Start Aktuelles Japan aktuell: Aufräumarbeiten in früherer Fukushima-Sperrzone beginnen

Japan aktuell: Aufräumarbeiten in früherer Fukushima-Sperrzone beginnen

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Entlang der Nationalstraße 6 durch Minamisoma am 27. März 2011 (Foto: 麗士 cc-by)
Entlang der Nationalstraße 6 durch Minamisoma am 27. März 2011 (Foto: 麗士 cc-by)
Entlang der Nationalstraße 6 durch Minamisoma am 27. März 2011  (Foto: 麗士 cc-by)
Entlang der Nationalstraße 6 durch Minamisoma am 27. März 2011 (Foto: 麗士 cc-by)

Um spektakuläre Maßnahmen geht es in den Neuigkeiten zum AKW Fukushima heute nicht. Stattdessen berichten wir darüber, wie Arbeiten in einem Gebiet begannen, von dem im Verlauf der Krise wohl niemand gedacht hätte, dass dort in absehbarer Zeit wieder Menschen tätig sein würden.

Auch die Sicherheit von Atomkraftwerken ist heute wieder Thema, denn nun zweifelt man nicht länger ausschließlich an der baulichen Sicherheit der Anlagen.

Auch neue medizinische Untersuchungen, die in der Präfektur Fukushima aktuell durchgeführt werden gehören zu den heutigen Meldungen. Detailliertere Fukushima News und weitere Nachrichten jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 30. Januar 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Aufräumarbeiten in früherem Fukushima-Sperrgebiet
  • Namie will Strahlungsbelastung von Kindern ermitteln
  • Lebenslauf-Kontrolle von AKW-Arbeitern erwogen
  • Polizei fordert Geld für besseren AKW-Schutz
  • China provoziert trotz Beteuerung im Senkaku-Konflikt
    • Drei chinesische Schiffe in Japans Gewässern
    • Japans Küstenwache plant Senkaku-Sondereinheit


Aufräumarbeiten in früherem Fukushima-Sperrgebiet:
Am kommenden Freitag sollen erstmals Katastrophentrümmer und Schutt, die vom Tohoku-Erdbeben 2011 zurückblieben, in Gebieten geräumt werden, die nach der Nuklearkatastrophe zum Sperrgebiet um das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi gehörten.

Minamisoma am 27. März 2011 (Foto: 麗士 cc-by)
Straße durch Minamisoma am 27. März 2011 (Foto: 麗士 cc-by)

Der Ankündigung des Umweltministeriums vom gestrigen Tag zufolge, werden die Arbeiten in Tsukabara und Oi, beides Ortsteile von Minamisoma beginnen.

Die Klassifizierung als Sperrgebiet in einem 20-Kilometer-Radius um die Kraftwerksanlage wurde nur für Bereiche aufgehoben, in dem eine vergleichsweise geringe Strahlungsbelastung vorliegt. Dennoch ist beispielsweise das Übernachten dort weiterhin verboten.

Allein in den beiden Ortsteilen werden schätzungsweise 22.000 Kubikmeter an Abfällen erwartet. Vor der Entsorgung wird das Material in brennbare und nicht brennbare Stoffe unterteilt, so dass zum späteren Zeitpunkt eine Beseitigung in einer Abfallentsorgungsanlage erleichtert wird.

Bis es jedoch soweit ist, werden die Katastrophenabfälle in provisorischen Lager innerhalb des Ortsteils Tsukabara aufbewahrt. Zumindest ein Teil der Abfälle soll recycled werden, berichtet die jiji.

Namie will Strahlungsbelastung von Kindern ermitteln: Die Verwaltung der Ortschaft Namie, deren Gebiet zwischen fünf und 30 Kilometer vom AKW Fukushima entfernt liegt, hat gestern damit begonnen Kinder, die zum Zeitpunkt der Katastrophe jünger als 18 Jahre alt waren, zu untersuchen.

Schilddrüse (Grafik: pd)
Präfektur Fukushima: Kinder und Namie werden untersucht (Foto: pd)

Bereits am ersten Tag wurden 30 Kinder in einer medizinischen Einrichtung innerhalb eines Übergangshauskomplexes im benachbarten Nihonmatsu untersucht, berichtet die NHK. Ziel der Untersuchungen ist es, Schätzungen zur Strahlungsbelastung junger Menschen während der Akutphase der Krise ermitteln zu können, da es Gesundheitsbedenken bei den Einwohner gegeben hatte.

Bislang haben sich  insgesamt 850 Jugendliche erklärt, sich testen lassen zu wollen, was jedoch nur 23 Prozent der gesamten Zielgruppe entspricht.

Da sich radioaktives Jod nach langer Zeit nur schwer nachweisen lässt, werden Mediziner Blutproben entnehmen, um Änderungen an den Chromosomen der Lymphozyten zu ermitteln. Namie ist die erste Gemeinde der Präfektur Fukushima, die derartige Nachkontrollen und damit verbundene Schätzungen durchführt.

Die Analysen werden voraussichtlich mehrere Monate dauern, die Untersuchten sollen dann jedoch so schnell wie möglich über ihre Ergebnisse informiert werden, um Ängste abzubauen. Während der Akutphase der Krise waren viele Einwohner in die nordwestlichen Gebiete der Ortschaft geflohen – und hatten sich damit unwissentlich in Gebiete mit hoher Radioaktivität begeben.

Lebenslauf-Kontrolle von AKW-Arbeitern erwogen: Japans Atomaufsicht NRA diskutiert als Teil der Gespräche zur Atomsicherheit auch die Einführung von Überprüfungen der Lebensläufe von Kraftwerksangestellten.

Ein Ausschuss aus unabhängigen Experten soll unter der Leitung des NRA-Mitglieds Kenzo Oshima ermitteln, welche Möglichkeiten bestehen, um AKW-Angestellte auf einen möglichen kriminellen Hintergrund oder Drogenabhängigkeit zu kontrollieren und die unwissentliche Einstellung von Terroristen zu verhindern, berichtet die Kyodo.

Polizei fordert Geld für besseren AKW-Schutz: Japans Nationale Polizeibehörde (NPA) fordert finanzielle Unterstützung in Millionenhöhe, um die Beamten an Kernkraftwerken besser ausrüsten zu können.

Japanische Bereitschaftspolizei (Foto: pd)
Japans Polizei wie AKW besser schützen (Abb. symbolisch, Foto: pd)

Mit dem Geld sollen kugelsichere Fahrzeuge und weitere Maschinengewehre gekauft werden.

Mit diesen Maßnahmen sollen Polizeibeamte, die landesweit Nuklearanlagen rund um die Uhr bewachen, besser vor terroristischen Anschlägen geschützt werden.

Darüber hinaus würden Polizisten die abgelegenen Inseln, wie etwa die Senkaku-Kette kontrollieren, unter anderem mit Schutzschilden ausgestattet, um sich gegen mögliche Angriffe verteidigen zu können, so die NHK.

China provoziert trotz Beteuerung im Senkaku-Konflikt: Trotz Chinas Beteuerungen, man wollte die Beziehungen zum Nachbarn Japan verbessern, sind erneut chinesische Schiffe in Japans Territorialgewässer eingedrungen. Die aktuellen Meldungen jetzt zusammengefasst:

Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)
Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)

Drei chinesische Schiffe in Japans Gewässern: Am Mittwochnachmittag wurden drei chinesische Schiffe (Haijian 23, 46 und 137) östlich der Insel Minamikojima gesichtet. Zuvor hatte die japanische Küstenwache die Schiffe zur Umkehr aufgefordert. Erst nach 90 Minuten verliessen die illegal navigierenden Schiffe die japanischen Hoheitsgewässer.

Es ist bereits das vierte Mal in diesem Jahr, das Chinas Schiffe eine Grenzverletzung begehen. Die Letzte hatte sich vor neun Tagen ereignet. Der diplomatische Protest Japans wurde von China mit der bereits bekannten Ablehnung abgewiesen.

Japans Küstenwache plant Senkaku-Sondereinheit: Japans Küstenwache will offenbar eine 600 Mann starke Einheit zusammenstellen, die sich ausschließlich Aktionen in den Gewässern um die Inselkette  durchführt.

Zudem sollen 12 zusätzliche Schiffe in Ishigaki (Präf. Okinawa) stationiert werden, um schneller handeln zu können.

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