Start Aktuelles Japan aktuell: Damm soll AKW Fukushima künftig vor Tsunami schützen

Japan aktuell: Damm soll AKW Fukushima künftig vor Tsunami schützen

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Tsunami Schutzdamm am AKW Fukushima. Foto: TEPCO
Tsunami Schutzdamm am AKW Fukushima. Foto: TEPCO
Tsunami Schutzdamm am AKW Fukushima. Foto: TEPCO
Tsunami Schutzdamm am AKW Fukushima. Foto: TEPCO

Zu Beginn der Woche sind aus Fukushima aktuelle Nachrichten mit vorsichtig optimistischem Ton zu hören. So scheint nicht nur die Integration von Dekontamination und Kühlung nun zu funkionieren – der Bau eines Damms soll künftig auch größeren Tsunami standhalten und so die Reaktorgebäude des praktisch zerstörten AKW Fukushima Daiichi schützen.

Diese und weitere Fukushima News nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 04. Juli 2011

Erfolgsmeldung von Dekontaminations-Wasserkühlung: Der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi hat, Angaben der Yomiuri Shimbun zufolge, einen Erfolg zu vermelden, der als wichtiger Schritt auf dem Weg zur Kontrolle der Lage angesehen wird.

Seit der Wiederaufnahme der Arbeiten am Samstagnachmittag wurde bislang ausschliesslich mit dekontaminiertem Wasser gekühlt, ohne das es Zwischenfälle gegeben habe, meldete der Betreiber TEPCO. Die vermehrte Unabhängigkeit von externer Kühlung soll den Pegel der radioaktiven Abwässer in den Kellern verringern helfen.

Mögliches Überlaufen von radioaktivem Wasser unklar: Für den Zeitraum um den morgigen Dienstag, den 05. Juli herum, ist das Überlaufen der hochgradig radioaktiv belasteteter Wasserstände aus den Kellern der Reaktorgebäude und die vermutliche  Freisetzung in die Umwelt prognostiziert worden. Ob die seit Samstagnachmittag über das Wochenende laufenden Maßnahmen dieses Ereignis verzögern können, ist noch unklar

TEPCO baut Damm zum Reaktorschutz: Ein behelfsmäßiger Damm von 362 Metern Länge, soll die Überreste des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi vor einem weiteren Tsunami schützen. Nach Angaben von Kraftwerksbetreiber TEPCO ist der provisorische Damm dazu geeignet, bis zu 8m hohe Tsunami nach einem Erdbeben standzuhalten.

Der Damm besteht, einem Artikel der Asahi Shimbun zufolge, aus Steinen, die in Maschendraht und Segeltuchplanen gewickelt sind. Die Anlage liegt an ihrem höchsten Punkt 14m über dem Meeresspiegel und hat eine Konstruktionshöhe zwischen 2,4m und 4,2m. Erstmals sind auch die Reaktoren 3 und 4 geschützt, die zuvor keine Absicherung seewärts hatten.

AKW Tsuruga ohne Sicherheitsventil: Der Siedewasser-Reaktor  1 des AKW Tsuruga (Präfektur Fukui) verfügt offenbar über kein Notventil zum Ablassen von angestautem Überdruck. Der Betreiber Japan Atomic Power Company (JAPC) hatte der Installation eines derartigen Ventilsystems bei Japans dienstältestem Reaktor offenbar nur geringe Priorität beigemessen, da man einen entsprechendes Szenario für unwahrscheinlich angesehen habe.

Dem Artikel der Nachrichtenagentur Kyodo zufolge, wird die Wahrscheinlichkeit eines Schadens durch Druckaufbau auf weniger als ein Prozent geschätzt – die gleiche Wahrscheinlichkeitsangabe wie beim havarierten AKW Fukushima Daiichi.

TEPCO demonstriert mit Kühleinheiten Arbeiterfreundlichkeit: Nachdem wir am 10. Juni über den Zusammenbruch eines Arbeiters berichteten, versucht TEPCO nach

Fukushima-Arbeiter mit Kältepack. Foto: TEPCO
Fukushima-Arbeiter mit Kältepack. Foto: TEPCO

offizieller Linie die Arbeitsbedingungen für die Angestellten dort fortlaufend zu verbessern, etwa durch Ruheräume mit Trinkwasserspendern.

Das Energieunternehmen präsentierte nun auch Bilder der neusten Serviceleistung für seine Arbeiter.

Hierzu zählen Kühlwesten und Kältekissen als Mittel gegen die heißen Sommentemperaturen, die zusammen mit der Hitze und teils sehr hohen Luftfeuchtigkeit in den Gebäuden der Nuklearanlagen, den Angestellten dort zu schaffen machen

Pläne über mögliche Aufhebung von Evakuierungszonen: Während die Regierung, etwa der für die Handhabung des Atomunfalls Fukushima verantwortliche Minister Goshi Hosono erwägt, die Evakuierungszonen ganz- oder teilweise aufzuheben, fordern Experten der japanischen Atomenergiesicherheitskommission zuvor eine genaue Beurteilung des Zustands der Brennstäbe und des jeweiligen Gebiets.

Voraussetzung für die Aufhebung einer Evakuierungszone sei der stabile Zustand des Reaktors und eine Kontrolle der Lage. Das berichtet die Nachrichtenagentur Jiji

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