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Japan aktuell: Bodenabsenkung könnte Fukushima-Lecktank beschädigt haben

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AKW Fukushima: Bodenabsenkung am Lecktank am 23. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Bodenabsenkung an Lagertank (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Bodenabsenkung am Lecktank am 23. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Bodenabsenkung am Lecktank am 23. Juli 2013 (Foto: TEPCO)

Umstände aus der Geschichte der Wassertanks, die vom Betreiber der Anlage in Fukushima aktuell bekannt gegeben wurden, lassen die Sicherheit einiger Behälter noch fragwürdiger erscheinen, als dies ohnehin bereits der Fall war.

Somit sind die Wassertanks derzeit das prominenteste Problem der Anlage.

Während Besuche in Tschernobyl, Besichtigungen der Leckbereiche und Forderungen nach Finanzhilfen offenbar eine politische Kontrolle der Situation suggerieren sollen, räumte sogar TEPCO-Präsident Naomi Hirose auf einer Pressekonferenz zum Thema Fukushima heute ein, er wisse nicht, wie viel Zeit die Bewältigung benötigen werde.

Einzelheiten zu den Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 26. August 2013.

Unsere Themen zu Wochenbeginn:

  • Verformung am Lecktank wegen Wiederverwendung vermutet
  • Hoher Anstieg von Tritium im AKW-Hafenbecken
  • Dekontamination in Evakuierungszone schleppt sich

Verformung am Lecktank wegen Wiederverwendung vermutet: Möglicherweise aufgrund eines Transports und einer zweiten Montage könnte der Wassertank, aus dem 300 Tonnen stark radioaktives Wasser ausgetreten waren, Verschleiss erlitten und sich verformt haben. Das teilte TEPCO am Samstag mit.

AKW Fukushima: Wassertanks im Bereich H1 am 23. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Wassertanks im Bereich H1 am 23. Juli 2013 (Foto: TEPCO)

Insgesamt drei der Behälter an der Anlage in Fukushima Daiichi, waren im Juni 2011 zunächst an anderer Stelle bereits schon einmal montiert worden.

Die fertigen Tanks wurden dann im Juli mit Wasser gefüllt, um sie auf ihre Dichtheit zu prüfen. Zu diesem Zeitpunkt sackte der Boden stellenweise um etwa 20 Zentimeter ab.

Daraufhin wurden die Behälter zerlegt, da es am Standort zu Rissen im Erdboden gekommen war.

Auf den hierzu veröffentlichten Fotos des damaligen Standorts sind Risse im Betonboden zu sehen. Nach Angaben einer Unternehmenssprecherin sei der Beton nicht durch Stahlstreben verstärkt gewesen. Einen Grund hierfür wurde nicht genannt.

Zu den fraglichen Behältern, die im Oktober 2011 am neuen Standort aufgebaut wurden, gehört auch der Wassertank, aus dem nun weiterhin radioaktives Wasser quillt. Allerdings habe man alle Tanks vor ihrer Zweitmontage auf Fehler kontrolliert. Die insgesamt 350 Behälter sind nicht verschweißt, sondern werden durch Bolzen und eine Gummierung dicht gehalten.

AKW Fukushima: Inneres des Lecktanks am 23. August 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Inneres des Lecktanks am 23. August 2013 (Foto: TEPCO)

Es gibt bislang keinen Hinweis darauf, ob die erneute Montage in kausalem Zusammenhang mit dem Leck steht, erklärte der Betreiber TEPCO am Samstag. Auf Fotos aus dem Inneren des geleerte Lecktanks sind jedoch zumindest Rostspuren an den Bolzen zu sehen.

Die Behälter wurden von einem Joint-Venture aus drei Unternehmen aufgebaut – Hazama Ando Corp., Shimizu Corp. und Taisei Corp.

Obwohl an den beiden anderen Behältern keine Mängel festgestellt wurden, und bei Testbefüllungen keine Schwierigkeiten auftraten, wurde am Sonntag als Vorsichtsmaßnahme damit begonnen, das in ihnen enthaltene Wasser umzufüllen.

Über die neuen Erkenntnisse zur Geschichte der Wassertanks auf dem Gelände des AKW Fukushima berichteten Kyodo, Asahi Shimbun und jiji.

Hoher Anstieg von Tritium im AKW-Hafenbecken: Innerhalb einer Woche ist die Konzentration von radioaktivem Tritium im Hafenbecken des AKW Fukushima um das acht bis achtzehnfache der bisherigen Werte gestiegen, was einen weiteren Austritt über den Hafen hinaus sehr wahrscheinlich macht

Die Proben vom 12. August, die im Einfahrtbereich des Hafens, etwa 500 Meter von der Anlage entfernt entnommen worden waren, wiesen eine Tritiumbelastung unter dem Nachweiswert auf. Bei den jetzigen Proben vom 19. August, die im selben Bereich entnommen wurden, war der Wert auf 68 Becquerel pro Liter Wasser angestiegen.

An vier weiteren Stellen wurden zwischen 52 und 67 Becquerel nachgewiesen, berichtet die Asahi Shimbun.

Dekontamination in Evakuierungszone schleppt sich: Die Pläne des Umweltministeriums, bis Ende März des kommenden Jahres insgesamt 11 Gemeinden um das AKW Fukushima Daiichi herum zu dekontaminieren, werden vermutlich scheitern, da in sieben Gemeinden die Bereich mit extrem hoher Radioaktivität nicht im Plan berücksichtigt wurden.

Dekontamination mit Hochdruckreiniger in Fukushima am 15. Juni 2012 (Foto: TEPCO)
Dekontamination mit Hochdruckreiniger in Fukushima am 15. Juni 2012 (Foto: symbolisch, TEPCO)

Zu den sieben Gemeinden zählen unter anderem die Stadt Minamisoma, sowie die Ortschaft Iitate. Sowohl der Mangel an Lagerplatz für kontaminiertes Erdreich, als auch die Probleme, eine Genehmigung der Einwohner zu erhalten, machen die Fertigstellung der Arbeiten in Iitate erst im Frühjahr 2015 wahrscheinlich.

Für die übrigen Gemeinden fehlt jeder neue Zeitplan.

Daher hat die Regierung in Tokyo nun die Präfekturleitung angewiesen, die bisherigen Dekontaminationspläne für die Evakuierungszone zu überarbeiten. Das Umweltministerium werde sowohl einen neuen Zeitplan, als auch neue Maßnahmen vorlegen, welche die Arbeiten beschleunigen sollen.

Der Gouverneur der Präfektur Fukushima, Yuhei Sato, erklärte gegenüber dem Vize-Umweltminister Shinji Inoue, die Anpassungen seien bedauerlich, da es sowohl die Präfektur, als auch die Gemeinden zu Änderungen der Wiederaufbaupläne zwinge und drängte Inoue keine weiteren Änderungen mehr vorzunehmen.

Die genauen Inhalte des Gesprächs, das hinter verschlossenen Türen stattfand, wurde nicht bekannt gegeben. Allerdings sei davon auszugehen, dass neue Pläne auch die Wiederholung von Dekontaminationsmaßnahmen am selben Standort vorsehe, falls die Werte dort durch Faktoren, wie radioaktiven Niederschlag, erneut stiegen.

Die neuen Pläne sollen am Freitag veröffentlicht werden. Hierüber berichteten jiji und NHK.

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