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Japan aktuell: Bergungsvorbereitungen an Fukushima-Reaktor 4 machen Fortschritte

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Fukushima-Reaktor 4: Position des Geräts zur Bergung der Brennelemente im September 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Abschluss der Brennelemente für Wochenende erwartet (Symbolfoto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Position des Geräts zur Bergung der Brennelemente im September 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Position des Geräts zur Bergung der Brennelemente im September 2013 (Foto: TEPCO)

TEPCO kann von Reaktor 4 des AKW Fukushima heute Fortschritte bei den Vorbereitungen zur künftigen Bergung der Brennelemente melden.

Das Unternehmen reagierte allerdings alarmiert, als an anderer Stelle nun Wasserspuren entdeckt wurden.

Zumindest besorgt dürften auch Japans Verbraucher sein, wird doch der erneute Verkauf von Reis und Fisch aus der Präfektur Fukushima aktuell immer wahrscheinlicher.

Details der Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 25. September 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Flüssigkeit an Klimaschacht von Fukushima-Reaktor 4
  • Wasserspuren an Isolationsmaterial von Wassertank-Verbindung
  • Fukushima-Reis soll wieder verkauft werden
  • Erster Fischfang in Präfektur Fukushima angelaufen
  • Strontiumbelastung von Fisch durch Fukushima weiter unklar

Arbeiten zur Entfernung von Brennelementen aus Reaktor 4: Der Zustand von Reaktor 4 ist immer wieder Thema von Diskussionen und während die offiziellen Kontrollen von TEPCO ergeben, dass sich die gefürchtete Seitwärtsneigung des Reaktors nicht verändert hat, fürchtet mancher um die Sicherheit der dort gelagerten Brennelemente.

Fukushima-Reaktor 4: Blick auf den Brückenkran im September 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Blick auf den Brückenkran im September 2013 (Foto: TEPCO)

Um diese aus dem dortigen Abklingbecken zu entfernen, wurde zunächst ein Gerüst um den Reaktor gebaut und verkleidet, um die Freisetzung von radioaktivem Material bei künftigen Arbeiten zu minimieren. Diese Arbeiten waren am 29. Mai 2013 abgeschlossen worden.

Zwischen dem 7. Juni und dem 10. Juli erfolgten dann mehrere Arbeiten für den Deckenkran und weitere Strukturen, die für die späteren Bewegungen der Brennelemente erforderlich sein werden. Am heutigen Mittwoch wurde dann von TEPCO die Fertigstellung des Krans gemeldet.

Bevor der Kran in Betrieb genommen werden kann, wird eine Prüfung des Geräts erfolgen. Diese ist für Mitte Oktober abgesetzt. Treten dabei keine Unregelmäßigkeiten auf, sollen auch die Arbeiten für das Gerät zur Handhabung der Brennstäbe in diesem Zeitraum fertiggestellt werden.

Flüssigkeit an Klimaschacht von Fukushima-Reaktor 4: Heute entdeckte ein TEPCO-Mitarbeiter gegen 11:17 Uhr, dass Flüssigkeit von einem Klimaschacht/Luftleitung oberhalb der nordwestlichen Stufe/Treppe des vierten Stockes von Fukushima-Reaktor 4 tropfte.

Der Kraftwerksbetreiber TEPCO versicherte zunächst, die Daten des Reaktors und der Messposten wiesen keine signifikanten Änderungen auf und kündigte an, weitere Untersuchungen folgen zu lassen. Später ergänzte das Unternehmen wie angekündigt die bisherigen Angaben

Demnach habe es sich um kondensiertes Tauwasser gehandelt, dass sich auf einem Abzugsrohr oberhalb des Klimaschachts der Lüftung befand.

Wasserspuren an Isolationsmaterial von Wassertank-Verbindung: Am heutigen Mittwoch entdeckte der Angestellte eines Partnerunternehmens bei einem Kontrollgang im Lagertankbereich F gegen 9:20 Uhr eine Wasserspur am Wärmeisoliermaterial um eine Verbindungsleitung.

Diese Leitung verläuft nördlich von Reaktor 6 und stellt eine Verbindung zwischen den Wassertanks der Bereiche H1 und H2 dar.

Eine genaue Inspektion zeigte Spuren einer Flüssigkeit, die auf eine Metallplatte unterhalb der Wärmeisolation tropfte. TEPCO kündigte zunächst an, den Fund zu untersuchen und machte später weitere Angaben.

Nachdem man das Isolationsmaterial am Polyethylen-Rohr entfernt hatte, habe man kein Leck in der Leitung festgestellt. Daher geht das Unternehmen bis auf weiteres davon aus, dass es sich bei der Wasserspur entweder um Regenwasser, oder um angesammelten Tau handelt.

Fukushima-Reis soll wieder verkauft werden: Erfolgsmeldungen gab es für Bauern in der Präfektur Miyagi. Erstmals seit der Tsunami-Katastrophe vom März 2011 begannen Bauern in der Stadt Iwanuma mit der Reisernte. Nachdem des Meerwasser zunächst 150 Hektar an Reisfeldern zerstört hatte, konnte im Bezirk Tamaura Nanbu nun der beliebte Reis der Sorte Hitomebore geerntet werden.

Reisstroh (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Verkauf von Reis geplant (Foto: pd)

Nach dem Beginn der Wiederaufbereitung der Nutzfläche durch eine Kooperative im Februar 2013 zeigten sich die Reisbauern nun erleichtert, dass auf den zehn Hektar Feld, erfolgreich Reis heranwuchs.

Für das kommende Jahr wird der Anbau auf einer Fläche von 70 Hektar anvisiert. Doch auch in der Präfektur Fukushima ist der Reisanbau derzeit Thema.

Das nun Landwirte aus einem Ort, der sich innerhalb des 30-Kilometer-Radius um das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi befindet, erstmals erwägen, ihre Produkte zu verkaufen, dürfte dagegen insbesondere bei kritischen Verbrauchern weniger positiv aufgenommen werden.

Nachdem im vergangenen Jahr bei Testpflanzungen die Grenzwerte nicht überschritten wurde, hatte man zu Beginn des Jahres 2013 erstmals seit der Katastrophe den regulären Reisanbau aufgenommen. Jetzt wird die Möglichkeit des kommerziellen Verkaufs angestrebt.

Heute wurden Strahlungskontrollen durchgeführt in deren weiteren Verlauf der Reis von 110 Hektar Anbaufläche auf radioaktive Belastung kontrolliert wird. Das entspricht fast der Hälfte aller Reisfelder der Ortschaft.

Auch wenn versichert wird, das nur Reis verkauft wird, der strengere Richtlinien als die gesetzlich vorgeschriebenen erfüllt, tatsächlich in den Handel gelangt, bleibt ungewiss, ob das Vertrauen der Verbraucher ausreichend groß ist, um wieder Reis aus der Präfektur zu kaufen. Über die aktuellen Entwicklungen berichtete die NHK.

Erster Fischfang in Präfektur Fukushima angelaufen: Wie gestern bereits angekündigt, wurde heute der Fischfang vor der Küste der Präfektur Fukushima wieder aufgenommen.

Tokyo: Traditioneller Fischhändler Foto: KJ
Fischhändler in Tokyo (Foto: KJ)

Den Anfang machte die Fischereikooperative Soma-Futaba, die gegen 2:00 Uhr mit 21 Schiffen aus einem Fischereihafen in Soma auslief.

Mit etwa einmonatiger Verzögerung begann der Fischzug etwa 50 Kilometer vor der Küste.

Die Aktion zwischen den Bezirken Shinichi und Futaba hatte bereits letzten Monat starten sollen, wurde jedoch von den Fischern aufgrund des Bekanntwerdens eines dauerhaften Austritts von radioaktivem Wasser, freiwillig verschoben.

Nachdem die Fischer gegen Nachmittag zurückerwartet werden, folgen umgehende Strahlungskontrollen, bei denen sogar strengere Maßstäbe angelegt werden, als die gesetzlichen Grenzwerte. Nur bei Fischen, bei denen die Strahlung unterhalb des Nachweiswertes liegt, sollen morgen versuchsweise in Supermärkten verkauft werden.

Anfang Oktober will auch die Fischereikooperative Iwaki wieder einen ersten Testfang machen. hierüber berichteten Mainichi Shimbun und NHK.

Strontiumbelastung von Fisch durch Fukushima weiter unklar: Nicht erst seit der heutigen Wiederaufnahme der Testfänge im Meer vor der Präfektur Fukushima, ist die radioaktive Belastung von Fisch und anderen Meeresprodukten ein Thema.

Fisch: Suzuki - japanischer Barsch (Foto: kisha-san, cc-by-nd)
Fisch: Suzuki - japanischer Barsch (Foto: kisha-san, cc-by-nd)

Die Werte an radioaktivem Cäsium nehmen kontinuierlich ab und erreichen in vielen Fällen nicht einmal annähernd den Lebensmittelgrenzwert.

Allerdings basiert der Sicherheitsgrenzwert von 100 Becquerel pro Kilogramm für allgemeine Lebensmittel lediglich auf der Messung von radioaktivem Cäsium.

Die genutzten Tests sind nicht dafür bestimmt, auch die Werte von anderem radioaktiven Material, wie beispielsweise Strontium, zu ermitteln.

Im Fall von Strontium, dessen Aufnahme ein Leukämierisiko birgt, ist ein genauer Mengennachweis schwierig und kann bis zu eine Woche Zeit in Anspruch nehmen. Daher wird nur in wenigen Fällen tatsächlich auf Strontium getestet.

Stattdessen folgt das Gesundheitsministerium einer Faustformel und geht davon aus, dass die Strontiumbelastung etwa 12 Prozent der Cäsiumbelastung beträgt.

Die Abnahme der Cäsiumkonzentration lässt sich dagegen statistisch gut nachvollziehen.

Radioaktiv belasteter Fukushima-Fisch (Grünling) vom 1. August 2012 (Foto; TEPCO)
Radioaktiv belasteter Fukushima-Fisch (Grünling) vom 1. August 2012 (Foto; TEPCO)

Insbesondere bei Fischen, die nach der Reaktorkatastrophe hohe Strahlungswerte aufgewiesen hatten, wie etwa Sandaale und solche, die große Distanzen zurücklegen wie dem echten Bonito, dem pazifischen Makrelenhecht und dem Ketalachs, war der Rückgang festzustellen.

In der ersten Gruppe konnte seit April diesen Jahres nicht einmal 1 Becquerel nachgewiesen werden. In der zweiten Gruppe lag sie unter fünf Becquerel.

In Fischen, die in flachen Gewässern leben, wie etwa Flunder, ist allerdings auch die Konzentration von Cäsium vergleichsweise hoch, was durch auf Aufnahme von organischen Material aus dem Schlamm vor der Küste und in flachen, oder felsigen Meeresböden zurückzuführen ist. Der höchste im September gemessene Wert von 130 Becquerel wurde in so genanntem „Rockfish“ festgestellt.

Innerhalb der Präfektur Fukushima wurden im September nur bei drei von 472 Proben (0,6 Prozent) der Lebensmittelgrenzwert überschritten (Stand: 19. September).

Außerhalb der Präfektur Fukushima wurden im September in keiner der  407 Proben mehr als 50 Becquerel pro Kilogramm nachgewiesen. In 94,3 Prozent lag die Belastung unter 10 Becquerel, oder unter der Nachweisgrenze.

Getestet wurden dabei vor allem große Fischspezies und solche, die zuvor mehr als 50 Becquerel aufgewiesen hatten.

Im Bezug auf die Konzentration von radioaktivem Cäsium gibt es somit durchaus positive Bilanzen – die Belastung mit Strontium bleibt weiterhin unklar.

Bislang hat die Fischereiforschungsbehörde, die der Fischereibehörde unterstellt ist, offenbar lediglich 40 Tests auf Strontium in Meeresprodukten durchgeführt. Über die aktuellen Erkenntnisse berichtete die Asahi Shimbun.

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