Start Aktuelles Japan aktuell: Bergung von Brennelementen an Fukushima-Reaktor 4 soll früher beginnen

Japan aktuell: Bergung von Brennelementen an Fukushima-Reaktor 4 soll früher beginnen

2595
3
TEILEN
Fukushima-Reaktor 4: Blick auf den Deckenkran (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Blick auf den Deckenkran (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Blick auf den Deckenkran (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Blick auf den Deckenkran (Foto: TEPCO)

Ein neuer Strahlungsrekord und Hinweise auf einen früheren Start der Entfernung von Brennelementen aus dem Gebäude von Reaktor 4 sind am AKW Fukushima heute von besonderem Interesse.

Auch das Vorgehen bei der Bewältigung der Wasserproblematik und die Lagerung radioaktiver Abfälle sind im Zusammenhang mit der Anlage von Fukushima aktuell ein Thema.

Einzelheiten zu diesen und weiteren Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 23. Oktober 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Bergung von Brennelementen an Fukushima-Reaktor 4 soll früher beginnen
  • Neuer Betastrahlungsrekord an Abwasserkanal des AKW Fukushima
  • Gefriertest an kontaminiertem Wasser durchgeführt
  • Leckalarm in Turbinengebäude von Reaktor 3
  • TEPCO lässt erneut Regenwasser ab
  • Japan forscht an besserem Atommüll

Bergung von Brennelementen an Fukushima-Reaktor 4 soll früher beginnen: Angeblich will der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi bereits eine Woche früher mit den Arbeiten zur Bergung von abgebrannten Brennelementen aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 beginnen, als dies ursprünglich geplant war.

Fukushima-Reaktor 4: Blick in das Lagerbecken (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Blick in das Lagerbecken (Foto: TEPCO)

Die 1.535 Brennelemente befinden sich in einem Becken in einem Stockwerk oberhalb des Reaktors, in dem sich zu Beginn der Krise eine Wasserstoffexplosion ereignete.

202 der Brennelemente sind bislang ungenutzt, die übrigen bereits abgebrannt.

Sobald die Sicherheit der Anlage durch die Atomaufsichtsbehörde bestätigt wurde, besteht die Möglichkeit, mit der Bergung zu beginnen.

Die Brennelemente sollen aus dem Becken heraus in Behälter transferiert und im Becken eines Gebäudes in 100 Metern Entfernung wieder gekühlt werden. Dort seien die Bedingungen zur sicheren Lagerung besser.

Der gesamte Bergungsvorgang soll, sofern keine Störungen auftreten, bis Ende kommenden Jahres andauern. Über die Verschiebung im Zeitplan berichtet die Kyodo unter Berufung auf ungenannte Quellen.

Bislang wurden bereits mehrere Maßnahmen durchgeführt, die zur künftigen Bergung aus dem Lagerbecken erforderlich sind.

Fukushima-Reaktor 4: Blick auf die Halterung der Brennelemente (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Blick von oben auf das Gestell der Brennelemente (Foto: TEPCO)

Bereits im Jahr 2012 war die Testbergung von zwei ungenutzten Brennstäben zunächst geplant und schließlich auch durchgeführt worden (Spreadnews berichtete am 13 und 19. Juli 2012).

Später wurde mit dem Bau eines Gerüstes für Schutzmantel und Kran begonnen, der erfolgreich verlief (Spreadnews berichtete erstmals am 8. Januar 2013).

Auch der Deckenkran für die künftigen Arbeiten wurde praktisch fertiggestellt (Spreadnews berichtete am 25. September 2013). Ob die Vorverlegung tatsächlich stattfindet und welchen Verlauf die Bergungsmaßnahmen haben werden, bleibt abzuwarten.

Neuer Betastrahlungsrekord an Abwasserkanal des AKW Fukushima: Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO heute mitteilte, wurde ein neuer Strahlungsrekord für Betastrahler in einem Abwassergraben auf dem Gelände nachgewiesen.

Atomsymbol
AKW Fukushima: Neuer Tritiumrekord in Grundwasser (Grafik: pd)

In der am Dienstag entnommenen Wasserprobe aus dem Graben, der sich in der Nähe des Lagertanks befindet, aus dem im August 300 Tonnen stark radioaktives Wasser austraten, wurden 59.000 Becquerel pro Liter an radioaktivem Material, das vornehmlich Betastrahlung freisetzt, nachgewiesen.

Am Montag waren dort noch 5.000 Becquerel gemessen worden.

Aufgrund des Umstands, dass der Graben eine Verbindung zum Meer darstellt, hat das Unternehmen damit begonnen, die Seeseite des Grabens durch Sandsäcke abzudichten und dort Wasser abzupumpen.

Allerdings räumte TEPCO ein, dass diese Maßnahmen nicht ausreichend seien, um eine Kontamination des Meeres vollständig zu verhindern.

Als Ursache für den hohen Grad an Kontamination geht der Elektrizitätsanbieter davon aus, dass die schweren Regenfälle das radioaktive Material aus dem Boden und in den Graben gespült hätten. Der betroffene Graben befindet sich 600 Meter vom Meer entfernt. Über den Fund berichtete die jiji.

Gefriertest an kontaminiertem Wasser durchgeführt: Die Kontamination des Pazifiks ist eines der Hauptprobleme des Kraftwerksbetreibers TEPCO. Um dieser Herausforderung begegnen zu können, führt das Unternehmen einen eher ungewöhnlichen Test durch.

Bei dem Test der im August begann, errichteten die Techniker ein Modell des unterirdischen Tunnels, der als wichtigste Ursache der Kontamination gilt und versuchten, das im Modell befindliche Wasser zu gefrieren.

In dem echten Tunnel soll Grundwasser fließen, dass durch einen Tunnel mit Verbindung zu den Untergeschossen der Reaktor-Turbinengebäude durch radioaktives Wasser kontaminiert wird und dann in den Pazifik gelangt.

Bei dem Tests verlegten die TEPCO-Techniker Kühlmittelleitungen zwischen dem Nachbau des Tunnels und dem Turbinengebäude. Tatsächlich sei es gelungen eine 2 x 2 Meter messende Eiswand zu schaffen und das dort gestaute Wasser abzupumpen. Trotz dieses Erfolges zeige der Test auch neue Probleme auf.

So sei es aufgrund der Strahlungshöhe und weiterer Faktoren im realen Tunnel nicht ohne weiteres möglich, die Leitungen gleichmäßig zu verlegen. Auch habe sich herausgestellt, dass mehr Leitungen als erwartet eingesetzt werden mussten, um eine einheitliche Gefrierstruktur zu schaffen.

Dennoch will das Unternehmen zu Beginn kommenden Jahres mit Arbeiten zur Einfrierung radioaktiver Abwässer beginnen und bereits im nächsten Fiskaljahr etwa 10.000 Tonnen aus dem Tunnel abpumpen. Das berichtet die NHK.

Leckalarm in Turbinengebäude von Reaktor 3: Gegen 2:46 Uhr wurde im ersten Stock des Gebäudes ein Alarm ausgelöst, der auf ein Wasserleck hinwies. Die Daten von Reaktor 3 zeigten jedoch weder bei der Einspeisungsrate, noch bei der Temperatur des Abklingbeckens oder ähnlicher Faktoren irgendwelche Auffälligkeiten.

Wie sich herausstellte, war offenbar Regenwasser, dass den Leckdetektor erreicht hatte, ursächlich für den Alarm. Auch an den Leitungen, durch die angesammeltes Wasser abgepumpt wird, waren bei Kontrollen keine Lecks oder Auffälligkeiten entdeckt worden.

TEPCO lässt erneut Regenwasser ab: Am gestrigen Tag öffnete TEPCO erneut an zwei Tankbereichen die Ventile um angesammeltes Regenwasser abzulassen. Die Maßnahme wurde nach heutiger Mitteilung des Unternehmens erforderlich, da der anhaltende Regen in den Bereichen H9 und H9 (West) zum Pegelanstieg hinter den Barrieren geführt hatte.

AKW Fukushima: Wasserlache am Ablassventil von Wasserbehälter am 19. August 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Zwei weitere Ventile wegen Regenwasser geöffnet (Abb. symbolisch TEPCO)

Um die Sicherheit des freigesetzten Wassers zu garantieren, habe man an allen vier Ecken der Barrieren die notwendigen Wasserproben entnommen und sichergestellt, dass die festgesetzten Grenzwerte nicht überschritten wurden.

TEPCO veröffentlichte die Messergebnisse, sowie den Zeitpunkt der Ventilöffnung um die Unbedenklichkeit zu dokumentieren. Bei der Freisetzung in die Umwelt zwischen 12:24 Uhr und 12:48 Uhr wurde demnach weder für Cäsium noch für Strontium der Nachweiswert erreicht.

Japan forscht an besserem Atommüll: Die Lagerung radioaktiv kontaminierten Materials ist ein Haupthindernis bei der effektiven Dekontamination von Gemeinden und Umwelt. Die bislang einzige Option der unterirdischen Lagerung trifft auf Misstrauen der Bevölkerung. Daher will die Regierung die Lagerung atomarer Abfälle künftig sicherer machen.

Symbolbild: Atommüllfass (Foto: pd)
Japan will Atommüll ungefährlicher machen (Symbolbild: pd)

Das Wissenschaftsministerium berief am heutigen Mittwoch einen Expertenausschuss ein und erklärte, man plane die Entwicklung einer Technologie, mit der die Dauer einer Umweltgefährdung durch von mehreren zehntausend Jahren auf einige tausend Jahre reduziert werden kann.

Teil dieses Plans ist die Verringerung von radioaktivem Material mit hoher Halbwertszeit in abgebrannten Brennelementen, durch den Einsatz von Partikelbeschleunigern. Durch diese Technologie würde das Ausgangsmaterial in Produkte mit geringerer Halbwertszeit getrennt.

Da in diesem Fall auch die Menge an stark radioaktiven Abfällen, die einer besonderen Lagerung bedürfen abnehmen würde, könnte dies auch den bisherigen Platzbedarf auf ein Hunderstel der bisherigen Schätzungen verringern.

Dennoch sehen sich auch diese Pläne mehreren Hindernissen gegenüber – nicht zuletzt auch Sicherheitsfragen. Einige Experten sind der Ansicht, man müsse bei der Entscheidung, ob diese Technik überhaupt zum Einsatz kommt, besondere Vorsicht walten lassen.

Auch raten andere Experten bereits jetzt, Japan solle internationale Hilfe bei dem Projekt hinzuziehen. Im Fall einer solchen Unterstützung könne der Plan in schätzungsweise 20 bis 30 Jahren umgesetzt werden. Hierüber berichtete die NHK.

3 KOMMENTARE

  1. Mir wird schlecht, wenn ich das lese : EXPERTENAUSSCHUSS !!!

    Das Wissenschaftsministerium berief am heutigen Mittwoch einen Expertenausschuss ein und erklärte, man plane die Entwicklung einer Technologie, mit der die Dauer einer Umweltgefährdung durch von mehreren zehntausend Jahren auf einige tausend Jahre reduziert werden kann.

  2. …,dann brauchen sich meine Enkel in der 200sten Generation ja keine Sorgen mehr zu machen. Ich bin wirklich erleichtert!

  3. Tepco hat wohl sämtlichen realitäts-sinn verloren.
    Diese Atomruinen verseuchen munter weiter den gesamten Pazifik vor ort . Mit Auswirkungen nach Hawaii und an die Amerikanische – Küste
    wo schon jede menge radiaktive strahlung an fischen gefunden wurde.
    Ob das desaster nu nur noch einige tausend oder hundertausend jahre strahl , ist für mich egal gewurden. Ich hab nur höchstens 80 jahre auf dieser welt , die sowieso zur hölle geht. Der mensch lernt nicht . Er vernichtet seinen lebensraum. Willkommen in der hölle.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here