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Japan aktuell: Bergung von Stahlträger am AKW Fukushima vorbereitet

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Fukushima-Reaktor 3: Bergungsübung des Stahlträgers an einem Modell am 19. Dezember 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Bergungsübung des Stahlträgers an einem Modell am 19. Dezember 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Bergungsübung des Stahlträgers an einem Modell am 19. Dezember 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Bergungsübung des Stahlträgers an einem Modell am 19. Dezember 2012 (Foto: TEPCO)

Ohne jede Rücksicht auf ein potentielles Ende der Welt veröffentlichte TEPCO, Betreiber des AKW Fukushima, heute weitere Bilder von der Anlage. Dort soll heute eine lang geplante Bergungsaktion erfolgen.

Dennoch sind natürlich neben dem  Kernkraftwerk Fukushima aktuell auch andere AKW in Japan weiterhin von Interesse, geht es nicht zuletzt um Sicherheit und Entscheidungen zu möglichen Neustarts.

Einzelheiten zu den Fukushima News sowie weiteren Themen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 20. Dezember 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • Bergung von Stahlträger am AKW Fukushima vorbereitet
  • Neustart am AKW Higashidori fraglich
  • Keine AKW-Kontrollen vor Juli 2013
  • NHK muss Wortwahl bei Erdbeben-Warnungen ändern
  • Ältester Mann der Welt gibt Ratschläge
  • Weihnachtsmann besucht Katastrophengebiete per Helikopter

Bergung von Stahlträger am AKW Fukushima vorbereitet: TEPCO veröffentlichte heute Aufnahmen, die den Fortschritt bei der Entfernung von Trümmern aus dem oberen Bereich von Reaktor 3 zeigen. Von besonderem Interesse ist dabei, dass auch von Vorbereitungen zur Entfernung eines herabgestürzten Stahlträgers zu hören ist.

Tatsächlich soll der Stahlträger bereits heute geborgen werden. Bislang seien jetzt dafür drei Schritte durchgeführt worden:

  • Übung mit einem Modell
  • Schutz der Öffnung in der Decke
  • Reinigung des Wassers im Abklingbecken
Fukushima-Reaktor 3: Sichtverhältnisse am 6. November (o.) und 13. Dezember (u.) (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Sichtverhältnisse am 6. November (o.) und 13. Dezember (u.) (Foto: TEPCO)

Attrappen-Test: Für diesen Test nutzte man einen Stahlträger, der in Größe dem Exemplar entspricht, dass aus dem Becken gehoben werden soll, um das Greifmanöver und den Abstand zwischen angehobenem Träger und Öffnung zu prüfen. Der Kranführer erhielt zudem ein zusätzliches Training.

 Schutz der Öffnung:  Sowohl Schutzmaterial, als auch Stahlträger zur Unterstützung der Öffnung wurden bereits beschafft.

Wasserreinigung im Abklingbecken: Seit dem 10. Dezember ist ein entsprechendes System im Einsatz und mittlerweile habe sich die Sichtweite mit bloßem Auge auf fünf Meter verbessert. TEPCO dokumentiert diese Arbeitsschritte mit einer Reihe von fotografischen Aufnahmen und Videomaterial.

 

Neustart am AKW Higashidori fraglich: Der Expertenausschuss unter Aufsicht der Atomsicherheitsbehörde NRA einigte sich am heutigen Donnerstag darauf, dass die Verwerfung unter dem AKW Higashidori vermutlich aktiv ist und widersprach damit dem Betreiber. Eine abschließende Einigung soll am Mittwoch erreicht werden.

Die Situation verstoße zwar nicht gegen die Richtlinien für Atomkraftwerke, da die Verwerfung nicht unter dem Reaktor verlaufe, allerdings ist ein Neustart in naher Zukunft unwahrscheinlich, berichten Kyodo und NHK. Die Experten sollen im Autrag der NRA noch weitere Anlagen auf Verwerfungen prüfen.

Keine AKW-Kontrollen vor Juli 2013: Am gestrigen Mittwoch teilte Shunichi Tanaka, Vorsitzender von Japans Atomaufsichtsbehörde NRA mit, es werde keine Sicherheitsbeurteilungen vor Juli kommenden Jahres geben. Es sei zuerst erforderlich neue Sicherheitsstandards festzulegen.

Selbst bei einem Antrag der Betreiberunternehmen, werde man keine Maßnahmen ergreifen, bevor nicht die neuen Regelungen rechtskräftig seien. Das berichtet die NHK. Außerdem betonte Tanaka sei es wichtig, die Debatte um die Sicherheit weiterhin öffentlich zu führen. Auch AKW-Betreiber könnten Ihre Ansichten einbringen.

Er verdeutlichte die Entschlossenheit seiner Behörde indem er erklärte, die NRA werde auch am derzeit einzig aktiven Kernkraftwerk Japans – dem AKW Oi in der Präfektur Fukui – den Stecker ziehen, sollte es nicht den neuen Standards entsprechen.

NHK muss Wortwahl bei Erdbeben-Warnungen ändern: Die Rundfunkgesellschaft NHK sieht sich genötigt, die Wortwahl bei der Warnung vor schweren Erdbeben zu überarbeiten. Zuvor hatte man bereits das Warnsystem überarbeitet und statt Höhenangaben, die unterschiedlich interpretiert und unterschätzt werden können, klarere Formulierungen gewählt.

Tsunami-Warnplakat (Copyright: Andreas Teichert/DTRG e.V.)
Tsunami-Warnplakat (Copyright: Andreas Teichert/DTRG e.V.)

In der letzten Erdbebenwarnung vom 7. Dezember waren die Zuhörer aufgefordert worden „erinnern Sie sich an das Große Erdbeben Ostjapans“ um sich in Sicherheit zu bringen und nutzte dabei die offizielle Bezeichnung für das Tohoku-Erdbeben vom März 2011.

Dies führte nun zu zahlreichen Beschwerden von Überlebenden der Naturkatastrophen.

Der verantwortliche Programmdirektor, Kenichi Ishida, kündigte an, man werde die Forumulierungen im kommenden Jahr erneut überarbeiten. Man werde zwar weiterhin deutliche Worte wählen, jedoch die Wortwahl entsprechend anpassen.Über den Fall berichteten Mainichi Shimbun und Asahi Shimbun.

Ältester Mann der Welt gibt Ratschläge: Nachdem die US-Amerikanerin Dina Manfredini am Montag starb, ist Jiroemon Kimura mit 115 Jahren der älteste lebende Mensch der Welt (Spreadnews berichtete). Nun verriet er, dass es neben seiner Empfehlung, nur kleine Mahlzeiten zu essen, noch ein weiteres Rezept:

Es sei wichtig, Dinge einfach natürlich geschehen zu lassen. Selbst wenn man starke Ambitionen hege, so würden sich Dinge eben nicht immer so entwickeln, wie man es sich erhoffe.

Am vergangenen Samstag fühlte sich Kimura krank und war in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Normalerweise lebt er mit der 59 Jahre alten Ehefrau eines seiner Enkel zusammen und führt ein vergleichsweise normales Leben. So nimmt er drei Mahlzeiten zu sich und unterhält sich.

Er verfüge über ein gutes Gehör und benötige kein Hörgerät. Auch seine Sehfähigkeit sei noch sehr gut. Lediglich sein Kurzzeitgedächtnis sei manchmal etwas schwach, berichtet die Yomiuri Shimbun

Weihnachtsmann besucht Katastrophengebiete per Helikopter: Am heutigen Donnerstag landete der Weihnachtsmann in der Stadt Ishinomaki (Präf. Miyagi) und wurde auf dem Gelände einer Grundschule von etwa 30 Kindergartenkindern und Schülern begrüßt. Wie die NHK berichtet, schenkte er ihnen Teddybären.

Auf die Frage, wo denn seine Rentiere seien, erklärte der Weihnachtsmann den Kindern, er fliege tagsüber mit einem Helikopter, damit sich die Rentiere nach der langen Arbeit während der Nacht erhohlen können.

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