Start Aktuelles Japan aktuell: Ausfall des AKW-Überwachungssystems der NISA

Japan aktuell: Ausfall des AKW-Überwachungssystems der NISA

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Ippan Sanga: Der Tenno und die Kaiserliche Familie im Chowaden zum Neujahr 2012 (Foto: RD)
Ippan Sanga: Der Tenno und die Kaiserliche Familie im Chowaden zum Neujahr 2012 (Foto: RD)
Ippan Sanga: Der Tenno und die Kaiserliche Familie im Chowaden zum Neujahr 2012 (Foto: RD)
Ippan Sanga: Der Tenno und die Kaiserliche Familie im Chowaden zum Neujahr 2012 (Foto: RD)

Das japanische Neujahr unterscheidet sich in vielen Punkten von den Neujahrsfesten anderer Nationen. Während in anderen Teilen der Welt große Feuerwerke in den Himmel aufsteigen, werden in Japan die nach buddhistischer Lehre 108 schlechten Eigenschaften durch ebensoviel Schläge der großen Glocken (Bonsho) der Tempel hinausgeläutet.

Auch der erste Schreinbesuch des neuen Jahres (Hatsumode), meist einen Tag nach  Neujahr ist kein Bild überschäumender Freude – dafür kann man nun auch vielerorts junge Japanerinnen im traditionellen Kimono sehen – sonst ein eher seltenes Bild.

Laut wird es dann, wenn der Tenno und die kaiserliche Familie sich das erste Mal im Jahr hinter dem Panzerglas des Kaiserpalastes dem Volk zeigen (Ippan Sanga) – und von zahlreichen Menschen, welche die japanische Nationalfahne schwingen, mit lauten „Banzai!“ („zehntausend Jahre“) oder „Tenno Heika Banzai“ Rufen gefeiert wird.

Leider begann das Jahr des Drachen (Tatsudoshi) mit einer Schwanzbewegung  des Namazu, eben jenes mythologischen Welses, der von Alters her in Japan für Erdbeben verantwortlich gemacht wird. Die ersten Meldungen des neuen Jahres nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 1. Januar 2012.

Gedanken des Tenno zum neuen Jahr: Das kaiserliche Hofamt veröffentlicht die Gedanken des regierenden Tenno zum neuen Jahr. So erklärte er, dass es ihn sehr getroffen habe, im vergangenen Jahr das Leid der Menschen durch Naturkatastrophen und die Heimatlosigkeit jener, die aufgrund der Fukushima-Katastrophe evakuiert werden mussten, zu sehen. Im neuen Jahr müsse das Land „verschiedene Pläne zum Wiederaufbau machen und über Richtlinien für die Zukunft entscheiden“. Zudem müssten verschiedene Herausforderungen angepackt werden, darunter auch die Entsorgung des Schutts und der Abfälle.

Er verlieh jedoch auch seiner Hoffnung Ausdruck, dass „das neue Jahr ein gutes, friedliches Jahr für die Menschen in Japan und auf der ganzen Welt werde„.

Eine wichtige Entscheidung für das neue Jahr ist, der Asahi Shimbun zufolge, auch die Entscheidung, ob Kronprinz Naruhito bei dem seit 2003 alle drei Jahre stattfindendem Weltwasserforum in Marseille (Frankreich) anwesend sein wird, da in den Zeitraum der Veranstaltung im März, auch der erste Jahrestage des Tohoku-Erdbebens und des Tsunami fällt. Seit 2003 war der Kronprinz bei jeder der Treffen anwesend.

Temporärer Ausfall des Reaktorüberwachungssystems: Wie die japanische Atomenergie- Sicherheitsbehörde NISA am Samstag mitteilte, war es am Freitag zu einem Ausfall des Computersystems zur Echtzeit-Überwachung des Zustandes von Atomreaktoren im ganzen Land gekommen.  Für 26 Stunden habe man keine Daten des „Emergency Response Support System“ (ERSS) erhalten. Der Fehler wird auf einen Softwarefehler zurückgeführt, so Sprecher der NISA. Das System funktioniere mittlerweile wieder problemlos, berichtet die Nachrichtenagentur jiji.

Die NHK führt an, der Hinweis sei von einem „Rapid Reaction Point“ in der Nähe des AKW Shika (Präf. Ishikawa) gekommen, da man dort nicht mehr die Daten des ERSS auf den Bildschirmen gehabt habe. Die vom System gesammelten Daten, sowie die aus diesen Werten ermittelten Berechnungen über den weiteren Verlauf von Druck, Temperatur und anderen Daten, sind normalerweise von Terminals der Behörde und bei „Rapid Reaction Points“ im ganzen Land aus, aufrufbar. Die Ursache sei den Informationen der NHK zufolge noch unklar und auch die Dauer des Ausfalls müsse noch ermittelt werden.

Mitglied der Giftgas-Sekte stellt sich Polizei: Samstag Nacht stellte sich eine der bislang noch flüchtigen Führungsmitglieder der als „Giftgas-Sekte“ bekannten religiösen Gruppierung Ōmu Shinrikyō den japanischen Behörden. Wie die nationale Polizeibehörde mitteilte, wurde der 46 Jahre alte Makoto Hirata aufgrund seiner Beteiligung an der Entführung und dem damit verbundenen Tod des Opfers im Jahr 1995  inhaftiert.

Hirata war noch im selben Jahr auf die Fahndungsliste gesetzt worden und war somit 16 Jahre auf der Flucht vor den Strafverfolgungsbehörden. Nun stellte sich der frühere Kultist im Polizeirevier des Geschäftsviertels Marunouchi, das zum zentralen Bezirk Chiyoda inmitten von Japans Hauptstadt Tokyo gehört. Er habe große Mengen Bargeld bei sich gehabt, jedoch keine Angaben zu seinen Aktivitäten und Verstecken während der 16 Jahre gemacht, ergänzt die Mainichi Shimbun.

Der Verhaftete erklärte der Nachrichtenagentur jiji zufolge zwar, er wolle nun sein ständiges Leben auf der Flucht beenden, andererseits bestritt er jedoch einen Teil der Vorwürfe und erklärte, er habe bei der Entführung lediglich als Fahrer gedient, so die Agentur, die sich hierbei auf namentlich ungenannte Quellen bezieht.

Die Festnahme Hiratas könnte, so jiji, die Hinrichtung anderer Sektenmitglieder, die ebenfalls in das Delikt involviert waren, weiter verzögern und beruft sich auch bei dieser Aussage auf nicht näher genannte Quellen.

Die NHK nennt neben seiner Verbindung mit der Ermordung des Notars 1995 auch weitere Punkte. Zu den übrigen Verdachtsmomenten gehört demnach auch ein Bombenanschlag auf eine Wohnanlage im März 1995. Aufgrund dieser beiden Verbrechen sei er damals zur Fahndung ausgeschrieben worden.

Die Mainichi Shimbun berichtet zudem, es bestehe der Verdacht, er könne auch an der Erschießung von Takaji Kunimatsu, dem damaligen Chef der nationalen Polizeibehörde im Jahr 1995 beteiligt gewesen sein, da er auch an den Schießübungen der Sekte teilgenommen habe.