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Japan aktuell: Austritt von Chemikalien im AKW Fukushima und schweres Erdbeben in Japan

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Austrittststelle der Chemikalien aus der Dekontamination. Foto: TEPCO
Austrittststelle der Chemikalien aus der Dekontamination. Foto: TEPCO
Austrittststelle der Chemikalien aus der Dekontamination. Foto: TEPCO
Austrittststelle der Chemikalien aus der Dekontamination. Foto: TEPCO

Für viele ausländische Medien war die Atomkatastrophe Fukushima aktuell nicht mehr von Belang, andere Neuigkeiten verdrängten die zu Beginn omnipräsenten Fukushima News und auch die Situation in Japans Katatrophengebieten geriet zur Nebensache. Nun bedurfte es des neuerlichen schweren Erdbebens und des Austritts von Chemikalien am heutigen Sonntag um die Aufmerksamkeit auf das Inselreich zu richten.

Spreadnews.de dagegen berichtet für Sie bereits seit Beginn der Krise vor annähernd vier Monaten, die durch das große Tohoku-Erdbeben am 11. März ausgelöst wurde über die dortige Lage – so auch im heutigen Spreadnews Japan-Ticker vom 10. Juli 2011

Schweres Erdbeben erschüttert Japan: Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,3 hat den Japans erschüttert. Das Beben ereignete sich um 9:57 Ortszeit vor der Ostküste von Japans Hauptinsel Honshu. Auch in Japans Hauptstadt Tokyo waren die Erschütterungen zu spüren. Ersten Berichten japanischer Medien zufolge gibt es bislang keine Informationen über Verletzte. Eine  für die Präfekturen Iwate, Miyagi und Fukushima herausgegebene Tsunami-Warnung wurde nach nur wenige Zentimeter hohen Wellen mittlerweile wieder aufgehoben. Bereits evakuierte Bürger kehrten in ihre Häuser zurück.

Aus Sicherheitsgründen war auch das Gebiet des havarierten Atomkraftwerks Fukushima Daiichi evakuiert worden, es gibt jedoch keine Berichte über neue Schäden an der Nuklearanlage

Fleisch aus Fukushima stark mit Cäsium belastet: Mit 2300 Becquerel von radioaktivem Cäsium pro Kilogramm wurde erstmals in Fleisch der in Japan geltende zulässige Maximalwert von 500 Bq/kg überschritten. Einem Artikel der  Asahi Shimbun zufolge stamme das geschlachtete Rind nach Angaben der Präfekturalregierung Tokyo aus der Stadt Minamisoma in der Präfektur Fukushima. Die Führung erliess umgehend einen Befehl an die Stadt Minamisoma, keine Rinder mehr zu liefern.

Nach der Lieferung von 11 Rindern hat die Präfekturregierung am heutigen Sonntag eine Inspektion im Landwirtschaftlichen Betrieb vorgenommen, von dem das schwer radioaktiv kontaminierte Fleisch stammte. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtet, stammte das Futter von einem Betrieb außerhalb der Präfektur, die Tiere seien jedoch mit Wasser aus einer Quelle getränkt worden.

Hintermann der Kyushu Eletric Affäre identifiziert (jiji): Einem Artikel der Nachrichtenagentur Jiji zufolge, handelt es sich um um den Ex-Vizepräsidenten des Energiekonzerns, Mamoru Dangami. Über zwei Untergebene war die Aufforderung zur Meinungsmache weitergegeben und dann per E-Mail weitergeleitet worden.

Mitarbeiter von Kyushu Electrics wurden auf diese Weise aufgefordert, sich als normale Bürger auszugeben unter anderem bei einer Fernsehshow durch eingehende E-Mails eine breite Unterstützung der Bevölkerung von Neustarts an Kernkraftwerken vorzutäuschen. Insgesamt sprachen sich 286 von den 589 eingegangenen E-Mails für eine Weiterführung der Atomkraftanlagen aus.

Aufgedeckt wurde der Manipulationsversuch gemäß der Yomiuri Shimbun offenbar auch durch einen Arbeiter, der einen Tag vor der Ausstrahlung der TV-Sendung in einem Büro der Kommunistischen Partei auftauchte und nicht nur von der Order berichtete, sondern auch ein entsprechendes Dokument vorlegte.

Dekontamination nach Chemieunfall angehalten: Im AKW Fukushima Daiichi wurde die Reinigung des radioaktiven Wassers abgebrochen, nachdem am Sonntagmorgen dort Chemikalien freigesetzt worden waren, die zur Dekontamination dienen. Es handele sich nach Angaben des Betreibers TEPCO nicht um giftige Substanzen. Es bestehe keine Gefahr für die Umwelt. Das Unternehmen arbeitet bereits daran, die Ursache für das Leck zu finden. Es seien circa 50 Liter ausgetreten, so die Informationen der Nachrichtenagentur Kyodo.

Die Kühlung der Reaktoren 1-3 wurde jedoch weiterhin mit Wasser das bereits dekontaminiert worden war fortgesetzt- es gab keine Probleme im Kühlkreislauf der Anlage, so TEPCO.

Operation Sonnenblume läuft an: Die bereits am 23. April angekündigte „Operation Sonnenblume“ ist in den Orten Namie und Katsurao in der Präfektur Fukushima angelaufen. Wissenschaftler unter der Leitung Masamichi Yamashita von einem Experten für Weltraumanbau, der japanischen Weltraumbehörde JAXA hatten mit Erlaubnis der Landbesitzer in Gebieten mit Strahlungswerten von 7 bis 21 Mikrosievert pro Stunde Sonnenblumen ausgesät und werten erste bereits aus. Ds berichtet die Mainichi Shimbun

Da Sonneblumen radioaktives Cäsium aufnehmen, hatte man sie bereits beim Unglück von Tschernobyl 1986 eingesetzt. Sollte die Cäsiumaufnahme ausreichend sein, könnte die Dekontamination des Bodens durch Sonnenblumen auch auf größere Gebiete ausgeweitet werden. Die Sonnenblumen würden dann wie radioaktiver Abfall eingestuft werden.

4 KOMMENTARE

  1. Mir bleibt wirklich die Luft weg wenn ich das hier so lese.
    Warum gibt es keine aktuellen Meldungen zur Verstrahlung in Deutschland.Die Seite der ODL ist offensichtlich manipuliert und soll die Bürger in Sicherheit wiegen.Aus den Medien erfährt man nichts neues und die Japaner mauscheln so stickum vor sich hin.Was ist los? Ich erwarte einfach das täglich in den Medien über den aktuellen Stand des AKW Focushima ( Probleme Kühlwasser,Verstrahlung,austretende Verstrahlung,…etc ) berichtet wird.Alle Menschen dieser Erde werden auf Dauer die Folgen zu spüren bekommen.Wenn ich schon verstrahlt werde und nichts dagegen unternehmen kann,so will ich es wenigstens wissen.Ich denke ich habe ein Recht darauf.Wir alle haben ein Recht auf eine lückenlose Berichterstattung.

    • Genau meine Meinung ! Durch diese Katastrophe und bei dem Inventar, was da langfristig freigesetzt wird gerät unser Planet in Gefahr und die Berichterstattung wird immer dünner !

  2. Ich hab auch Angst und fühle mich so belogen , weil alles verschleiert wird. Einfach 0-Kommentar , keine einzige Nachricht . Das ist beängstigend . Es kommt mir vor, wie ein Medien-Komplott irgendeine strikte Anweisung nichts mehr verlautbaren zu lassen. Einem Schwerkranken sagt man auch nicht, wie es um ihn steht.
    Man lenkt ihn ab, so wie auch wir abgelenkt werden , z.B. mit Fußball.
    Frauen-Fußball- Weltmeisterinnen Japan – sie haben gekämpft für ihr Land – nun erst recht . Doch gerade aus diesem aktuellen Anlass kam wiederum kein Beitrag , wie es derzeit in Fukoshima aussieht und wie es weitergeht , Dabei haben sehr viele Menschen darauf gewartet . Wir alle werden mit den Strahlen leben müssen , wir werden langsam, vielleicht über Generationen hinsiechen . Der Luxus wird dann sein, ein relativ unverstrahltes Plätchen zum Lenben zu finden und wer es sich leisten kann , bekommt unkontaminierte Ware zu essen. Ich sehe in die Augen meiner Enkel und ich kann den Kleinen noch nichts von meinen Ängsten sagen. Sie müssen da hineinwachsen , sie haben keine Wahl, wozu soll ich ihnen Angst machen. Ich verhalte mich so, wie unsere hilflosen Regierungen uns gegenüber.

  3. Bei vielen ist das größte Problem die Angst. Ich danke Gott das ich weniger Angst als die meisten habe. Gut das es noch Menschen mit Mut gibt sonst lebten wir heute noch auf Bäumen.

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