Start Aktuelles Japan aktuell: Dosimeter am AKW Fukushima verschwunden und Leck am AKW Oi

Japan aktuell: Dosimeter am AKW Fukushima verschwunden und Leck am AKW Oi

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Dosimeter (Foto: TEPCO)
Fukushima-Einwohner: Überarbeitung der Strahlungsmessung gefordert (Foto: TEPCO)
Dosimeter (Foto: TEPCO)
Dosimeter am AKW Fukushima verschwunden (Foto: TEPCO)

Das es am AKW Fukushima heute zu einem weiteren Wasserleck kam, dürfte vermutlich nur die Wenigsten verwundern.

Wenn allerdings ein ähnlicher Vorfall vom umstrittenen Kernkraftwerk Oi gemeldet wird, hat das durchaus eine andere Qualität.

Neben dem Leck gibt es jedoch auch vom AKW Fukushima aktuell weiteres zu berichten.

Kernkraftwerke sind allerdings nicht das einzige Problem, mit dem Japan zur Zeit zu kämpfen hat.

Einzelheiten zu den genannten Meldungen, sowie weitere Fukushima News und sonstige Meldungen,im Spreadnews Japan-Ticker vom 17. August 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • Wasserleck an Entsalzungsanlage des AKW Fukushima
  • Liegengelassenes Dosimeter verschwunden
  • Abwassertank am AKW Oi läuft über
  • Strategieminister lehnt Neustart  von Fukushima-Reaktoren ab
  • Japan im Konflikt mit China und Südkorea
    • Japan beginnt Ausweisung – Aktivisten durch Geschäftsmann unterstützt
    • Japanisch-Koreanisches Austauschprogramm eingefroren – Finazminister sagt ab
    • Südkorea spricht von Missverständnis

Wasserleck an Entsalzungsanlage des AKW Fukushima: Am heutigen Freitag gegen 10:16 Uhr entdeckte ein Angestellter eines Partnerunternehmens bei einem Kontrollgang ein Wasserleck an der Umkehrosmose-Membran der Entsalzungsanlage 3.

Wasserlache durch Leck an Fukushima-Entsalzunganslage am 17. August 2012 (Foto: TEPCO)
Wasserlache durch Leck an Fukushima-Entsalzunganslage am 17. August 2012 (Foto: TEPCO)

Das Gerät wurde um 10:17 Uhr manuell angehalten und ein Stopp des Wasseraustritts um 10:22 Uhr offiziell bestätigt.

Die Leckstelle befand sich an der Verbindung der Saugseite einer Boosterpumpe. Die Menge des ausgetretenen Wassers, bei dem es sich auf die Flüssigkeit vor der Entsalzung handelt, wird auf 0,2 Kubikmeter geschätzt.

Eine Messung der Strahlung an der Oberfläche ergab folgende Werte:

  • Gamma-Strahlung: 0,1 Millisievert pro Stunde
  • Beta-Strahlung: 3 Millisievert pro Stunde.

Das Wasser sei nicht in die Umwelt gelangt, da sich die Anlage innerhalb eines Lagergebäudes befinde, teilte der Elektrizitätskonzern TEPCO mit.

Liegengelassenes Dosimeter verschwunden: Bereits gestern hatte es bislang unbestätigte Berichte über ein weiteres fehlendes Dosimeter gegeben (Spreadnews berichtete). Noch gestern bestätigte die Betreiberfirma TEPCO diese diese Angaben mit einer Pressemeldung, auch wenn dieser Vorgang etwas mysteriöser scheint, als jene zuvor.

Die Reaktoren 1 und 1 des AKW Fukushima
AKW Fukushima: Erneut Dosimeter-Problem ( Foto: TEPCO)

Demnach legte ein Angestellter eines Partnerunternehmens, der mit Kranarbeiten beschäftigt war ein Pause ein und ging hierfür in das Sozialgebäude des Unternehmens Dabei liess er seine Ausrüstung – die ID-Karte als Angestellter, ein Dosimeter sowie ein Taschendosimeter zurück.

Als ihm ein anderer Arbeiter, der die Gegenstände gefunden hatte, diese an ihn zurück gab, fehlte das Taschendosimeter. Nach Angaben der Aufzeichnungen zur Ausgabe der Dosimeter an Beschäftigte, war ihm ein Gerät ausgehändigt und bestätigt worden, dass er auch während seiner Arbeit getragen hatte.

Da der Angestellte das zweite Dosimeter bei der Arbeit mit sich trug, ist seine Strahlungsbelastung dennoch bestimmbar. Die weiteren Details zum Verschwinden des Dosimeters werden gegenwärtig untersucht, heisst es von TEPCO.

Heute ergänzte das Unternehmen dies um weitere Erkenntnis. Auch am heutigen Freitag sei das Taschendosimeter nicht wieder aufgefunden worden. Anhand des zweiten Dosimeters und einem Abgleich mit anderen Angestellten, die mit der selben Aufgabe betraut waren, geht man von einer Taschendosimeter-Messung  der Belastung von 0,02 . Millisievert.

Abwassertank am AKW Oi läuft über: Wie die japanische Atomaufsichtsbehörde NISA und der Betreiber Kyushu Electric heute mitteilte, war es am gestrigen Abend zum Austritt von Wasser aus der Meerwasser-Entsalzungsanlage des AKW Oi (Präf. Fukui) gekommen.

Das Wasserleck an den Reaktoren 3 und 4 ist mitlerweile gestoppt. Es habe keine Gefahr für die Sicherheit von Reaktoren und Umwelt bestanden.

Die beiden Reaktoren waren erst im vergangenen Monat trotz zahlreicher öffentlicher Proteste wieder ans Netz gegangen. Als Ursache geht man von einem Betriebsfehler in der Messeinheit eines Ablassbehälters aus, was zur Ansammlung von Wasser und einem Überlaufen des Behälters geführt habe.

Strategieminister lehnt Neustart  von Fukushima-Reaktoren ab: Nach Angaben von Yuko Endo, Bürgermeister von Kawauchi, der dem Besuch von Strategieminister Motohisa Furukawa in einer Übergangshaus-Siedlung für Fukushima-Flüchtlinge in Koriyama beiwohnte, hält der Minister einen Neustart der verbliebenen Reaktoren für unangemessen.

Während die Stilllegung der Reaktoren 1 bis 4 am AKW Fukushima Daiichi (Fukushima 1) beschlossen ist, bleibt das Schicksal der dortigen Reaktoren 5 und 6, sowie des AKW Fukushima Daini (Fukushima 2) bis auf weiteres offen. In der Vergangenheit war bereits über einen Neustart spekuliert worden.

Japan beginnt Ausweisung – Aktivisten durch Geschäftsmann unterstützt: Japan hat mit der Ausweisung der 14 chinesischen Aktivisten begonnen, die mit Flugzeugen und ihrem Schiff des Landes verwiesen wurden. China hatte die Festnahmen zuvor als „illegal“ bezeichnet. Zudem wurde nun die finanzielle Unterstützung der chinesischen Aktivisten durch den Geschäftsmann Liu Mengxiong bekannt.

Japanisch-Koreanisches Austauschprogramm eingefroren – Finazminister sagt ab: Mit der Aussetzung der Austauschprogramme zwischen der koreanischen Stadt Dangjin und dem japanischen Daisen hat die Krise erstmals Auswirkungen auf eine derartige Verbindung. Auch Japans Finanzminister Jun Azumi sagte ein Treffen ab.

Südkorea spricht von Missverständnis: Die Regierung erklärte, bei der Entschuldigungsforderung habe es sich um ein Missverständnis der Japaner gehandelt. Die erste Version lautete: „Der japanische Herrscher hofft Südkorea zu besuchen und ich habe der japanischen Seite mitgeteilt, dass er willkommen sei, wenn seinerseits eine von Herzen kommende Entschuldigung erfolgt„.

Dies wurde später überarbeitet und wie folgt wiedergegeben: „Wenn er den Wunsch hat unser Land zu besuchen, dann würde ich mir von ihm eine von Herzen kommende Entschuldigung für jene wünschen, die für die Unabhängigkeit gefallen sind„.

Über die Differenzen berichteten Kyodo, Mainichi Shimbun, jiji und Asahi Shimbun.

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