Start Aktuelles Japan aktuell: Dekontaminationskosten für Fukushima unterschätzt

Japan aktuell: Dekontaminationskosten für Fukushima unterschätzt

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Japanischer Yen: Geldschein/Banknote (Foto Ivanwalsh.com cc-by)
Fukushima: Dekontaminationskosten steigen (Foto Ivanwalsh.com cc-by)
Japanischer Yen: Geldschein/Banknote (Foto Ivanwalsh.com cc-by)
Fukushima: Dekontaminationskosten steigen (Foto Ivanwalsh.com cc-by)

Die japanischen Medien wissen heute offenbar wenig darüber zu berichten, wie sich die Situation am AKW Fukushima aktuell darstellt und so finden sich jetzt vor allem Informationen über Entwicklungen die bereits bekannt sind: Sei es die 40 Jahre dauernde Stilllegung und Sicherung des Atomkraftwerks, Grenzwerte bei Lebensmitteln, oder die medizinische Überwachung von Kindern  – der aktuelle Verlauf dieser Punkte ist derzeit vorherrschend in der Berichterstattung.

Die heutigen Fukushima News befassen sich daher auch vor allem mit den Auswirkungen und Folgen der Entwicklungen und finden sich wie üblich im Spreadnews Japan-Ticker vom 21. Dezember 2011.

Strahlungsauswirkung bei Fukushima-Kindern unter Beobachtung:  Wie das Umweltministerium gestern mitteilte, wird ein Programm durchgeführt werden, in dessen Rahmen die japanische Regierung die gesundheitlichen Auswirkungen von radioaktiver Belastung bei Kindern, die von ihren Müttern in der Präfektur Fukushima geboren wurden untersucht. Insgesamt wird  die Beobachtung 25.000 Kinder betreffen und bis zum 13. Lebensjahr andauern.

So sollen etwa mögliche Zusammenhänge zwischen der Strahlungsbelastungen der Mütter und Geburtsfehlern, Allergien, Asthma sowie weitere Krankheuten untersucht werden. Hintergrund der langfristigen Aktion, über die etwa die NHK berichtet, sind die steigenden Bedenken in der Öffentlichkeit, über die Folgen radioaktiver Kontamination durch das Fukushima-Unglück.

Die Leitung der Präfektur Fukushima selbst testet bereits seit längerem den Grad an Radioaktivität und die gesundheitliche Situation der Einwohner.

Dekontamination teurer als prognostiziert: Wie für manche abzusehen, werden die Dekontaminationskosten für die Präfektur Fukushima die bisherigen Schätzungen übersteigen, das berichtet die  Mainichi Shimbun. Die bisher dafür angelegten Berechnungen von 700.000 Yen pro Haushalt mussten nun nach oben korrigiert werden, denn die Dekontamination in den Stäften Date und Fukushima, sowie dem Dorf  Kawauichi wird schätzungsweise  1.3 Millionen Yen kosten.

Diese neuen Zahlen legte Hiroyuki Aratake vom Umweltamt der Präfektur auf  eine Anfrage der Präfekturversammlung vor. Ausgehend von der bisherigen Schätzung von 700.000 Yen pro Haushalt und einer Gesamrzahl von etwa 600.000 Haushalten in den Dekontaminationsgebieten, würden sich die Gesamtkosten bereits so auf 420 Milliarden Yen belaufen.

Zur Deckung stünden jedoch lediglich 184,4 Milliarden bewilligte Gelder aus dem Ergänzungshaushalt vom September, sowie Regierungsleistungen zur Verfügung. Sollte dies nicht ausreichen, was aufgrund der neuen Berechnung wahrscheinlich scheint,  wird die Präfekturalverwaltung eine Kostenübernahme der verbleibenden Kosten durch die Regierung in Tokyo beantragen.

IAEA will bei Dekontamination von Fukushima helfen: Die internationale Atomenergiebehörde IAEA hat ihre Bereitschaft erklärt, bei der Stilllegung und der Dekontamination Hilfe zu leisten, erklärte der Leiter der IAEA Yukiya Amano am heutigen Mittwoch während eines Treffens mit Yukio Edano, Japans Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie –  dieser dankte für das Angebot.

Wie die Nachrichtenagentur jiji berichtet, äußerte sich Amano auch zur Regelung Japans. Lediglich Atomkraftwerke welche die Stresstests genannten Überprüfungen erfolgreich bestehen, wieder in Betrieb zu nehmen. Dies sei eine originäre Bedingung Japans, jedoch handele es sich um Entscheidungen die Japan selbst treffen könne. Die IAEA zieht laut Amano in Betracht, im Januar die von der NISA genutzte Methode zur Ermittlung der Ergebnisse von Stresstests bei einem Besuch in Japan dahingehend zu untersuchen, ob sie für diesen Zweck und geeignet sind.

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