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Japan aktuell: Bau von Stahlgerüst an Fukushima-Reaktor 4 begonnen

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Fukushima-Reaktor 4: Anbringung des ersten Stützgerüst-Pfeilers am 8. Januar 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Anbringung des ersten Stützgerüst-Pfeilers am 8. Januar 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Anbringung des ersten Stützgerüst-Pfeilers am 8. Januar 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Anbringung des ersten Stützgerüst-Pfeilers am 8. Januar 2013 (Foto: TEPCO)

Nachdem etwa eine Woche lang keine offiziellen Meldung zum Status der Anlage verfügbar waren, gibt es vom AKW Fukushima heute wieder eine relevante Meldung. Dabei geht es um Bemühungen zur Stilllegung der Anlage und die hierfür notwendigen Baumaßnahmen.

So zeigt sich, dass die Lage am Kernkraftwerk Fukushima aktuell weiterhin von Interesse bleibt, wenn auch die Folgen der Tohoku-Katastrophen ebenfalls Thema bleiben.

Daher an dieser Stelle wie üblich sowohl Fukushima News, als auch weitere Meldungen – im Spreadnews Japan-Ticker vom 8. Januar 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Gerüstbau an Fukushima-Reaktor 4 begonnen
  • Umweltministerium reagiert auf Fukushima-Umweltskandal
  • Diskussion über mögliche schwere Seebeben
  • Kabinetts-Konferenzraum nach 11 Jahren der Presse gezeigt
  • Gründer von Sea Shepherd tritt zurück
  • Gereizte Reaktionen auf Chinas Vorgehen
    • Chinesische Schiffe verlassen Japans Gewässer
    • Außenministerium bestellt Chinas Botschafter ein
    • Premier Abe ordnet höhere Senkaku-Sicherheit an

Gerüstbau an Fukushima-Reaktor 4 begonnen: Am AKW Fukushima Daiichi begannen an Reaktor 4 heute die Arbeiten zum Bau eines Stahlgerüsts. Dieses soll später einen Kran sowie einen Schutzmantel halten, durch den Regen abgehalten und austretende Strahlung gedämmt werden soll, um die Bergung der Brennelemente zu erleichtern.

Fukushima-Reaktor 4: Errichtung der ersten beiden Stützgerüst-Pfeiler abgeschlossen am 8. Januar 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Errichtung der ersten beiden Stützgerüst-Pfeiler abgeschlossen am 8. Januar 2013 (Foto: TEPCO)

Bei den heutigen Arbeiten, die von 8:33 Uhr bis 11:45 Uhr andauerten, stellten insgesamt 40 Arbeiter, die in Gruppen von 20 Mann arbeiteten, die beiden ersten Stahlstrukturen auf. Der Kraftwerksbetreiber TEPCO veröffentlichte hierzu einige Fotos.

Hauptziel für die Zukunft ist die Anbringung eines Krans, mit dessen Hilfe dann Brennelemente geborgen werden sollen.

Pläne zu dieser Maßnahme gab es bereits zuvor (Spreadnews berichtete am 16. April 2012) und zwar ebenso wie Gerüchte über ein Absinken des Reaktors und ein damit verbundenes Katastrophenszenario. Zumindest die offiziellen Angaben von TEPCO bestätigen derartige Theorien bislang jedoch offenbar nicht.

Umweltministerium reagiert auf Fukushima-Umweltskandal: Zuletzt war es die illegale Entsorgung radioaktiv kontaminierten Wassers, die sich Mitte Dezember vergangenen Jahres in Naraha und Iitate ereignet hatte, die bekannt geworden war. Nun kündigte des Umweltministerium an, Gegenmaßnahmen zu ergreifen

So will das Ministerium die gesamte Angelegenheit lückenlos aufklären und entschied sich gestern zur Schaffung einer Zentrale, die das richtige Vorgehen bei der Dekontamination fördern und dabei gleichzeitig die Überwachung dieser Maßnahmen übernehmen soll. Auch sollen nun regelmäßige Kontrollen vor Ort erfolgen.

Als Reaktion auf das Eingeständnis, Berichte und Beschwerden über die illegale Entsorgung nicht richtig handhabte, wurde nach Angaben der Mainichi Shimbun nun auch eine Überarbeitung des Beschwerdesystems angeregt.

Diskussion über mögliche schwere Seebeben: Ein Regierungsausschuss unter Beteiligung von Seismologen und Tsunami-Experten kamen heute auf einem vom Ministerium für Land, Infrastruktur und Transport organisierten Treffen zusammen, um die Größe möglicher Seebeben im japanischen Meer zu diskutieren und Risikogebiete an der Küste zu ermitteln.

Tohoku-Katastrophe 2011: An Land geschleudertes Schiff in Kamaishi, Präf. Iwate (Foto: Copyright Andreas Teichert/DTRG e.V.
Tohoku-Katastrophe 2011: An Land geschleudertes Schiff in Kamaishi, Präf. Iwate (Foto: Copyright Andreas Teichert/DTRG e.V.

Derartige schwere Seebeben und die damit verbundenen Tsunami sind eine bekannte Gefahr, doch ging man vor zehn Jahren davon aus, dass Erdbeben mit Magnituden von 7,5 bis 7,8 sich in einer oder mehrerer der acht Zonen des Gebiets ereignen könnte. Das Tohoku-Erdbeben 2011 jedoch zeigte, dass mehrere der Bruchzonen gleichzeitig aktiv waren.

Dies ist nach Angaben der NHK Grund genug für die Regierung zu ermitteln, ob ein derartiges tektonisches Phänomen auch im japanischen Meer denkbar ist und wie einem entsprechenden Erdbeben begegnet werden müsste.

Kabinetts-Konferenzraum nach 11 Jahren der Presse gezeigt: Es soll ein Symbol sein, für stärkere Veröffentlichung von Informationen an die Öffentlichkeit und gleichzeitig ist es ein höchst ungewöhnliches Ereignis. Nach elf Jahren ist der Konferenzraum des Kabinetts wieder für die Presse zugänglich.

Für gewöhnlich haben hier nur bestimmte Regierungsbeschäftigte zutritt. Das letzte Mal hatte der damalige Premier Junichiro Koizumi im April 2002 den Zutritt für Pressevertreter erlaubt. Wie die jiji berichtet soll dies nach Angaben von Chefkabinettssekretär Yoshihide Suga zeigen, dass die Regierung Anstrengungen unternehme die Distanz zur Öffentlichkeit zu verringern.

Gründer von Sea Shepherd tritt zurück:  Wie die militante Umweltschutzorganisation Sea Shepherd am heutigen Dienstag mitteilte, tritt ihr Gründer Paul Watson praktisch von allen führenden Posten zurück.

Sea Shepherd Schiff "Steve Irwin" (Foto: Melburnian cc-by)
Sea Shepherd: Kapitän der "Steve Irwin" tritt von Ämtern zurück (Foto: Melburnian cc-by)

Er reagiert damit auf die Verfügung eines US-Gerichts, der zufolge eine Störung der  japanischen Walfangmaßnahmen andernfalls US-Gesetze verletze.

Doch Sea Shepherd gibt deswegen nicht klein bei. Unter Führung der australischen Abteilung der Organisation, sollen die diesjährigen Aktionen weitergeführt werden.

Auch Watsons Posten als Kapitän der „Steve Irwin“ ist bereits neu besetzt. Der Sea Shepherd Gründer wird jedoch weiterhin in beratender Funktion dort tätig sein.

Über diese Neuigkeiten berichteten aus Japan etwa Kyodo und NHK.

Durch den Rücktritt, der mit einer so genannten „Red Notice“ von Interpol gesucht wird, könnten die Aktivisten versuchen, rechtlich wieder Land gut zu machen. Die gegenwärtige  Verfügung verbietet ihnen gefährdende Handlungen gegen Japans Walfangschiffe.

Chinesische Schiffe verlassen Japans Gewässer: In der gestrigen Nacht verliessen die vier chinesischen Schiffe die gegen Mittag in japanische Gewässer eingedrungen waren, nach 13 Stunden das Gebiet wieder. Allerdings bleiben sie zunächst im Grenzgebiet zu diesen. Japans Küstenwache warnte sie vor einer Wiederholung.

Bei den Schiffen handelte es sich um die Hajian 26, 51, 66 und 137.

Gereizte Reaktionen auf Chinas Vorgehen: Nachdem Premierminister Abe seinen ersten Arbeitstag 2013 mit dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne „Kimigayo“ begann, wird dies von einigen als geistige Rückkehr zum Militarismus verstanden. Doch nun die aktuelle Senkaku-Meldungen zusammengefasst.

Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)
Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)

Außenministerium bestellt Chinas Botschafter ein: Als Reaktion auf die jüngste Aktion der chinesischen Behörden in japanischen Gewässern, hat Japans Stellvertretender Außenminister Akitaka Saiki, den chinesischen Botschafter Cheng Yonghua am morgen in das Außenministerium zitiert und harschen Protest eingelegt. Dieser wurde abgewiesen.

Premier Abe ordnet höhere Senkaku-Sicherheit an: Japans Premierminister Shinzo Abe wies den Verteidigungsminister Itsunori Onodera heute an, die Sicherheit um die Senkaku-Inselkette zu erhöhen.

Problematisch ist dabei unter anderem, dass Japan zwar über Abfangjäger verfügt, jedoch nicht über Luftraumüberwachungsflugzeuge vom Typ E-2.

1 KOMMENTAR

  1. Wann wird der importierte Thunfisch von der japanischen Küste im Handel auf strahlen untersucht?Warum übernimmt man die radioaktiven Werte von Japan. Warum wurden diese Werte nach oben gesetzt? Wie groß ist das Risiko… Schließlich haben wir es nicht mit Pferdefleisch zu tun!

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