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Japan aktuell: Bohrungen in Fukushima-Reaktor 1

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Fukushima-Reaktor 1: Bohrungen in den Torusraum am 14. Februar 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Bohrungen in den Torusraum am 14. Februar 2013 (Foto: TEPCO)

Mit Bohrungen will man einem der Reaktoren des AKW Fukushima aktuell auf den Zahn fühlen, doch zugleich zeigt sich an mehreren Zwischenfällen, dass die Arbeit auf dem Gelände der Kraftwerksanlage in Fukushima heute immer noch gefährlich ist.

Wie die heutigen Fukushima News zeigen, bleibt es dabei nicht nur auf Sachschäden beschränkt, denn auch Angestellte sind von den jüngsten Ereignissen betroffen.

Einzelheiten jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 15. Februar 2013.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Bohrungen an Kondensationskammer von Fukushima-Reaktor 1
  • Fukushima-Arbeiter bei Vorbereitungen zu Katastrophenübung verletzt
  • Zugangstor am AKW Fukushima kracht herunter
  • Fukushima-Arbeiter ohne ausreichenden Atemschutz entdeckt
  • Fukushima-Arbeiter teilweise kontaminiert
  • Wieder Grenzverletzungen im Senkaku-Streit
    • Drei chinesische Schiffe in Japans Gewässern
    • Chinas Schiffe kehren um
    • Nordkorea wirft Japan Militarismus vor

Bohrungen an Kondensationskammer von Fukushima-Reaktor 1: Am Mittwoch begann TEPCO mit Arbeiten an der torusförmigen Kondensationskammer von Fukushima-Reaktor 1. Dabei wurde aus einem höheren Stockwerk ein 30 Zentimeter messendes Loch in den Boden gebohrt.

Eine ähnliche Maßahme war einige Zeit zuvor bereits an Reaktor 2 durchgeführt worden (Spreadnews berichtete am 29. Januar 2013). Auch im aktuellen Fall, sollen ein Thermometer, ein Dosimeter, sowie eine Kamera durch die Öffnung herabgelassen werden.

  • Bei den Maßnahmen am Mittwoch war eine Öffung von 30 Zentimetern begonnen worden, dabei drang man jedoch noch nicht in den darunter liegenden Torus durch. Die maximale Strahlungsbelastung der Arbeiter betrug 1,43 Millisievert.
  • Am gestrigen Donnerstag wurde dann innerhalb der bereits gebohrten Stelle eine kleinere Öffnung von 20 Zentimetern gebohrt, dabei erfolgte dann auch der Durchbruch in den darunter liegenden Torus. Die Maximalbelastung der Arbeiter betrug  1,25 Millisievert.

TEPCO machte darüber hinaus weitere Angaben. Zum einen sei kein Wasserstoff, der eine potentielle Explosionsgefahr dargestellt hätte, festgestellt worden. Außerdem sei die Strahlung der Umgebungsluft nach der Öffnung von etwa einem Millisievert pro Stunde angestiegen, hätte sich jedoch wieder normalisiert.

Je näher man jedoch dem Inneren kommt, desto höher steigt die Belastung. In einer Höhe von 1,2 Metern über der Öffnung beträgt die Belastung noch zwei Millisievert pro Stunde. An der Öffnung selbst, misst sie bereits 10 Millisievert pro Stunde und beim Herablassen bis zum Grund wird mit einer Strahlung von etwa 210 Millisievert pro Stunde gerechnet.

Fukushima-Arbeiter bei Vorbereitungen zu Katastrophenübung verletzt: Am heutigen Freitag stieß sich ein TEPCO-Angestellter, der mit Vorbereitungen für eine Atomkatastrophenfallübung im zweiten Stock des Verwaltungsgebäudes beschäftigt war gegen 9:20 Uhr den Kopf an der Ausrüstung im Konferenzraum und zog sich dabei eine Verletzung zu.

Auf Anraten eines Arztes wurde um 9:36 Uhr ein Krankenwagen gerufen und der Verletzte in das „Matsumura General Hospital“ eingeliefert. Der Angestellte wurde nach einer Behandlung nach Hause geschickt.

Zugangstor am AKW Fukushima kracht herunter: Gegen 10:15 Uhr stürzte bei Entladearbeiten durch den großen Lagerzugang am Fukushima-Reaktor 6 das geöffnete innere Zugangstor von oben hinab. Das geschlossene Außentor blieb davon unbeeinflusst. Der Zwischenfall hatte keinen Einfluss auf die Reaktoranlage, Verletzte gab es ebenfalls nicht.

Der Zustand der inneren Tür und der Grund für das plötzliche herunterstützen werden derzeit untersucht.

Fukushima-Arbeiter ohne ausreichenden Atemschutz entdeckt: Bereits gestern wurde gegen 8:55 Uhr bei einem Angestellten, der mit Bauarbeiten im temporären Lagergebäude für Behälter mit radioaktivem Inhalt beschäftigt war festgestellt, dass er vergessen hatte, Filter in seiner Vollgesichts-Atemmaske anzubringen.

Fukushima-Arbeiter: Schutzmaske mit Aktivkohle-Filter (Foto: TEPCO)
Erneut Fukushima-Arbeiter ohne vollständige Atemschutzmaske entdeckt (Foto: TEPCO)

Ein Kontaminationstest des Gesichts, der Nasenhöhlen und des Inneren der Atemschutzmaske ergab, dass der Arbeiter nicht kontaminiert worden war. Zusätzlich wurde er auch mit einem Ganzkörperscanner untersucht. Dabei wurde keine inkorporierte Belastung festgestellt.

Die Dichte an radioaktivem Material in der Atemluft im Arbeitsbereich lag unter dem Nachweiswert von (3,9×10-6 Becquerel pro Kubikzentimeter und damit auch unterhalb des Werts von 2×10-4 Becquerel pro Kubikzentimeter, ab dem das Tragen einer Vollgesichtsmaske erforderlich ist.

Bereits am 1. Februar 2013 war es zu einem identischen Versäumnis eines Arbeiters gekommen und auch in diesem Fall wurde keine radioaktive Belastung festgestellt.

Fukushima-Arbeiter teilweise kontaminiert: Bei einem Kraftwerksarbeiter, der im ersten Stock des Turbinengebäudes von Reaktor 2 mit Trümmerbeseitigung beschäftigt gewesen war, um die Durchtrennung von Rohren zu erleichtern, wurde bei der Strahlungskontrolle nach Ende der Arbeit eine Kontamination des Gesichtes und des Inneren seiner Vollgesichts-Atemschutzmaske festgestellt.

Allerdings wurde weder in den Nasenhöhlen, noch an seinem Körper eine Kontamination festgestellt. Die Untersuchung mit einem Ganzkörperscanner ergab keine interne Belastung, obwohl die radioaktive Belastung der Luft mit einem Wert von  3,4×10-4 Becquerel pro Kubikzentimeter, das Tragen einer Vollgesichts-Atemschutzmaske erforderlich macht.

Wieder Grenzverletzungen im Senkaku-Streit: China wirft Japan vor, die Erfassung eines japanischen Zerstörers durch einen chinesischen Radar zu dramatisieren und künstlich Spannung erzeugen zu wollen. Die jüngsten Provokationen Chinas sprechen allerdings eine andere Sprache. Die aktuellen Meldungen zusammengefasst:

Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)
Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)

Drei chinesische Schiffe in Japans Gewässern: Kurz nach 9:20 Uhr wurden die drei Schiffe im Gebiet nahe der Senkaku-Inseln gesichtet. Auf die Warnung der japanischen Küstenwache, erfolgte die bereits bekannte Behauptung, es handele sich bei den japanischen Inseln um chinesisches Gebiet.

Schiffe kehren um: Nach der ersten Verletzung japanischen Hoheitsgebiets seit dem Waffenradar-Zwischenfall, zogen sich alle drei Schiffe nach sechs Stunden illegalen Navigierens am Freitagnachmittag aus japanischem Territorium zurück und sind nun im Grenzgebiet, knapp außerhalb der Hoheitsgewässer Japans aktiv.

Nordkorea wirft Japan Militarismus vor: Nachdem Japans Premierminister Shinzo Abe als Reaktion auf Nordkoreas Atomwaffentest schärfere Sanktionen gegen das totalitäre Regime geforert und die Option eines präventiven Erstschlags aufgebracht hatte, wirft Nordkorea ihm nun vor, Japan politisch nach Rechts und in den Militarismus zu führen.

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