Start Aktuelles Japan aktuell: Cäsium-Belastung in Fukushima übertrifft Gesamtwert anderer Präfekturen

Japan aktuell: Cäsium-Belastung in Fukushima übertrifft Gesamtwert anderer Präfekturen

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Atomsymbol
Präfektur Fukushima: Radioaktives Kobalt im Boden nachgewiesen (Symbolbild: pd)
Atomsybol 02 (Grafik: pd)
Präfektur Fukushima: Rekordhoch an radioaktivem Cäsium (Grafik: pd)

Neben den unmittelbarer Schilderungen von dramatischen Katastrophen wie Erdbeben, oder Tsunami, zeigt die Krise am AKW Fukushima aktuell erneut, dass auch Zahlen und Auswertungen eine fast ebenso große Besorgnis auslösen können, wie das Bild einer Flutwelle. Detailliertere Fukushima News und weitere Meldungen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 15. Dezember 2011.

Fukushima mit höherem Cäsiumwert als zuvor gemessene Präfekturen: Am gestrigen Mittwoch veröffentlichte das Wissenschaftsministerium Zahlen zur Menge an radioaktivem Cäsium das im radioaktiven Niederschlag in den vier Monaten nach Beginn der Atomkrise in der Präfektur Fukushima enthalten war.  Bereits im November hatte das Ministerium erste Zahlen für insgesamt 45 Präfekturen herausgegeben. Nicht enthalten waren jedoch Angaben zu den Präfekturen Fukushima und Miyagi.

Demnach betrug die Belastung in diesem Zeitraum 6,83 Millionen Becquerel pro Quadratmeter und stellt damit den bislang höchsten veröffentlichten Wert aller 45 Präfekturen dar. Bislang galt die Präfektur Ibaraki mit 40.801 Becquerel als am stärksten von Cäsium-Niederschlag belastetes Gebiet.

Zum Vergleich: Der jetzt veröffentlichte Fukushima-Wert von 6,83 Millionen Becquerel pro Quadratmeter liegt 47-fach höher als der Gesamtwert aller 45 Präfekturen zusammen, der 144.446 Becquerel beträgt.

Als Grundlage der Berechnungen dienten die Messungen von Cäsium-134 und Cäsium-137 in Staub, der sich in Behältern an verschiedenen Forschungsinstituten und anderen Einrichtungen gesammelt hatte, berichtet die Asahi Shimbun.

Atommüll in Forschungszentrum blieb ungemeldet: Die Berichte über offenbar vergessene Flaschen mit radioaktivem Inhalt beunruhigte die Menschen in Japan. Nun musste die japanische Regierung einräumen, dass im Forschungsinstitut in Oarai (Präf. Ibaraki), das von der Japanischen Atomenergiebehörde (JAEA) betrieben wird, radioaktiver Abfall gelagert wird, der nicht an die Internationale Atomenergieaufsichtsbehörde (IAEA) gemeldet wurde.

Bei dem bereits vor dem Abkommen mit der IAEA im Jahr 1978 dort gelagerten Material, handele es sich vornehmlich um Plutonium und Uran. Der fehlende Bericht des Materials war im vergangenenen Jahr entdeckt worden, als  der Forschungsleiter bei einer Untersuchung wie mit den metallenen Fässern in der Einrichtung bei einem Transport zu verfahren sei. Über die Menge des Materials gibt es bislang keine Angaben, die Untersuchungen dauern noch an.

Chefkabinettssekretär Osamu Fujimura erklärte, ersten Untersuchungsergebnissen zufolge sei der Großteil der radioaktiven Substanzen korrekt als Abfall behandelt worden –  es bestünden diesbezüglich also keine Probleme am Sicherheitsmanagement. Dies berichtetet die Nachrichtenagenturen jiji und Kyodo.

Gespräche zur weiblichen Rolle in der kaiserlichen Familie: Wie gestern bekannt gegeben wurde, will die japanische Regierung kurz nach dem Jahreswechsel eine Diskussion über den Status der Frau in der kaiserlichen Familie beraten. So wird erwogen, dass weibliche Mitglieder möglicherweise ihren Titel behalten könnten, auch wenn sie heiraten. Im japanischen Kaiserhaus hat dies bislang einen Ausschluss zur Folge. Möglicherweise könnte dies auch Überlegungen zur Rolle des Tenno und weiblicher Thronfolge anstoßen. Der Beginn offizieller Gespräche wird bereits für den Januar angegeben. Das meldet die Nachrichtenagentur jiji.

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