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Japan aktuell: Atomkraftgegner in Tokyo treten in Hungerstreik

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Tokyo: Demonstration von Atomkraftgegnern am 11.06.2011 (Foto: KJ)
Atomkraftgegner-Demonstration im Jahr 2011 (Foto: KJ)
Tokyo: Demonstration von Atomkraftgegnern am 11.06.2011 Foto: KJ
Tokyo: Demonstration von Atomkraftgegnern am 11.06.2011 Foto: KJ

Auch wenn es von Japans größtem Sorgenkind, dem AKW Fukushima aktuell keine alarmierenden Meldungen zu geben scheint, so sorgt dessen Betreiber TEPCO dennoch für Material.

Nach den gestrigen Presseinformationen präsentiert das Unternehmen heute ein Foto des neuen Roboters, verbunden mit einem Diagramm, dass den geplanten Weg des Geräts durch das Gebäude des Fukushima-Reaktors 1 zeigt.

Doch neben diesen ersten Fukushima News, gibt es auch Meldungen die in direktem Zusammenhang zum genehmigten Neustart des AKW Oi stehen – in diesem Fall um den Protest von Atomkraftgegnern.

Details und Einzelheiten jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 17. April 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • Atomkraftgegner gehen in Hungerstreik
  • Akzeptanz für Katastrophentrümmer in drei Präfekturen und einer Stadt
  • Leichen in Übergangshaus entdeckt:

Atomkraftgegner gehen in Hungerstreik: Wie die NHK berichtet, sind am heutigen Dienstag etwa 30 Mitglieder einer Gruppe von Atomkraftgegnern in Tokyo vor dem Gebäude des Industrieministeriums in einen öffentlichen Hungerstreik getreten. Mit ihrer Aktion protestieren sie gegen den genehmigten Neustart des AKW Oi und erklärten gegenüber Reportern, sie könnten den Neustart nicht erlauben, solange die Krise am AKW Fukushima Daiichi nicht vorüber und die Ursachen für die Nuklearkatastrophe noch ungeklärt seien.

Etwa 100 Unterstützer der Gruppe versammelten sich, um den Forderungen der Aktivisten zuzuhören, die ihren Hungerstreik bis zum 5. Mai 2012 fortsetzen wollen, da an diesem Tag Japans letzter zur Zeit aktiver Reaktor wegen regulärer Inspektionen zeitweise heruntergefahren wird. Die Gruppierung hatte bereits seit September vergangenen Jahres in Zelten unweit des Ministeriums ausgeharrt und die Regierung zur vollständigen Stilllegung aller Atomkraftwerke aufgefordert.

Akzeptanz für Katastrophentrümmer in drei Präfekturen und einer Stadt:  Wie Goshi Hosono, Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie am heutigen Dienstag mitteilte, ziehen bislang drei Präfekturen, sowie eine Stadt in Japan in Betracht, bei der Entsorgung der Katastrophentrümmer des Tohoku-Erdbebens vom März vergangenen Jahres  zu helfen.

Vorausgegangen war eine landesweit ausgesprochene Bitte der Regierung, die Beseitigung der Abfälle, die nach offiziellen Angaben immer noch die Bemühungen zum Wideraufbau ausbremsen. Bislang zeigen 35 der insgesamt 47 Präfekturen des Landes sowie zehn Großstädte keine Bereitschaft zur Übernahme von Trümmern.

Bei den kooperativen Präfekturen handelt es sich um die zentraljapanischen Präfekturen Ishikawa, Toyama und Yamanashi, die erwägen, 107.000  bzw. 33.000 und 20.000 Tonnen zu übernehmen. Die Großstadt Kitakyushu (Präfektur Fukuoka) im Südwesten Japans zieht die Möglichkeit in Betracht 59.000 Tonnen an Trümmern zu entsorgen. Das meldet die Nachrichtenagentur jiji.

Auch wenn die Menge der Trümmer aus den Katastrophenpräfekturen Iwate und Miyagi, die von anderen Präfekturen übernommen werden, durch diese Kooperation auf 1,62 Millionen Tonnen steigt, so handelt es sich im Vergleich zu den offiziell genannten verbliebenen vier Millionen Tonnen immer noch um einen Tropfen auf dem heißen Stein.

Leichen in Übergangshaus entdeckt: Das Problem der „einsamen Tode“ bei der ältere, oder behinderte Menschen tot in ihren Wohnungen aufgefunden werden, ist bereits seit einiger Zeit in den japanischen Medien präsent. Bei der heutigen Meldung könnte es sich um einen weiteren derartigen Fall handeln, sie wäre somit nur eine von vielen.

Die Leichen eines Mannes und einer Frau wurden in einem der Übergangshäuser in Ishinomaki (Präf. Miyagi) entdeckt. Die Verstorbenen waren gestern gegen 15:55 Uhr von Beamten der Gemeindeverwaltung und der örtlichen Polizei aufgefunden worden, nachdem es einen entsprechenden Bericht gegeben hatte. Zur Zeit wird noch versucht, die Identität der beiden Personen zu ermitteln, berichtet die Mainichi Shimbun.

Nach Polizeiangaben handelt es sich um die Leichen eines etwa 50 Jahre alten Mannes von 1,75 Metern Größe und einer Frau um die 40 Jahre alt, etwa 1,55 Meter groß. Die Körper wiesen keine größeren äußeren Verletzungen auf. Der Komplex der Übergangshäuser, in dem 82 Haushalte untergebracht sind, liegt in einem gebirgigen Gebiet, etwa 10 Kilometer nordwestlich des Bahnhofs Ishinomaki der Japan Railways.

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