Start Aktuelles Japan aktuell: Ausfall einer Pumpe der Dekontaminationsanlage in Fukushima

Japan aktuell: Ausfall einer Pumpe der Dekontaminationsanlage in Fukushima

847
0
TEILEN
Tepco: Verbindungen im Cäsium-Filterturm der Dekontaminationsanlage. Foto: TEPCO
Neue Probleme am Dekontaminationssystem (Bild: Verbindungsteile im Cäsium-Filter) Foto: TEPCO
Tepco: Verbindungen im Cäsium-Filterturm der Dekontaminationsanlage. Foto: TEPCO
Neue Probleme am Dekontaminationssystem (Bild: Verbindungsteile im Cäsium-Filter) Foto: TEPCO

Nachdem zuvor Industrieminister Banri Kaieda die Notwendigkeit der Atomkraft betont und beim Wiederhochfahren von AKW zur Kooperation aufgerufen hatte, gab Japans Premierminister Naoto Kan grünes Licht für die Maßnahme, sofern strenge Sicherheitsbestimmungen eingehalten und die Sicherheit der Anlage nachgewiesen würde.

Diese Entscheidung stößt bei vielen Japanern auf Unverständnis und Kritik.

 

Unterdessen gab es erneut Probleme mit der Dekontaminationsanlage – nun streikte eine Pumpe. Zudem wurde bekannt, dass es beim Fukushima-Zwischenfall im März möglicherweise ausgerechnet ein kleiner Schaden war, der das Schmelzen von Brennelementen in Reaktor 4 verhindert hat.

Diese und weitere Meldungen im Spreadnews Japan-Ticker vom 21. Juni 2011.

00:00 Morgen finden sie auf Spreadnews erneut Informationen zur Lage in Japan. Kommen Sie gut durch die Nacht.

Erneuter Stopp der Dekontamination: Erneut musste ein Testlauf der Dekontaminationsanlage abgebrochen werden, da eine Pumpe der französischen Firma Areva, die Chemikalien zur Dekontamination einleiten sollte,  offenbar durch die Menge des radioaktiven Wassers überfordert wurde. Allerdings konnte die Pumpe wenige Stunden später wieder aktiviert werden.

Sollte die Dekontaminationsanlage langfristig nicht funktionieren, müsste weiterhin extern Wasser zur Kühlung in den Reaktor gepumpt werden, dass dann aufgrund der Risse im Sicherheitsbehälter radioaktiv belastet in den Keller des Reaktors dringt und dort den Wasserstand steigen lässt, bis dieser früher oder später das Erdgeschoss erreicht und vermutlich einen Großteil der Umgebung verseuchen wird.

Eltern besorgt über Hot Spots in Tokyo: Wie die japanische Zeitung Mainichi Shimbun meldet, sind jetzt besonders Eltern besorgt, nachdem auch in Japans Haupstadt Tokyo so genannte „Hot Spots“ – Areale mit Radioaktivitätswerten über denen der Umgebung – festgestellt wurden. Die Stadtverwaltung ruft jedoch zur Ruhe auf, die Werte befänden sich allesamt unter dem kritischen Wert von 20 Milisievert.

Im Großraum Tokyo, zu dem auch die Präfektur Chiba gehört, wurden mehrere kleine Hotspots gefunden, so etwa Ende Mai im Kashiwa Park (0,54 Mikrosievert pro Stunde). Ein Strahlungsüberwachungskomitee der Präfektur Chiba stellte darüber hinaus in der Stadt Nagareyama (0,65 μSv/h) einen Hot Spot fest. Alle Werte liegen jedoch unter dem Grenzwert für Schulwege von 3,8 Mikrosievert.

Nach Türöffnung in Reaktor 2 keine besonderen Probleme: Der Grad der Radioaktivität in der Umgebung des AKW Fukushima Daiichi ist trotz der Öffnung einer großen Doppeltür in Reaktor 2 angeblich nicht angestiegen, so ein Bericht der Asahi Shimbun. Die dadurch erzielte Reduktion der Luftfeuchtigkeit soll Arbeiten im Reaktorgebäude ermöglichen. Die Öffnung hatte am 19. Juni begonnen und war schrittweise erfolgt, um keinen radioaktiven Staub aufzuwirbeln.

Verbleib von Subunternehmens-Arbeitern unklar: Der Verbleib von 30 Arbeitern eines Subunternehmens die im Auftrag des Energiekonzerns TEPCO am AKW Fukushima Daiichi arbeiteten, ist bislang unbekannt. Sie gehörten zu den 3700 Männern die im März versucht hatten, die Lage unter Kontrolle zu bringen.

Sie tauchen zwar namentlich in einer Liste über die Vergabe von Dosimetern auf und auch die Rückgabe der Geräte durch die Arbeiter ist bei TEPCO verzeichnet, bei einer Anfrage von TEPCO bei dem Unternehmen seien die Arbeiter jedoch nicht gelistet worden. Zur Identifizierung der Arbeiter wird nun eine Untersuchung gefordert. Das meldet die Mainichi Shimbun.

Schaden an Wasserbecken verhinderte Kernschmelze: Offenbar hat durch eine Beschädigung eindringendes Wasser das Schmelzen von Brennelementen in Reaktor 4 verhindert. Durch den Stromausfall fiel die Kühlung des Abklingbeckens aus und es kam zur Verdampfung von Kühlwasser, die dann im Normalfall zu einem Schmelzen der Brennelemente geführt hätte – so ein Bericht des Betreibers TEPCO.

Durch die folgende Wasserstoffexplosion wurde jedoch die Verbindung zu einem angrenzenden Becken verschoben, so dass von dort einströmendes Wasser den Wasserstand im Abklingbecken wiederherstellte und so Schlimmeres verhinderte.

Nun soll dort Wasser eingeleitet werden um die Anlage unter Wasser zu halten, jedoch nicht zur Kühlung sondern um die Radioaktivität zu dämpfen.  Nach der gestern erfolgten Beendigung von 32 Stabilisierungspfeilern aus Stahl, soll im Juli nun eine Betonwand das Becken stärker gegen Erdbeben sichern.

Aufbau und Abbau bei Fukushima Schutzmantelplänen: Einem Bericht der Yomiuri Shimbun zufolge werden in Kürze im Hafen Onahama in Iwaki die einzelnen Steckelemente des künftigen Schutzmantels für Fukushima Reaktor 1 testweise von automatisch gesteuerten Kränen zusammengesetzt, um sich davon zu überzeugen, das Stahlgerüst und Polyesterplatten problemlos ineinander passen.

Im Anschluss wird die Konstruktion, die auf einer traditionellen japanischen Bauweise ohne Zapfen beruht, wieder demontiert und nach Fukushima verschifft, wo sie dann um den Reaktor 1 herum aufgebaut wird um austretende Radioaktivität abzuschirmen

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here