 Jahre alter Mann aus China vier Brandsätze auf die japanische Botschaft geschleudert. Zwei der Molotowcocktails erreichten den Balkon des Gebäudes –  es entstanden nach offiziellen Angaben jedoch weder Sach- noch Personenschäden. Nach seiner Verhaftung gab der Täter an, seine Großmutter sei während des zweiten Weltkriegs als so genannte „Trostfrau“ für die japanischen Streitkräfte zur Prostitution gezwungen worden. Die Weigerung von Japans Premierminister Yoshihiko Noda das Thema zu behandeln, habe ihn verärgert.

Die Polizei von Seoul erklärte, der Mann stamme aus Guangzhou in Südchina und sei am 26. Dezember mit einem Touristenvisum über Japan eingereist, meldet die Nachrichtenagentur jiji. Insgesamt soll er 11 der Brandsätze vorbereitet haben. Er selbst behauptet zudem, für den Brandanschlag auf den Yasukuni-Schrein in Tokyo, wo die Kriegstoten verehrt werden, verantwortlich zu sein (Spreadnews berichtete am 27.12.2011).

Sea Shepherd Aktivisten nach Enter-Aktion festgehalten: In der Nacht zum Sonntag  enterten drei Aktivisten der militanten Umweltschutzorganisation Sea Shepherd das japanische Walfangschiff Daini Shonan Maru (Shonan Maru 2), indem sie von kleinen Booten aus über die Reling kletterten und dabei Metallspitzen und Stacheldraht überwinden mussten.

Nachdem sie offenbar an Bord des Schiffs festgehalten werden, reagierten die Japaner nicht auf Funksprüche. Anders als von den Aktivisten vermutet, werden die Personen offenbar nicht zurück nach Australien gebracht, in dessen Hoheitsgewässern sich die Schiffe befanden, sondern vermutlich nach Japan gebracht, hiess es.

Nach Angaben der NHK vom gestrigen Sonntag, wurden die drei Männer von Beamten der japanischen Küstenwache befragt. Es soll sich um Mitglieder einer Gruppe die Sea Shepherd angeschlossen ist, oder nahe steht, handeln. Die Nachrichtenagentur jiji berichtete noch am selben Tag, sie gehörten der Organisation „Forest Rescue“ an.

Mittlerweile bestätigte Sea Shepherd, dass es sich bei den australischen Staatsbürgern Geoffrey Owen Tuxworth (47) aus Perth, Simon Peterffy (44) aus Bunbury und Glen Pendlebury (27) aus Fremantle um Aktivisten von „Forest Rescue“ handelt.

Über den Verbleib der Aktivisten heisst es, sie sollen sich weiterhin an Bord der Daini Shonan Maru aufhalten, die als Begleitschiff Sea Shepherd davon abhalten sollte, den Walfang zu behindern. Auch Forest Rescue veröffentlichte nun ein Schreiben, in dem sie sich zur Untersützung der militanten Umweltaktivisten bekennen.

Fahndungsplakat nach Mitgliedern der Aum-Sekte in Tokyo Shinjuku (Foto: KJ)
Fahndungsplakat nach Mitgliedern der Sekte Omu Shinrikyo an Polizeistation in Tokyo Shinjuku (Foto: KJ)

Ex-Mitglied hatte weiterhin Kontakt zur Giftgas-Sekte: Makoto Hirata, einst führendes Mitglied der Endzeit-Sekte Ōmu Shinrikyō, stellte sich zu Neujahr nach fast 17 Jahren Flucht der Polizei und behauptet sich von der Sekte und dessen Führer distanziert zu haben – nun gibt es Medienberichten zufolge Hinweise darauf,  dass der einstige Leibwächter des Gurus während seiner Flucht doch Unterstützung durch andere  Kultisten hatte.

Nachdem die nationale Polizeibehörde gestern weitere veröffentlicht hatte, steigt nun die Zahl der Augenzeugen, so ein Artikel der Mainichi Shimbun. Die Mehrzahl der über 60 Meldungen von Augenzeugen beziehen sich auf die Präfekturen Nara und Osaka. In Letzterer hatte er sich offenbar kurz bevor er sich stellte, aufgehalten, da er am 31. Dezemer 2011 von Überwachungskameras am Bahnhof Shin-Osaka erfasst worden und von dort aus zur Polizei nach Tokyo gefahren war.

Die Yomiuri Shimbun berichtet, es gäbe Hinweise, dass Hirata mit der Midosuji-U-Bahnlinie nach Shin-Osaka reiste. Interessant wird dies durch dem Umstand, dass die Polizei Informationen erhielt, dass sich ein Mann, bei dem es sich um Hirata handeln könnte, am Bahnhof Tennoji, der zur selben  U-Bahnlinie gehört, mit einer Person traf, die einen Bezug zur Sekte Omu Shinrikyo habe. Die Auswertung die Videoaufzeichnungen des Bahnhofs hätten dies bislang jedoch nicht bestätigt.

Ein Augenzeuge aus der Stadt Kashihara (Präf. Nara) behauptet, der gesuchte Kultist habe bis vor zwei Jahren beim Bau gearbeitet. Kashihara hat Anschluss zum Bahnhof Osaka-Abenobashi, der auf einer anderen U-Bahnlinie direkt auf den Bahnhof Tennoji folgt, wo sich das mysteriöse Treffen ereignet haben soll. Auch Hinweis von Japans nördlichster Hauptinsel Hokkaido, wo Makoto Hirata geboren wurde, gingen ein.

Weitere Anhänger der Sekte, wie Katsuya Takahashi (auf der Abb. links) und Naoko Kikuchi (Abb. rechts) sind weiterhin auf der Flucht vor den Behörden. Beide werden im Zusammenhang mit dem Nervengas-Angriff auf die U-Bahn von Tokyo 1995 gesucht.

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