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Japan aktuell: Bevölkerung besorgt über landesweite Verbreitung von radioaktiv belastetem Fleisch aus Fukushima

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Hamburger in Tokyo. Foto: AC
Fleischkonsum in Japan steigt (Foto: AC)
Hamburger in Tokyo. Foto: AC
Fleischeslust sinkt in Japan. Foto: AC

Das in der Affäre um Kyushu Electric etwa 20 Prozent der eingegangenen Unterstützungsmails für den Neustart der Reaktoren 2 und 3 am AKW Genkai durch einen Manipulationsversuch des Betreibers zustande kamen, dürfte ebenso wie der Versuch über Fukushima aktuelle Nachrichten zu erhalten, für viele Japaner momentan eher zweitranging sein – die Bevölkerung  ist über die jetzt bekannt gewordene Verbreitung von radioaktiv belasteten Rindfleisch im ganzen Land beunruhigt. 

Dennoch bleiben Fukushima News, wie etwa die Information der Yomiuri Shimbun mit einer Entfernung der Brennelemente aus Fukushima Daiichi, sei einem Entwurf der Regierung zur langfristigen Entsorgung der Anlage zufolge, nicht vor 2021 zu rechnen, auch heute Teil des Spreadnews Japan-Tickers vom 12. Juli 2011.

Offenbar neue Schlauchprobleme am AKW Fukushima: Zur Reduzierung der Strahlung im fünften Stock wurde in Reaktor 4 kurzzeitig Wasser eingeleitet, dabei war jedoch eine undichte Stelle in der Einspritzleitung festgestellt und die Maßnahme abgebrochen worden. Bei einer weitergehenden Untersuchung habe man ein weiteres Leck an einem Verbindungsstück eines Kühlwasserschlauchs festgestellt. Nach einem Austausch des Schlauches soll die Maßnahme morgen fortgesetzt werden, so ein Bericht des Betreibers.

Fleisch von sechs radioaktiv belasteten Rindern in neun Präfekturen gefunden: Das Fleisch von sechs durch radioaktiv belastetes Futtermittel mit Cäsium verseuchte Rinder wurde von dem Betrieb in der Stadt Minamisoma (Präf. Fukushima) bereits in neun weitere Präfekturen geliefert, so eine Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo. Die sechs Tiere hatten das selbe Reisstroh als Futter erhalten, wie die bislang bekannten 11 Fälle.

Zu den zunächst betroffenen Präfekturen gehören Tokyo, Kanagawa, Shizuoka, Osaka and Ehime. Von dort seien Lieferung dann an Händler in weiteren Präfekturen verkauft worden.

Betroffen sind demnach Präfekturen in ganz Japan – so etwa die Präfekturen Hokkaido und Aichi, sowie Tokushima und Kochi. Besonders hohe Dosen an radioaktivem Cäsium mit einer Überschreitung des Grenzwertes wurden bislang bei einem Großhändler in Tokyo und einem Restaurant in Shizuoka festgestellt,so die Meldung weiter.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Jiji überstiegen drei der Rinder die Grenzwerte mit extrem hohen Werten von radioaktivem Cäsium. Die Belastung betrug dabei beim ersten Tier 3400 Becquerel pro Kilogramm bzw 2200 Bq/kg beim zweiten Rind. Der zulässige Höchstwert liegt jedoch bei 500 Bq/kg.

Mit Cäsium belastetes Fleisch bereits verzehrt:
Zudem sei das von einem Großhändler aus Tokyo in andere Präfekturen gelieferte Fleisch dort bereits teilweise verzehrt worden, so Jiji weiter, darunter in jeweils einem Restaurant der Präfektur Aichi bzw. Hokkaido. Auch Supermärkte in den Präfekturen Tokushima und Kochi seien beliefert worden.

Keine Gesundheitsgefahr durch belastetes Rindfleisch: Krisenminister Goshi Hozono versuchte die verunsicherten Bürger zu beruhigen indem er erklärte, der „Verzehr von kleinen Mengen der Teile des betroffenen Fleisches werde keinen großen Einfluss auf ihre Gesundheit haben„.

Informationen zu den Sicherheitstests für AKW bekanntgegeben: Bei den angekündigten Überprüfungen der Sicherheit und Belastungstests verfolgt die Regierung ein zweistufiges System. Zunächst sollen alle Anlagen die sich bereits aufgrund von regulären Wartungsarbeiten im Ruhezustand befinden um festzustellen wie gesichert die wichtigsten Elemente bei besonders schweren Unglücken sind. Anhand der Testergebnisse wird dann entschieden, ob die Anlage wieder hochgefahren werden darf.

Als zweiter Schritt soll dann eine umfangreiche Begutachtung von Anlagen die sich gegenwärtig noch in Betrieb befinden, erfolgen und entschieden werden, ob die Reaktoren weiterhin laufen, oder aus Sicherheitsgründen heruntergefahren werden.

Die genaue Art der Stresstests ist noch nicht gänzlich festgelegt, die japanische Atomenergiesicherheitskommission (NSC) wird diese unter Aufsicht des Kabinettsbüros durchführen und die Umsetzung durch die Betreiber überwachen, die Ergebnisse sollen durch die Atomaufsichtsbehörde (NISA) bestätigt werden, so die Berichterstattung von Asahi und Yomiuri Shimbun.

Unterirdische Barriere gegen Wasserverseuchung durch AKW Fukushima: Der Sonderminister für die Atomkrise, Goshi Hosono rief die Regierung dazu auf, notfalls dem Energiekonzern TEPCO finanziell zu unterstützen, damit die Kontamination von Grundwasser und Meer durch eine unterirdisch, in einer Tiefe von 30m verlaufende Barriere verhindert werden könne. Die Sperre müsse schnell gebaut werden, um eine fortschreitende Kontamination zu unterbinden. Das meldet die Mainichi Shimbun.

1 KOMMENTAR

  1. Atomkraft muss ein Auslaufmodell bleiben. Sonne, Wind und Wasser plus Energieeffizienz und Einsparung gehören die Zukunft!

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