Start Aktuelles Japan aktuell: Babynahrung mit radioaktivem Cäsium belastet

Japan aktuell: Babynahrung mit radioaktivem Cäsium belastet

929
1
TEILEN
Japans Kinder (Symbolfoto: Michael Rhys cc-by)
Stresspegel von Müttern und Kindern nach Fukushima-Katastrophe untersucht (Symbolfoto: Michael Rhys cc-by)
Kontaminierte Babynahrung: Japans Kinder blicken ernster Zukunft entgegen (Foto: Michael Rhys cc-by)

In Japan ist offenbar keine gute Zeit für Hoffnungsträger oder andere positive Vorzeichen. Zuletzt verfaulte die einzige überlebende Kiefer eines ganzen Waldes in Rikuzentakata am Salzwasser –  gestern starb mit „Pusuke“ im Alter von 26 Jahren und neun Monaten nun auch der bislang älteste Hund der Welt.

Auf der anderen Seite stehen der abenteuerlich klingende Bericht auf dem Portal von Yahoo! Japan vom 2. Dezember, dem zufolge möglicherweise ein Hackingangriff auf das AKW Fukushima verübt worden sei, und die Medienberichte, denen zufolge  Radioaktivität aus Fukushima aktuell erstmals für die Kontamination von Babynahrung verantwortlich sein soll. Mehr Fukushima News nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 6. Dezember 2011.

Radioaktives Cäsium in Babynahrung: Wie japanische Medien berichten, wurden in Milchpulver des japanischen Lebensmittelherstellers Meiji radioaktive Substanzen nachgewiesen. Bei dem entdeckten Material handelt es sich um Cäsium-134 und Cäsium-137. Die Belastung betrage bis zu 30,8 Becquerel pro Kilogramm.

Die Meiji Corporation erklärte, die Verbraucher könnten die insgesamt 400.000 Dosen des Produktes, das unter dem Namen „Meiji Step“ mit je 850 Gramm Inhalt in den Handel gelangt war, kostenlos umtauschen. Betroffen sind Chargen, deren Haltbarkeitsdatum im Oktober kommenden Jahres Enden (Für Bewohner Japans: Es handelt sich um Produkte mit dem Verfallsdatum des 3. bis 6. sowie des 21. bis 24. Oktober 2012/Heisei 24)

Die genaue Ursache wie es zur Belastung des Milchpulvers, das zwischen dem 14. – 20. März 2011 hergestellt worden war kommen konnte, wird derzeit untersucht. Ein Zusammenhang mit der Krise am AKW Fukushima Daiichi ist jedoch wahrscheinlich.

Da Teile der verarbeiteten Rohmilch zwar von Japans nördlichster Hauptinsel stammen, jedoch ein großer Teil aus Australien importiert worden war, scheint es nach Angaben des Herstellers möglich, dass die Belastung erst bei der Verarbeitung in einer Anlage in Saitama entstand. Dort könnte durch die bei der Lufttrocknung benötigte Belüftung, radioaktives Cäsium, dass bei dem Reaktorunfall in Fukushima freigesetzt worden war, in das Produkt gelangt sein. Die Kontamination war festgestellt worden, nachdem Verbraucher vergangenen Monat die Sicherheit des Produkts in Frage gestellt hatten.

Dennoch bestehe auch in diesem Fall kein Grund zur Besorgnis, liess der Hersteller mitteilen und verwies darauf, dass auch der höchste festgestellte Wert von 30,8 Becquerel immer noch deutlich unter dem von der Regierung festgelegten Grenzwert von 200 Becquerel pro Kilogramm liege. In einer Erklärung teilte die Firma Meiji mit, dass der Grad der Belastung keinen Einfluss auf die Gesundheit habe, „selbst wenn das Produkt täglich konsumiert wird„. Durch das Aufkochen des Pulvers mit heissem Wasser werde der Gehalt von Cäsium in der Trockenmasse auf 3 bis 4 Becquerel im fertigen Produkt verdünnt.

Regierung verordnet TEPCO Schutzmaßnahmen: Die japanische Atomenergiesicherheitsbehörde NISA hat einem Artikel der Mainichi Shimbun zufolge den Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi den Energiekonzern TEPCO angewiesen, geeignete Präventionsmaßnahmen gegen Lecks an der Anlage zu treffen.

Die Mainichi Shimbun berichtet nun, TEPCO spreche beim Zwischenfall vom Sonntag von 45.000 Litern bzw. 45 Kubikmetern die austraten. Etwa 300 Liter seien aus dem Reaktorgebäude gelangt und möglicherweise durch einen Riss im Beton und einen Ausguss ins Meer gelangt. Die NISA fordere nun Maßnahmen, wie etwa die Anbringung von Detektoren gegen Wasserlecks.

Bodentruppen der SDF sollen mit Vorarbeiten beginnen: Am morgigen Mittwochen sollen die Bodentruppen der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte die Dekontaminationsarbeiten im 20 Kilometer Sperrgebiet aufnehmen, berichtet die Nachrichtenagentur jiji. Insgesamt werden 900 Truppen mobilisiert und nach Namie, Naraha, Tomioka sowie Iitate entsandt. Dort sollen sie in einem zunächst zwei Wochen dauernden Einsatz Vorbereitungen treffen die es später Privatunternehmen ermöglichen sollen, anschliessende Dekontaminationen durchzuführen.

Tenno übernimmt Pflichten wieder: Nachdem Kronprinz Naruhito während des Krankenaufenthalts seines Vaters Anfang November zeitweise dessen Aufgaben übernommen hatte, übernahm der Tenno am Dienstagmorgen wieder seine Arbeiten und unterzeichnete etwa zwischenzeitlich eingesandte Schreiben der Regierung. Quellen der NHK zufolge soll die Körpertemperatur des Tenno fast wieder auf normaler Höhe sein und auch der Husten habe sich fast gelegt. Bach Angaben des Kaiserlichen Hofamtes unternehme er mit seiner Gemahlin Spaziergänge im Palastgarten, um seine Gesundheit zu stärken.

1 KOMMENTAR

  1. Und wiedermal wird Milchpulver gepanscht. Die Dinge scheinen sich zu wiederholen.

Comments are closed.