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Japan aktuell: Austritt von radioaktivem Wasser am AKW Fukushima

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Eine der Gelegenheiten offiziell positive Nachrichten aus Japan zu melden, ergibt sich heute durch den Geburtstag von Japans Kaiserin Michiko und daher wollen wir diesen Artikel auch mit der entsprechenden Meldung beginnen. Denn leider gibt es auch wieder Hiobsbotschaften zu vermelden, wenn etwa die Einschätzung durch den Chef der französischen Atomenergiebehörde lautet, dass die Fukushima-Katastrophe in ihrem Ausmaß hätte verhindert werden können. Was tatsächlich in Fukushima aktuell geschieht, sowie weitere Informationen und zusätzliche Fukushima News nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 20. Oktober 2011.

Kaiserin Michiko feiert 77. Geburtstag: Geboren am 20. Oktober 1934 unter dem bürgerlichen Namen Michiko Shoda feiert die Gemahlin des gegenwärtigen Tenno Akihito heute ihren 77. Geburtstag. Anlässlich dieses Ereignisses, beantwortete sie schriftlich die von Reportern eingereichten Fragen.

In ihren Antworten äußerte sie ihr Mitgefühl und ihre Bewunderung für die Überlebenden der Naturkatastrophen vom 11. März 2011, deren Haltung sie sehr beeindruckt habe und räumte im Bezug auf ihre Gesundheit ein, sie fühle durchaus auch die Unannehmlichkeiten, die das Altern mit sich bringt.

Drei Tonnen radioaktives Wasser in der Anlage des AKW Fukushima Daiichi ausgetreten: Wie bekannt wurde teilte TEPCO bereits am Dienstag mit, dass drei Tonnen radioaktives Wasser aus einer Einheit ausgetreten sind in der hochgradig radioaktiv belastetes Wasser gereignigt wird. Seitdem im Juni sechs Tonnen ausgetreten waren handelt es sich hiermit um die zweitgrößte Menge an ausgetretenem radioaktiv belastetem Wasser.

Der Austritt des Wassers wurde an der Cäsiumreinigungsanlage des US-Herstellers Kurion festgestellt. Ursache und genaue Stelle des Lecks werden untersucht. Die ausgetretene Wassermenge habe eine Belastung von Cäsium-137 in Höhe von 290.000 Becquerel pro Kubikzentimeter aufgewiesen

Dennoch wurde beruhigt: Das radioaktiv kontaminierte Wasser sei innerhalb der Reinigungsanlage verblieben und nicht in die Umwelt freigesetzt worden, zudem sei das Wasser bereits wieder der Entsorgungsanlage für radioaktive Abwässer zugeführt worden, meldet die Asahi Shimbun.

Bislang detaillierteste offizielle Karte zur Strahlenbelastung online veröffentlicht:
Das Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie hat die bislang detailliertesten Karten auf denen die Cäsiumkonzentration und die Höhe der Strahlung vermerkt ist, online verfügbar gemacht. Auf der Webseite werden sowohl webbasierte Versionen als auch PDF der Karten angeboten.

Die Karten sollen der besseren Information der Einwohner dienen die gefordert hatten, besser über den Umfang und Höhe der Kontamination zwischen den verschiedenen Bereichen der selben Gemeinden aufgeklärt zur werden. Als Grundlage dienen die bereits vorhandenen Daten die aus Boden- und Luftproben.   Auf den Online-Karten lassen sich Bereiche heranzoomen und die Belastung sowohl als Gesamtbelastung durch Cäsium, als auch getrennt nach Cäsium-134 und Cäsium-137 anzeigen. Das Kartenmaterial umfasst den Großteil Ostjapans. Das berichtet die Mainichi Shimbun.

In Anbetracht der bereits einiger Zeit zuvor getroffenen Aussage wo Cäsium ist, sei auch Strontium zu finden, weshalb man dies nicht gesondert behandeln müsse, ist also vermutlich mit zu bedenken, dass lediglich die Cäsiumwerte dort gelistet werden.

Französische Einschätzung: Fukushima-Krise hätte verhindert werden können: Der Chef der französischen Atomenergiekommission, Bernard Bigot sagte am gestrigen Mittwoch während einer Fragerunde nach Abschluss seiner Rede in Tokyo, seiner Einschätzung zufolge hätte die Katastrophe am AKW Fukushima Daiichi verhindert werden können, wären die Kühlmaßnahmen mit Meerwasser schneller eingeleitet worden. Das melde die Nachrichtenagentur Kyodo.

Mit Algen gegen Radioaktivität:  Algen wie Nori oder Kombu sind aus der japanischen Küche als gesunde und wohlschmeckende Zutat bekannt. Eine neue entdeckte Art könnte einem Bericht der Asahi Shimbun zufolge auch bei der Dekontamination helfen. Die vor fünf Jahren durch Yasuhiro Yukawa entdeckte Algenart hört auf den Namen Parachlorella sp. binos und könnte besonders durch zwei Eigenarten – ihre Fähigkeit verschiedene Substanzen aufzunehmen, sowie die leichte Kultivierbarkeit  – von Nutzen sein.

In einem ersten Test an der Universität von Yamanashi nahm die Alge innerhalb von zehn Minuten 80 Prozent der in einer Wasserprobe aus Fukushima enthaltenen Menge an radioaktivem Strontium, sowie 40 Prozent von Cäsium auf, heißt es im Artikel der Asahi Shimbun.

Im November soll nun ein Versuch in der Stadt Date (Präf. Fukushima) beginnen, wo die Alge ähnlich wie eine Wandfarbe auf Gebäuden und Straßen verteilt und zur Waschung von Erdreich verwendet werden wird. Sollte der Versuch den gewünschten Erfolg bringen, liesse sich mit dieser neuen Dekontaminationsmethode sogar die Menge an anfallendem radioaktivem Abfall verringern, da die Alge nach der Trocknung deutlich an Volumen verliert.

Gerinnungsmittel soll Austritt von radioaktivem Wasser  verhindern: TEPCO plant die Einbringung eines Koagulans in die Kellergeschosse der Reaktorgebäude, um auf diese Weise das weiteres Durchsickern in die Turbinengebäude zu verhindern. Damit möchte man dem bisherigen Problem der volllaufenden Keller der Turbinengebäude begegnen.

Die indirekte Abdichtung durch die Gerinnung könnte zu einer Vereinfachung des Kühlungskreislaufs führen.  Bislang wird der Reaktor durch Wasser gekühlt, das dadurch radioaktiv kontaminiert wird und dann durch Risse in die Keller der angrenzenden Turbinengebäude dringt. Von dort wird es abgepumpt und wieder in den Reaktor eingebracht. Beim Erfolg der Maßnahme könnte der Umweg über das Auspumpen der Keller wegfallen. Das berichtet die Nachrichtenagentur jiji. Auch die Menge an radioaktiv kontaminiertem Wasser und dessen Aufbewahrung könnte so reduziert werden.

Lachse kehren nach Tsunami wieder in Flüsse zurück: Mitglieder einer Freiwilligengruppe die nach dem Erdbeben blockierte Flüsse räumen freuten sich, als im Ryorigawa, einem Fluss in der Präfektur Iwate, Hinweise auf einen Neubeginn der Lachswanderung zu finden waren. Nachdem der Tsunami  den Hafen Ofunato getroffen hatte, waren seine Wassermassen auch landeinwärts vorgedrungen und hatten verheerende Schäden an den Ufern angerichtet. Dass nun Lachse zum laichen wieder die Flüsse hinaufwandern, wird von vielen als Zeichen für eine Erholung der Natur nach dem schweren Erdbeben betrachtet. Das berichtet die Asahi Shimbun.

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