Start Aktuelles Japan aktuell: Bauteile des Schutzmantels am AKW Fukushima eingetroffen

Japan aktuell: Bauteile des Schutzmantels am AKW Fukushima eingetroffen

1326
0
TEILEN
Schutzmantelbau für Fukushima. Grafik: TEPCO
Schutzhülle in Fukushima: Von der Skizze nun zur Lieferung von Bauteilen. Grafik: TEPCO
Schutzmantelbau für Fukushima. Grafik: TEPCO
Schutzhülle in Fukushima: Von der virtuellen Skizze nun zur Lieferung von Bauteilen. Grafik: TEPCO

Nachdem am gestrigen Dienstag das Erdbeben die Präfektur Wakayama mit einer Stärke von 5,5 und einem anschließenden Nachbeben erschüttert hatte, es jedoch keine Berichte über Verletzte gab, werden nun erneut aus Fukushima aktuelle Nachrichten erwartet.

Tatsächlich gibt es heute Meldungen die sich mit der strukturellen und baulichen Maßnahmen als auch den Folgen der Nuklearkatastrophe am Atomkraftwerk Fukushima Daiichi befassen – unter diesen Fukushima News befindet sich allerdings auch eine Meldung über medizinische Probleme einiger Kraftwerksarbeiter. Mehr dazu im Spreadnews Japan-Ticker vom 06. Juli 2011.

00:00 Morgen wieder auf Spreadnews aktuelle Nachrichten zu aktuellen Themen. Kommen Sie gut durch die Nacht.

Drei Fukushima-Arbeiter in Notfallzentrum: Einer Meldung der japanischen Atomaufsicht NISA zufolge, wurden am Mittwoch drei Arbeiter, die im AKW Fukushima tätig waren in ein „Emergency Medical Center“ verbracht. Zwei von ihnen hatten offenbar einen Hitzschlag erlitten. Einer hatte im Turbinengebäude von Reaktor 1 Kabel verlegt, während der zweite Pförtnerdienst am Westtor der Anlage hatte.

Der dritte eingelieferte Angestellte erlitt leichte Verletzungen, als er bei Arbeiten im Reaktorgebäude 4 einige Stufen hinabfiel.

Überalterung von AKW in Japan: Japan hat mit alten Reaktoren und langen Laufzeiten zu kämpfen. Mittlerweile sind 19 der 54 Atomkraftwerke in Japan über 30 Jahre alt, das Durchschnittsalter der Anlagen beträgt 25 Jahre. Neuere Atomkraftwerke gibt es dabei kaum. Lediglich fünf Kernkraftwerke sind seit weniger als zehn Jahren im Betrieb.

Innerhalb der nächsten zehn Jahre werden 30 Prozent der japanischen Nuklearanlagen über 40 Jahre alt sein. Ursprünglich galt eine Betriebserlaubnis von 30-40 Jahren, diese war jedoch in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts auf 60 Jahre ausgedehnt worden, sofern Sicherheitsmaßnahmen und Prüfungen eingerichtet wurden.

So ist etwa Reaktor 1 des AKW Tsuruga (Präf. Fukui) bereits seit 1970 aktiv und damit der älteste seiner Art. Der Reaktor 1 des havarierten AKW Fukushima Daiichi ist nicht nur baugleich, sondern wurde auch nur ein Jahr später gebaut.

Ortsverwaltungen gegen Neustart von AKW Genkai: Die Ankündigung, das AKW Genkai in der Präfektur Saga wieder in Betrieb nehmen zu wollen, hat neben den Bürgern der Stadt Imari, die sich nur 12km vom Kernkraftwerk befindet, auch in anderen Präfekturen Besorgnis erregt, so ein Artikel der Asahi Shimbun.

So äußerten auch die Bürgermeister der Stadt Sasebo in der Nachbarpräfektur Nagasaki und die Verwaltung von Itoshima in der Präfektur Fukuoka Besorgnis. Letztere liegt lediglich 20km  vom AKW entfernt. Der Betreiber des Atomkraftwerks, die Kyushu Electric sieht dagegen Verhandlungen mit der Präfektur Saga als ausreichend an, diese vertrete schliesslich das gemeinsame Interesse aller Betroffenen.

Präfektur Fukui weiterhin gegen Neustarts: Die Führung der Präfektur Fukui, hält weiter an seiner Blockade der Pläne zum Neustart von Kernkraftwerken in seiner Präfektur fest, solange keine ausreichende Sicherheit gewährleistet sei.

Zudem warf sie der Regierung vor, die Ängste von Einwohnern die in Präfekturen mit Nuklearanlagen leben, nicht ehrlich zu berücksichtigen und nicht ausreichend über einen möglichen Zusammenhang zwischen Fukushima-Unglück und Alter der Anlage informiert zu haben. Das meldet die Nachrichtenagentur Jiji.

Erste Bauteile des Schutzmantels für Fukushima eingetroffen: Wie der japanische Nachrichtensender NHK meldet, sind die ersten Bauteile für die Schutzhülle eingetroffen. Zuvor war eine erste Montage im etwa 50km entfernten Hafen Onahama erfolgt. Auch Teile des Sockels sollen noch am heutigen Mittwoch geliefert werden.

Die Fukushima Schutzhülle – eine Kombination aus Stahlgerüst und Kunststoff – soll sowohl die unkontrollierte Freisetzung von Radioaktivität in die Umgebung eindämmen als auch die Einwirkung des Wetters auf Stabilität der Reaktorgebäude (durch Korrosion) und den Wasserstand (aufgrund von Regenfällen) verhindern.

Noch diesen Monat will TEPCO eine Schätzung der bislang freigesetzten Radioaktivität vornehmen, um dann nach der Fertigstellung der neuen Reaktorschutzhülle die Effektivität der Abschirmungsmaßnahme beurteilen zu können.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here