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Japan aktuell: Die 50 von Fukushima – die modernen 47 Ronin?

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Japan aktuell: Helfer wollen Reaktoren mit Wasserwerfern kühlen

Das Historiendrama “Die Sieben Samurai” von Akira Kurosawa gehört zu den wohl bekanntesten Klassikern des japanischen Films. Die Geschichte der herrenlosen Krieger die von Bauern angeworben werden um das kleine Dort vor Banditen zu schützen und von denen schließlich vier bei der Erfüllung ihrer Pflicht ihr Leben lassen, ist auch außerhalb Japans bekannt.

Historisches Beispiel aufopfernder Pflichterfüllung: Die 47 Ronin

Dabei hatten die Japaner seit jeher ein Faible für das, was wir vielleicht tragische Helden nennen würden. Während Kurosawas Film eine fiktive moderne Schöpfung ist, stellt die Geschichte der 47 Ronin (herrenlosen Samurai) die pflichtgetreu ihren Herrn rächten, bevor sie, an Stelle der Hinrichtung die ihnen sonst gewiss gewesen wäre, den vorgeschriebenen rituellen Selbstmord (Seppuku) begingen, ein historisches Ereignis da.

Die 50 Techniker in Fukushima Daiichi

Nun werden die Techniker, die in der Anlage des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi unter Einsatz ihres Lebens zu verhindern suchen auch außerhalb Japans bereits als die “50 Helden von Fukushima” bezeichnet. Doch im Gegensatz zu den Filmcharakteren und den Samurai des 17, Jahrhunderts, sind der Öffentlichkeit nicht einmal ihre Namen bekannt.

Die im Fernsehen gezeigten Techniker gehen ihrer Arbeit in Schutzanzügen und mit Gasmasken, die ihre individuelle Identität verbergen, nach und folgen den gegebenen Instruktionen um zu retten, was noch zu retten ist – oder auch nicht.

Eine ausgewählte Gruppe von ihnen, die Rede ist von 20 Männern, soll nun unter Leitung eines erfahrenen Technikers in einen der Reaktoren vordringen um dort die Wasserkühlung wieder zu aktivieren. Wann dieses Himmelfahrtskommando starten soll ist noch unklar. Von Medien werden sie bereits als “Kamikaze” bezeichnet.

Sollten sie bei, oder in Folge ihres Einsatzes ums Leben kommen, könnten sie als ein ähnliches moralisches Vorbild für selbstlose Pflichterfüllung in die Geschichte eingehen, wie die Samurai vor ihnen – oder schlicht als bedauernswerte Opfer eines Unglücks, dass nie hätte geschehen sollen. Die Heldenverehrung eines Einzelnen erscheint unwahrscheinlich.

Verletzte und Tote unter den Helfern

Einige werden den möglichen Erfolg ihrer Mission nicht mehr erleben: Fünf der bisherigen Helfer sind nach Betreiberangaben bereits verstorben, mindestens 22 wurden verletzt. 11 Techniker wurden durch die Wasserstoffexplosionen schwer verletzt. Bei einem weiteren Mitarbeiter soll die radioative Kontamination durch eine radioaktive Wolke so schwerwiegend sein, dass er nun im Krankenhaus liegt.

Ein Arbeiter wurde offenbar ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem er sich nach einem plötzlichen Griff an die Brust nicht mehr alleine auf den Beinen halten konnte. Ein weiterer Mann sei durch den direkten Kontakt mit einer radioaktiven Wolke geschädigt. Schwere Verletzungen erlitten außerdem elf Techniker in Folge von Wasserstoffexplosionen.

Freiwillige bieten Hilfe an

Dennoch handelt es sich keineswegs um einen selbstmörderischen Einsatz Einzelner. Tatsächlich gibt es eine steigende Zahl Freiwilliger, darunter auch Fachpersonal das kurz vor der Berentung steht, die bereit sind, das bisherige Team zu unterstützen, dieses zu entlasten und sich kollektiv an den lebensgefährlichen Rettungsversuchen zu beteiligen.