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Japan aktuell: Demontierter Fukushima-Lecktank wird untersucht

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Fukushima-Lecktank: Entfernung der Ummantelung in Seitenansicht am 18. September 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Lecktank: Entfernung der Ummantelung in Seitenansicht am 18. September 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Lecktank: Entfernung der Ummantelung in Seitenansicht am 18. September 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Lecktank: Entfernung der Ummantelung in Seitenansicht am 18. September 2013 (Foto: TEPCO)

Für die Suche nach der Ursache für das bislang größte Leck eines Wassertanks der Anlage, hat der Betreiber des AKW Fukushima heute die Grundlage geschaffen.

Während Japans Premier nun die vollständige Stilllegung des AKW fordert, könnten die aus Fukushima aktuell gemeldeten Einzelheiten zu den Schäden an einem Abluftkamin deutliche Auswirkung auf Neustarts von AKW in ganz Japan haben.

Detaillierte Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 19. September 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Demontage von Fukushima-Lecktank praktisch abgeschlossen
  • Einzelheiten zu den Schäden am Abluftkamin von Fukushima-Reaktoren
  • Beschädigung an Fukushima-Feuerlöschleitung
  • Japans Premierminister fordert vollständige Stilllegung des AKW Fukushima
  • Tsunami-Ruine wird abgerissen

Demontage von Fukushima-Lecktank praktisch abgeschlossen: Bei seinem Besuch am AKW Fukushima machte sich Premier Abe auch ein Bild vom Stahldamm und besichtigte die Wassertanks, die im so genannten Bereich H4 stehen.

AKW Fukushima: Blick auf die Bodenplatte des Lecktanks am 19. September 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Blick auf die Bodenplatte des Lecktanks am 19. September 2013 (Foto: TEPCO)

Dort wird gegenwärtig ein Behälter auseinandergenommen, aus dem im August 300 Tonnen radioaktives Wasser ausgetreten waren.

Die am 17. September begonnenen Arbeiten an dem Behälter, der einen Durchmesser von 12 Metern und eine Höhe von 11 Metern hat, sind fast abgeschlossen.

Bei der Demontage, die schrittweise von oben nach unten erfolgt, wurde gestern bereits der vorletzte Ring entfernt und heute ein Blick auf die Bodenplatte und den untersten Bereich ermöglicht. Nun soll eine Untersuchung durchgeführt werden, in deren Verlauf der Betreiber die Ursache für das bislang ungeklärte Leck im Wassertank ermitteln will.

Der fragliche Behälter wurde in einer Art Schnellbauweise errichtet, so dass die Nähte nicht verschweißt wurden, sondern der gesamte Behälter durch Bolzen sowie durch eine Beschichtung im Inneren dicht gehalten wird. Doch selbst diese Form der Konstruktion hat eine geplante Betriebsdauer von fünf Jahren – eine Zeitspanne die noch nicht erreicht ist.

Es wurde bereits vermutet, dass Bodenabsenkungen zum Leck beigetragen haben könnten (Spreadnews berichtete am 26. August 2013). Bis zum Ende der Untersuchung wird das Leck also vorerst noch unerklärt bleiben.

Einzelheiten zu den Schäden am Abluftkamin von Fukushima-Reaktoren: Gestern meldete TEPCO, man habe Schäden am Abluftkamin der Fukushima-Reaktoren 1 und 2 entdeckt (Spreadnews berichtete). Nach einer visuellen Untersuchung durch eine Teleskopkamera konnte der Kraftwerksbetreiber nun weitere Informationen liefern.

Demnach handelt es sich bei den Schäden, die bei der Untersuchung von Verbindungsstücken zwischen den Stahlstützen des Kamins in 66 Metern Höhe festgestellt wurden, sowohl um Risse, als auch um Verschiebungen innerhalb der Stahlkonstruktion. Insgesamt habe man an acht der 440 Anschlussstücke diese Schäden festgestellt.

Der Abluftkamin war im Verlauf der Katastrophe vom 11. März 2011 als Entlüftungssystem zur Druckreduzierung innerhalb der Sicherheitsbehälter genutzt worden. Die aktuell festgestellten Schäden seien auf die Erschütterungen durch das Tohoku-Erdbeben zurückzuführen.

Die Gefahr eines möglichen Einsturzes des Kamins sei gegenwärtig gering, da die Struktur sogar den Nachbeben standgehalten habe, erklärte ein Sprecher des Unternehmens.

Dennoch könnten die Schäden von Bedeutung für die Zukunft anderer AKW des Landes sein, da der Abluftkamin eine der wichtigsten und stabilsten Strukturen einer Reaktoranlage ist – und die Neustart-Beurteilungen der Atomaufsichtsbehörde nach dem Fund maßgeblich beeinflusst werden könnten. Über die neusten Erkenntnisse zu den Schäden berichtete die Mainichi Shimbun.

Beschädigung an Fukushima-Feuerlöschleitung: Am heutigen Donnerstag gegen 9:10 Uhr beschädigte ein Angestellter eines Partnerunternehmens bei der Trümmerräumung versehentlich eine Löschwasserleitung. Nach dem Missgeschick, dass sich südlich des Pumpenraums auf der Küstenseite ereignete, trat an der beschädigten Stelle Wasser aus.

Der Wasseraustritt konnte jedoch durch das Schließen eines Ventils oberhalb der Leckstelle geschlossen werden. Die Dosisrate auf der Oberfläche des ausgetretenen Wassers habe nach Angaben von TEPCO zwischen 300 und 700 Mikrosievert pro Stunde betragen, was der Hintergrundstrahlung vor Ort entspreche.

Die Menge an Wasser, bei dem es sich um Filtratwasser, also Frischwasser handeln soll, belaufe sich auf schätzungsweise 300 Liter. Auswirkungen auf die Umwelt durch die beschädigte Löschwasserleitung sind nicht zu befürchten, berichtete das Unternehmen.

Japans Premierminister fordert vollständige Stilllegung des AKW Fukushima: Bei einem heutigen Besuch der Kraftwerksanlage forderte Regierungschef Shinzo Abe die Abschaltung aller Reaktoren des AKW.

AKW Fukushima: Motivationsrede von Premier Shinzo Abe am 19. September 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Motivationsrede von Premier Shinzo Abe am 19. September 2013 (Foto: TEPCO)

Die Fukushima-Reaktoren 5 und 6 waren von der Tsunami-Katastrophe vergleichsweise gering getroffen worden.

Tatsächlich hatte es in der Vergangenheit bereits Überlegungen gegeben, die beiden Reaktoren weiterhin zu nutzen (Spreadnews berichtete bereits im Live-Ticker im März 2011).

In einer Pressekonferenz, die sich an seinen Besuch des Kraftwerksgeländes anschloss, erklärte Premier Abe gegenüber Reportern, er habe den Betreiber TEPCO dazu gedrängt, nicht nur die vier beschädigten Reaktoren, sondern auch die Reaktoren 5 und 6 stillzulegen, um sich besser auf die derzeitigen Probleme konzentrieren zu können.

Er berief sich dabei auf TEPCO-Präsident Naomi Hirose, der versichert habe, der Betreiber werde innerhalb dieses Jahres über das künftige Schicksal der beiden Reaktoren entscheiden.

Teil der Kritik von Abe war auch die Aufforderung, TEPCO müsse einen Zeitrahmen setzen, innerhalb dessen die komplette Filterung des kontaminierten Wassers in den Tanks abgeschlossen sein soll. TEPCO-Präsident Hirose erklärte, sein Unternehmen plane die Fertigstellung der Filterung bis März 2015.

Positiv hob Abe dagegen hervor, dass die Daten zur radioaktiven Belastung des Meeres gezeigt hätten, dass sich das kontaminierte Wasser von der Anlage nur auf 0,3 Quadratkilometer, die innerhalb des Hafenbereichs liegen, erstrecke.

Über die jüngsten Äußerungen von Premier Abe berichteten Kyodo, jiji. Asahi Shimbun und NHK.

Die Stilllegung der Reaktoren 5 und 6 dürfte deutlich leichter werden, als an den übrigen Reaktoren. Dort sind einige Umstände nach wie vor nicht endgültig geklärt. Die Frage, wieso nach vier Tagen in Folge heute kein Dampf über Reaktor 3 auftrat, dürfte daher noch eine der einfachsten sein.

Tsunami-Ruine wird abgerissen: Neben dem Wrack des Fischereischiffs Kyotoku Maru Nr. 18, das in Kesennuma durch den Tsunami ganze 750 Meter weit an Land geschleudert wurde, dürfte es vermutlich das bekannteste Symbol für die Folgen des Tohoku-Erdbebens sein: Das Stahlgerüst des Krisenmanagements in Minamisanriku.

Ruine des Verwaltungsgebäudes in Minamisanriku (Foto: Hajime Nakano, cc-by)
Ruine des Verwaltungsgebäudes in Minamisanriku (Foto: Hajime Nakano, cc-by)

Beide Mahnmale befinden sich in der Präfektur Miyagi – und beiden scheint das gleiche Schicksal zu widerfahren.

Während im Fall des Fischereischiffs die Verschrottung bereits beschlossen wurde, scheint auch der Anblick des einstigen Gebäudes zu schmerzhaft für die Hinterbliebenen zu sein.

Auch stelle die alternde Stahlstruktur eine Gefährdung dar, da das Risiko eines Einsturzes bestehe. Auch wenn Bürgermeister Jin Sato offiziell die Entscheidung bekannt geben muss, ist bereits jetzt klar, dass die Reste des Gebäudes, in dem Verwaltungsangestellte bei dem Versuch starben, Bürger zur Flucht aufzufordern und Flüchtlinge vom Gebäude gespült wurden, abgerissen werden.

Um sicherzustellen, dass die Kosten für den Abriss von der Präfekturverwaltung übernommen werden, müssen die Verantwortlichen von Minamisanriku bis Ende des Monats einen Antrag einreichen, berichtet die Asahi Shimbun.

1 KOMMENTAR

  1. Was wollen Sie damit auch noch?

    In Japan werden ständig alte Gebäude (außer Tempel o. Ä.) abgerissen und neue Gebäude gebaut.

    Eigentlich machen Sie es richtig. Sie halten sich nicht unnötig mit irgendwelchen Mahnmalen auf, die nur unnötig Geld verschlingen und den Hinternlieben nichts nützen. Und Japan hat auch keinen unbegrenzten Platz.

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