Start Aktuelles Japan aktuell: Aufnahmen des Trümmerteils in Fukushima-Reaktor 3 veröffentlicht

Japan aktuell: Aufnahmen des Trümmerteils in Fukushima-Reaktor 3 veröffentlicht

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Fukushima-Reaktor 3: Unteres Ende des herabgestürzten Kranteils am 13. Februar 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Unteres Ende des herabgestürzten Kranteils am 13. Februar 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Unteres Ende des herabgestürzten Kranteils am 13. Februar 2013  (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Unteres Ende des herabgestürzten Kranteils am 13. Februar 2013 (Foto: TEPCO)

Vom Betreiber des AKW Fukushima heute veröffentlichte Fotos erlauben tiefe Einblicke – zumindest in eines der Abklingbecken der Anlage.

Doch gibt es mit der Meldung von zwei weiteren Fällen von Schilddrüsenkrebs in der Präfektur Fukushima aktuell auch negative Nachrichten.

Neben diesen Fukushima News gibt es selbstverständlich auch weitere Neuigkeiten.

Somit erneut zahlreiche Meldungen im Spreadnews Japan-Ticker vom 13. Februar 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Unterwasseraufnahmen des Trümmerteils im Abklingbecken
  • Neues Tsunami-Warnsystem startet im März
  • Zwei Fälle von Schilddrüsenkrebs in Fukushima
  • Japan untersucht Legalität von Erstschlägen

Unterwasseraufnahmen des Trümmerteils im Abklingbecken: Bei Bergungsarbeiten von Stahltrümmern aus dem oberen Teil des Abklingbeckens von Reaktor 3 war durch die dabei entstehenden Vibrationen ein Teil des Hubgerüsts für die Brennstäbe in das Becken gestürzt (Spreadnews berichtete am 8. Februar 2013).

Fukushima-Reaktor 3: Oberes Ende des herabgestürzten Kranteils am 13. Februar 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Oberes Ende des herabgestürzten Kranteils am 13. Februar 2013 (Foto: TEPCO)

Bei dem Stahlelement handelt es sich um einen ausfahrbaren Träger bzw. Masten des Hubsystems, an dem das Greifelement auf und ab bewegt werden kann um die Brennelemente im Becken zu bewegen.

Das Objekt hat im ausgefahrenen Zustand eine Länge von 23 Metern (ansonsten fünf Metern) und wiegt etwa 1,5 Tonnen.

Heute wurden anhand einer Unterwasserkamera dort Aufnahmen aus dem Abklingbecken gemacht. Ziel der Aktion war es nach Angaben von TEPCO, die Position und mögliche Auswirkungen auf das Lagergestell, in dem die Brennelemente angeordnet sind, zu bestimmen.

Die Kamerabilder zeigen, dass sich der herabgestürzte Mast des Hubgerüsts in einer diagonalen Position quer über den Brennelementen befindet, jedoch keinen Kontakt zum darunter liegenden Gestell und den darin sortierten Brennelementen hat. Es wurden offenbar keine Schäden festgestellt.

Neues Tsunami-Warnsystem startet im März: Nach zwei Jahren Entwicklungszeit will die japanische Wetterbehörde am 7. März ein neues Tsunami-Alarmsystem in Betrieb nehmen, mit dem Erdbeben über einer Magnitude die über 8 liegt, analysiert werden sollen.

Durch das neue System sollen Signale, die auf ein Erdbeben der Stärke 8 Hinweisen, wie etwa langanhaltende Bodenbewegungen erkennen und auch im Fall von Erdbeben, die auf der siebenstufigen japanischen Skala bei 5 Minus liegen und Erschütterungen mit mehr als 400 Kilometern Reichweite reagieren.

Sollte ein Beben auf Stärke acht oder höher berechnet werden, gibt das System automatisch Warnungen vor hohen Tsunami aus und fordert zur Evakuierung in höher gelegene Gebiete auf. Nachdem Höhenangaben in der Vergangenheit zu unvorsichtigem Verhalten geführt hatten, fallen diese nun weg.

Mit diesem neuen System reagiert die Regierung laut NHK auf das Tohoku-Erdbeben des 3/11, als das Erdbeben zunächst auf 7,9 geschätzt und hatte zu niedrige Tsunami-Warnungen ausgegeben, da das bisher genutzte System nicht für die Bearbeitung derartiger Großbeben geeignet war.

Zwei Fälle von Schilddrüsenkrebs in Fukushima: Mit dem Tod von zwei jungen Menschen steigt die Zahl der Fälle von Schilddrüsenkrebs bei Personen, die zum Zeitpunkt der Fukushima-Krise 18 Jahre alt, oder jünger waren, auf insgesamt drei.

Schilddrüse (Grafik: pd)
Präfektur Fukushima: zwei neue Fälle von Schilddrüsenkrebs (Foto: pd)

Professor Shinichi Suzuki, von der medizinischen Universität Fukushima, erklärte bei der Bekanntgabe der Entdeckungen, dass es noch zu früh sei, eine Verbindung mit der Katastrophe des AKW Fukushima Daiichi zu ziehen, da die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 gezeigt habe, dass bis zur Entdeckung von Schilddrüsenkrebs mindestens vier bis fünf Jahre vergehen.

Nach der Durchführung einer Operation gehe es den drei Personen gut, meldet die Kyodo.

Die Verwaltung der Präfektur Fukushima führt an Bürgern die zum Zeitpunkt der Katastrophe maximal 18 Jahre alt waren, Schilddrüsenuntersuchungen durch. Im Fiskaljahr 2011 wurden von den insgesamt 360.000 fraglichen Personen bereit 38.000 untersucht. In zehn Fällen wird eine Krebsgefahr vermutet – darunter auch die drei bestätigten Fälle.

Die übrigen sieben Personen der Risikogruppe werden an der Universität medizinisch untersucht. Das Durchschnittsalter der zehn Risikofälle beträgt 15 Jahre. Bei den 10 Betroffenen handelt es sich mehrheitlich um Frauen (sieben Fälle). Das bei Reaktorunfällen freigesetzte radioaktive Jod sammelt sich insbesondere bei jungen Menschen in der Schilddrüse an. Beim Unglück am AKW Tschernobyl wurde bei Kindern aus dem betroffenen Gebiet  ein Anstieg der Fälle von Schilddrüsenkrebs festgestellt.

Japan untersucht Legalität von Erstschlägen: Gestern regte Japans Premierminister Shinzo Abe an, die Regierung müsse sich mit der Möglichkeit präventiver Erstschläge befassen. Heute rief Shigeru Ishiba von der Parteispitze der LDP dazu auf zu prüfen, ob etwa bereits eine Drohung, verbunden mit Beladung und Ausrichtung von Waffen Richtung Japan als Angriff betrachtet werden könne.

Im Fall eines Angriffs wäre Japan gesetzlich die Selbstverteidigung erlaubt, die bei einer entsprechenden Definitionsfindung bedeuten würde, dass man in einem Erstschlag diese Waffenbasis zerstören würde, bevor die Waffen zum Einsatz kommen können. Bei diesen Äußerungen bezog sich Japan auf Nordkorea.

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