Start Aktuelles Japan aktuell: Beschäftigungslage in Katastrophenregionen soll verbessert werden

Japan aktuell: Beschäftigungslage in Katastrophenregionen soll verbessert werden

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Straße in Onagawa, Präf. Miyagi (Foto: youngfield cc-by)
Wirtschaftliche Katastrophenschäden werden angepackt (Foto: youngfield cc-by)
Straße in Onagawa, Präf. Miyagi (Foto: youngfield cc-by)
Wirtschaftliche Katastrophenschäden werden jetzt ebenfalls angepackt (Foto: youngfield cc-by)

Am Wochenende kam es erfreulicherweise zu keinen gravierenden Störfällen am AKW Fukushima Daiichi. Doch ganz ohne Schaden gingen die letzten Tage nicht vorüber, so dass vom AKW Fukushima aktuell wieder einmal Einspeisungsprobleme gemeldet werden.

Tatsächlich gibt es aus der Präfektur Fukushima heute ebenso wie aus anderen betroffenen Präfekturen eher positive Nachrichten zu hören.

Unschön bleibt jedoch weiterhin der Streit um die Inselketten. Somit also neben Fukushima News auch heute wieder interessante Meldungen, im Spreadnews Japan-Ticker vom 22. Oktober 2012.

Unsere Themen zu Wochenbeginn

  • Erneut Anpassungen von Reaktor-Wasserstand  erforderlich
  • Mutierte weiße Königskrabbe in Aquarium geliefert
  • Arbeitsstellen für Fukushima-Flüchtlinge geplant
  • Ballon bringt Freude zu Katastrophenopfern
  • Erstmals Fischfestival nach Tsunami
  • Kaiserin Michiko mit Geburtstag
  • China provoziert erneut mit Senkaku-Grenzgebietaktionen
    • Japan und USA verzichten auf Inseleroberungs-Manöver
    • Erstmals wieder Chinas Schiffe in Grenzgebiet
    • China mit Militärmanöver zur See
    • Taiwan erklärt Senkaku zu Staatsgebiet
    • Okinawa-Polizei fordert Senkaku-Hilfe
    • Keine EU-Zusagen für Japans Senkaku-Politik
    • Chinas Führung vermied Senkaku-Frage bei US-Gesprächen

Arbeitsstellen für Fukushima-Flüchtlinge geplant: Japans Ministerium für Arbeit will mit Beginn des Fiskaljahres durch die Förderung von Jobsucheangeboten in acht Gemeinden den Opfern der Fukushima-Katastrophe dabei helfen, in ihrem alten Wohnort wieder eine Anstellung zu finden.

Die Finanzmittel, die den Städten Minamisoma und Tamura ebenso zukommen sollen, wie den Orten Hirono, Kawamata, Namie und Naraha und den Dörfern Katsurao und Kawauchi, sollen zur Kostenabdeckung für Weiterbildungsmaßnahmen und Umschulungen, etwa bei Landwirten, die nun in ein Angestelltenverhältnis wechseln wollen, dienen.

Wie die jiji meldet ist ein weiterer wichtiger Punkt die Unterstützung von örtlichen Betrieben, die nach Bewerbern suchen.

Erneut Anpassungen von Reaktor-Wasserstand  erforderlich: Nachdem es am Samstag an zwei Reaktoren erneut zu einem Abfall der Menge bei der Wassereinspeisung gekommen war, mussten die Werte wieder einmal angepasst werden. In der Vergangenheit war es auch zur Unterschreitung einer kritischen Menge gekommen.

Am Samstag  10:54 Uhr wurde die Wassereinspeisung an Reaktor 1 wie folgt angepasst:

  • Speisewasserzufluß: Von 2,6m auf 3,0 Kubikmeter pro Stunde
  • Reaktor-Kernsprühsystem: Von 1,9 auf 2,0 Kubikmeter pro Stunde

Am selben Tag musste auch an Fukushima-Reaktor 3 die Wassereinspeisung erhöht werden.

  • Speisewasserzufluss:  Von 1,8 auf 2,0 Kubikmeter pro Stunde
  • Reaktor-Kernsprühsystem: Von 1,3 auf 4,5 Kubikmeter pro Stunde

Mutierte weiße Königskrabbe in Aquarium geliefert:  Am Sonntag berichtete die Mainichi Shimbun über eine Königskrabbe in einem Aquarium in Wakkanai (Präf. Hokkaido). Das besondere an dem, bereits am 10. Oktober entdeckten Tier, ist seine Farbe: Statt der sonst üblichen rötlichen Färbung weist die Krabbe eine weiße Farbe auf, berichtet die Mainichi Shimbun.

Das weibliche Tier, das etwa zwei Kilogramm wiegt und bei ausgestreckten Beinen fast einen Meter Breite vorweisen kann, war ursprünglich in eine Fabrik zur Verarbeitung von Meeresprodukten geliefert worden. Das Aquarium, das die Krabbe Ende des Monats als Attraktion auch den Besuchern präsentieren will erklärte, dies sei ihr erster Fall eines weißen Exemplars.

Die Farbgebung bietet für Atomkraftgegner allen Anlass zur Spekulation, werden doch derartige Albino-Mutationen von ihnen mit der Strahlungshöhe durch Kernkraftwerke in Verbindung gebracht.

Ballon bringt Freude zu Katastrophenopfern: Am 23. September hatten Kinder der Hizumi-Vorschule in Yanai (Präf. Yamaguchi) etwa 450 Ballons steigen gelassen, an denen kurze Wünsche befestigt waren. Dies ist eine dort jährlich durchgeführte Tradition. Doch diesmal erhielten sie erstmals Rückantwort aus der Katastrophenregion Tohoku.

Am folgenden Morgen entdeckte die 63 Jahre alte Sachiko Hatakeyama in Ichinoseki (Präf. Iwate), etwa 1.000 Kilometer entfernt, einen derartigen Ballon mit der Botschaft, das jeder Mensch in einer Familie fröhlich sein sollte. Dazu hatten sie und ihr 67 Jahre alter Ehemann Mitsuru allerdings zuletzt keinen Anlass gehabt – zerstörte doch die Fukushima-Katastrophe praktisch ihr bisheriges Leben.

Das Ehepaar musste infolge der Strahlungsmessung die Rinderzucht aufgeben und plante, in kommendem Jahr noch die letzten Rinder zu verkaufen. Der Ballon habe sie jedoch wieder ermutigt und in einem Brief an die Schüler, der am 4. Oktober einging, bedankten sie sich. Man bleibe nun in Kontakt und plane auch einen Besuch, meldet die Yomiuri Shimbun am heutigen Montag.

Erstmals Fischfestival nach Tsunami: Nach zwei Jahren fand am gestrigen Sonntag wieder das traditionelle Fischverkaufsfestival in Ishinomaki statt. Im vergangenen Jahr war das Event aufgrund der Tohoku-Katastrophen abgesagt worden. Dennoch sind einem Bericht der NHK zufolge, die Spuren noch sichtbar.

Trotz der gemeinsamen Bemühungen von Gemeindeverwaltung und des Fischmarktes, waren im Vergleich mit dem Festival vor zwei Jahren, lediglich ein Sechstel der Unternehmen präsent, da viele Betriebe noch der Neueröffnung harren. Man hoffe jedoch, bereits im kommenden Jahr wieder zu alter Größe zurückzufinden.

Kaiserin Michiko mit Geburtstag: Anlässlich ihrer 78. Geburtstages am Samstag, drückte die Gemahlin des Tenno ihren Wunsch aus, künftig mehr als zuvor auf dessen Gesundheit zu achten. Zuletzt hatte er sich einer Bypass-Operation unterziehen müssen (Spreadnews berichtete).

Japans Kaiserin Michiko im Jahr 2011 (Foto: Kunaicho - Kaiserliches Hofamt)
Japans Kaiserin Michiko im Jahr 2011 (Foto: Kaiserliches Hofamt)

Zu ihrer eigenen Gesundheit befragt, berichtete sie von gelegentlichen Unpässlichkeiten und Schmerzen.

Auch habe sie in letzter Zeit größeres Unwohlsein und vor allem Schmerzen im unteren Rückenbereich verspürt.

Von Seiten des kaiserlichen Hofamtes heisst es gan allgemein, sie solle sich mehr schonen. Gemeinsam mit dem Tenno unternimmt sie Spaziergänge zur Stärkung der Gesundheit.

Zum Thema berichteten anlässlich des Geburtstags etwa Asahi Shimbun und Kyodo.

China provoziert erneut mit Senkaku-Grenzgebietaktion: Während die USA und Japan jetzt auf Handlungen, die als Provokation verstanden werden könnten verzichten, demonstriert China mit erneuter Präsenz im Grenzgebiet wieder die klassische totalitär-kommunistische Holzhammer-Diplomatie. Die neusten Meldung jetzt im Überblick:

Japan und USA verzichten auf Inseleroberungs-Manöver: Am Freitag hiess es aus politischen Kreisen, die Regierungen beider Länder seien übereingekommen, das auf der Insel Irisunajima geplante Militärmanöver nicht durchzuführen. Sowohl die Vermeidung einer Provokation, als auch der Widerstand einer Nachbarinsel aufgrund von aktuellen Vergewaltigungsvorwürfen gegen US-Soldaten sind die dahinter stehenden Gründe.

Schiff der japanischen Küstenwache (Foto: pd)
Japans Küstenwache meldet erneut Sichtungen chinesischer Schiffe (Foto: pd)

Erstmals wieder Chinas Schiffe in Grenzgebiet: Zum ersten Mal seit dem 10. Oktober wurden am Samstag wieder chinesische Schiffe im Grenzgebiet zu Japan gesichtet. Zwischen 6:40 Uhr und 7:05 Uhr befanden sich vier Marineschiffe in der Grenzzone zu Japan. Gegen 9:30 Uhr wurde zudem ein Boot der Fischereibehörde gesichtet.

Warnungen vor einer drohenden Verletzung japanischen Territoriums wurde mit der bereits bekannten Propaganda beantwortet. Die Aktion setzte sich auch am Sonntag fort.

China mit Militärmanöver zur See:
Chinesische Medien berichteten, am Samstag seien sieben chinesische Schiffe nach einem 17 Tage dauernden Manöver in der Nähe der umstrittenen Inseln in einen Militärhafen zurückgekehrt. Zum Manöver  hätten Anti-Piraterie-Übungen und Rettungsaktionen gehört.

Taiwan erklärt Senkaku zu Staatsgebiet: Mit einer entsprechenden Resolution vom Freitag, hat Taiwan nun das seit den 1970ern behauptete Eigentumsrecht auf die Senkaku-Inseln auch politisch festgelegt.

Japan und Taiwan wollen über Fischereirechte sprechen: Beide Staaten planen, ihre Gespräche zur Verteilung der Fischereirechte frühestens November wieder aufzunehmen. Taiwans Regierung bemüht sich, entgegen den Forderungen der VR China, um  gute Beziehungen zu Japan und den USA, da dies die Unabhängigkeit von der Volksrepublik stärkt. Ein gemeinsames Vorgehen gegen Japan könnte als Bereitschaft zur Eingliederung in die VR missverstanden werden.

Okinawa-Polizei fordert Senkaku-Hilfe: Nach einer entsprechenden Bitte der Präfekturpolizei Okinawa. hat die Nationale Polizeibehörde am Sonntag Beamte aus den Präfekturen Kanagawa and Osaka angewiesen, bei der Kontrolle der Senkaku-Inseln die Küstenwache zu unterstützen.

Keine EU-Zusagen für Japans Senkaku-Politik: Die Besuche von Japans Außenminister Koichiro Gemba bei seinen europäischen Kollegen in Großbritannien, Frankreich und Deutschland führten zu keiner definitiven Unterstützungszusage. Gemba hatte die Reise nach der wenig subtilen chinesischen Zeitungspropaganda in den USA unternommen.

Die europäischen Regierungsvertreter stimmten mit Japan darin überein, den Inselkonflikt friedlich zu lösen, was nicht zuletzt aufgrund der immer wiederkehrenden Militäraktionen von Japans Nachbarn  erschwert wird. Einzelheiten wurden jedoch nicht bekannt, verbindliche Zusagen gab es jedoch offenbar nicht.

Chinas Führung vermied Senkaku-Frage bei US-Gesprächen: Chinas Führung hatte bei  Gesprächen mit US-Außenministerin Hillary Clinton, die im September stattfanden, die Senkaku-Angelegenheit nicht als nationales Hauptinteresse benannt – offenbar in einem Versuch, diplomatische Spannungen mit den USA zu vermeiden.

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