Start Aktuelles Japan aktuell: Dosimeter-Manipulation am AKW Fukushima diente der Vertuschung

Japan aktuell: Dosimeter-Manipulation am AKW Fukushima diente der Vertuschung

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Fukushima-Arbeiter: Schutzmaske mit Aktivkohle-Filter (Foto: TEPCO)
Strahlungsbelastung bei Arbeiter nachgewiesen (Symbolfoto: TEPCO)
Fukushima-Arbeiter: Schutzmaske mit Aktivkohle-Filter (Foto: TEPCO)
Fukushima-Arbeiter manipuliierten Strahlungsmessgeräte (Foto: TEPCO)

Wie der Fall der Dosimeter-Manipulation am Wochenende wieder einmal zeigt, sind es vor allem Skandale und spektakuläre Aktionen, die bei ausländischen Medien wieder ein kurzzeitiges Interesse an der Situation am AKW Fukushima Daiichi wecken können.

Die bisherigen Ereignisse haben im Allgemeinen nur den Wert einer Randnotiz.

Doch auch die Ergebnisse einer Regierungskommission und die Enthüllung über eine weitere Einflussnahme von Atomkonzernen auf die öffentliche Meinung sind neben den Fukushima News berichtenswert – im Spreadnews Japan-Ticker vom 23. Juli 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • Manipulation an Dosimetern von Fukushima-Arbeitern
    • Die Durchführung der Dosimeter-Manipulationsaktion
    • Eingeständnis des Subunternehmens Build-Up
    • Dosimeter-Manipulation angeblich einmalige Aktion
    •  Aussagen von Arbeitern zur Manipulation
    • Folgen der Manipulationen
    • Juristische Regelung und Strafen
    • Maßnahmen der japanischen Behörden
    • Kritische Fragen bislang offen
  • Fukushima-Untersuchungsausschuss sieht Mythos der Atomsicherheit als Ursache
  • Chugoku Electric wollte vorsätzlich Angestellte zu Bürgerbefragungen schicken

Manipulation an Dosimetern von Fukushima-Arbeitern: Am AKW Fukushima sollen Angestellte eines Partnerunternehmens der Betreiberfirma TEPCO auf Anweisung eines leitenden Angestellten ihre Dosimeter mit Schutzhüllen aus Blei versehen haben, um die Messergebnisse der Geräte zu fälschen.

Durch die verbotene Manipulation war es ihnen möglich illegalerweise weiterzuarbeiten, obwohl der gesetzlich zulässige Grenzwert möglicherweise bereits überschritten wurde.

Kraftwerksbetreiber TEPCO hatte im vergangenen Jahr die Firma Tokyo Energy & Systems Inc mit Sitz in Tokyo als Partnerunternehmen mit Reparaturaufgaben am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi betraut. Die Firma habe dann das Bauunternehmen Build-Up aus Namie (Präf. Fukushima) in die Arbeiten mit eingebunden.

Die Durchführung der Dosimeter-Manipulationsaktion:  Der leitende Angestellte bei Build-Up, der später die Verantwortung für die Manipulation übernahm und diese auch gegenüber dem Präsidenten des Unternehmens einräumen würde, wies am 30. November 2011 vier Arbeiter einer neun Personen umfassenden Arbeitergruppe an, unter seiner Anleitung Bleihüllen herzustellen, die über die Dosimeter gestülpt, deren Messfähigkeit einschränken sollten.

Das hierfür notwendige Material wurde aus einer Bleiplatte gewonnen, die illegal aus einem Lagerhaus auf dem Gelände der Anlage entwendet worden war. Insgesamt 12 Abschirmungshüllen sollen dabei von den Arbeitern mit Hilfe von Metallscheren ausgeschnitten und mit Hämmern in Form gebogen worden sein.

Bereits mit der Abschirmung des Dosimeters durch eine sieben Millimeter dicke Bleiplatte, kann die Messung der Gammastrahlung von Cäsium-137 auf die Hälfte verringert werden. Ist die Platte 22 Millimeter dick, wird der vom Dosimeter nachweisbare Wert auf ein Zehntel der tatsächlich vorhandenen Strahlung gesenkt werden.

Am kommenden Tag, dem ersten 1. Dezember 2011 sollten die Angestellten von Build-Up auf dem Gelände des AKW Fukushima mehrere Ventile an einer Anlage für die Wasseraufbereitung mit Isoliermaterial verkleiden.

Die Arbeiter zogen an ihrem Standort im J-Village die Schutzanzüge an un warteten auf Anweisungen. Der Bauleiter informierte sie darüber, dass man Bereiche mit hoher Strahlung betreten werde und daher  die Bleihüllen zum Einsatz kommen würden. Dann erklärte er ihnen das weitere Vorgehen.

Zunächst werde ein Bus sie zum erdbebensicheren Gebäude auf dem Grundstück des Kraftwerks bringen, wo sie die Dosimeter von TEPCO-Angestellten erhalten würden.

Diese wurden in die Brusttaschen unter ihrem Schutzanzug befestigt, bevor man in ein Fahrzeug umsteigen werde, dass ausschließlich von Angestellten des Unternehmens Build-Up genutzt wird.

Nach dem Einsteigen würde jeder von ihnen eine Bleischutzhülle erhalten, die man dann nach auftrennen des Schutzanzugs über das Dosimeter ziehen werde.

Dann wies er die Männer ein sicherzustellen „dass niemand sieht, was sie hier tun“.

Der leitende Angestellte schnitt  in dem Fahrzeug auf einem Parkplatz in der Nähe der Anlage, den Brustbereich seines Schutzanzugs mit einer Klinge auf, um dann das Dosimeter mit der Bleiverkleidung abzuschirmen, bevor er die Öffnung wieder mit transparentem Klebeband schloss. Er wies die anderen Arbeiter an es ihm gleich zu tun.

Überraschenderweise verweigerten jedoch drei Arbeiter, dem Befehl Folge zu leisten. Der Leiter erklärte daraufhin, er werde sie nicht drängen, sie könnten zurückgehen, wenn sie seinen Anweisungen nicht folgen wollten. Ein Angestellter wurde daraufhin angewiesen, die verweigernden Arbeiter, zur Unterkunft in Iwaki zu fahren.

Den Arbeitern die dem Befehl folgten, erhielten dann weitere Anweisungen von ihm, unter anderem auch eine Ausrede für die Abdichtung des Schutzanzugs mit Klebeband. Sollten sie bei einer Kontrolle beim Verlassen des Kraftwerks auf die Klebebandabdichtung angesprochen werden, so sollten sie angeben, dass sie einen Riss in ihrem Anzug repariert hätten.

Einem Kontrolleur des ihnen übergeordneten Unternehmens Tokyo Energy & Systems fiel die Manipulation nicht auf, da sie wasserdichte Kleidung über ihre Schutzanzüge zogen. Trotz der Abschirmung sei es schließlich bei einem der Arbeiter zum Alarm seines Dosimeters gekommen, da offenbar die Bleiverkleidung des Geräts verrutscht war.

Da die Arbeiter beim Betreten und Verlassen der Anlage auf mitgeführte Gegenstände untersucht werden, wies der Verantwortliche die übrigen Arbeiter der Gruppe an, die illegalen Abschirmungen auf einer Metallabfalllagerung des Gebäudes, bzw auf freiem Gelände zu entsorgen. Aufgrund der hohen Strahlung vor Ort sei eine Entdeckung unwahrscheinlich.

Eingeständnis des Subunternehmens Build-Up: Nachdem der Zwischenfall jetzt bekannt geworden war, räumte die Leitung des Unternehmens Build-Up ein, bereits am Donnerstag vergangener Woche über die Manipulation informiert worden zu sein.

Der verantwortliche Angestellte hatte zunächst die Tat geleugnet, jedoch später Takashi Wada, Präsident des Unternehmens Build-Up telefonisch über sein Vorgehen informiert. Anschliessend wurden auch weitere Arbeiter durch die Führung des Unternehmens befragt.

Der für die Manipulation Verantwortliche, hatte gegenüber der Unternehmensführung sein Motiv erklärt. Demnach sei er bei einem Vorabbesuch der Anlage überrascht gewesen, wie schnell der Alarm an seinem aktiven Dosimeter angeschlagen habe.

Um die Strahlungsmesswerte des Geräts zu senken, sei er auf die Idee verfallen, eine Bleiabschirmung verwenden zu lassen. Auch habe er die Verwendung der Bleiabschirmungen vor Ort zugegeben.

Dosimeter-Manipulation angeblich einmalige Aktion: Der verantwortliche Angestellte behauptet allerdings auch, diese Maßnahme sei nur einmal genutzt worden, da man zu dem Schluss gekommen sei, dass die Abschirmung nicht ausreichend sei, um die Dosimeter-Messungen ausreichend zu verringern. Man habe die Bleiplatten dann im Metallabfalllager auf dem Gelände der Anlage entsorgt.

 Aussagen von Arbeitern zur Manipulation: Eine Aufzeichnung eines Gesprächs, das der Bauleiter mit den verweigernden Arbeitern in der Nacht des 2. Dezember führte, wurde der Asahi Shimbun zugespielt. Der verantwortliche Bauleiter bestreitet, dass das Gespräch stattgefunden habe.

In seiner Standpauke erklärte der Angestellte, jeder wisse um den Jahresgrenzwert von 50 Millisievert. Dieser sei schon in einigen Monaten erreicht, wenn man in stark verstrahlten Bereichen arbeite. Wenn dieser Wert jedoch erreicht ist, hätte man praktisch keine Arbeit mehr und würde nichts mehr verdienen.

Einwände, dieses Vorgehen sei fragwürdig, oder sogar eine Art Verbrechen, wurden mit dem Hinweis beiseite geschoben, es sei ihm klar, dass man solche Dinge nicht tun sollte, aber er würde niemanden zwingen es zu machen. Man müsse sich nur selbst davon überzeugen könne, es geschehe nur zum eigenen Vorteil.

Bei dem Gespräch verlangten Arbeiter auch eine Begründung für die Notwendigkeit der Bleihüllen. Der Teamleiter erklärte, wenn man sie nicht nutze, könne man bei Überschreitung der Jahresdosis nicht weiterarbeiten.

Er deutete zudem an, er habe bereits in der Vergangenheit seine eigenen Strahlungswerte verfälscht, oder, wie er sich ausdrückte „auf seine Dosis geachtet“. Es sei ihm auf die eine oder andere Weise gelungen, auch bei sehr hohen Strahlungswerten zu arbeiten.

Schließlich habe er, nachdem seine Ausführungen offenbar nicht gänzlich überzeugend waren, einen rauheren Ton angeschlagen und erklärt, vielleicht seien sie nicht für Arbeiten an AKW geeignet und sollten lieber zurück nach Hause gehen und sich einen anderen Job suchen.

Nach Angaben der Arbeiter hätten die drei verweigernden Angestellten in der Tat gekündigt und wären am nächsten Tag in ihre Heimatorte zurückgefahren. auch in der Tat einige getan.

Folgen der Manipulationen: Aufzeichnungen von TEPCO zeigen, dass ein Angestellter von Build-Up bereits im Dezember mehr als 10 Millisievert ausgesetzt gewesen sei, was ihn zu einem der besonders belasteten Personen unter den insgesamt etwa 5.000 Angestellten macht. Da er aber vermutlich ebenfalls einen Bleischutz um sein Dosimeter trug, war er vermutlich sogar noch stärkerer Strahlungsdosis ausgesetzt.

Juristische Regelung und Strafen: Nach den geltenden Regeln des Gesetzes für Sicherheit und Gesundheit in der Industrie, dürften derartige Kraftwerksarbeiter lediglich einer Dosis von 50 Millisievert pro Jahr ausgesetzt werden. Der nun offenbar vorliegende Verstoß und die Manipulationen kann mit Geldstrafen über 500.000 Yen, oder bis zu sechs Monaten Haft bestraft werden.

Maßnahmen der japanischen Behörden: Am Samstag untersuchten Arbeitsamt und das Überprüfungsbüro für Arbeitsstandards in Tomioka die Geschäftsräume vonTokyo Energy & Systems in der Präfektur Fukushima. Beamte des Gesundheitsministeriums ermitteln aufgrund des Verdachts einen Verstoßes gegen des Gesetzes für Sicherheit und Gesundheit in der Industrie und führten Durchsuchungen durch. Von besonderem Interesse sind allerdings auch Aufzeichnungen, die sich mit den Strahlungswerten der Build-Up Angestellten befassen.

Behörden auf der Suche nach den Bleischutzhüllen: Die Platten seien dann auf dem Grasgelände der Reaktoranlage weggeworfen, da man davon ausgegangen sei, dass die Strahlung dort hoch genug wäre, um eine Entdeckung zu verhindern, heisst es von einem Arbeiter. Am Samstag gestand der leitende Angestellte gegenüber dem Unternehmenspräsidenten Wada, die Bleiplatten seien in einem Mülllager für Metallabfälle entsorgt worden.

Kritische Fragen bislang offen: Wie zu erwarten, entschuldigte sich der Drahtzieher der Manipulation für das Täuschungsmanöver und erklärte, er übernehme die volle Verantwortung. Dennoch bleibt die Frage offen, ob es sich tatsächlich um den ersten Fall dieser Art handelt – auch wenn der Verantwortliche beteuert, in der Vergangenheit keine vergleichbaren illegalen Aktionen durchgeführt zu haben.

Nach Angaben der Asahi Shimbun war er über 20 Jahre lang in mehreren Atomkraftwerken im ganzen Land beschäftigt. Die Aufzeichnungen des Gesprächs vom 2. Dezember 2011 machen eine mehrmalige Täschung durchaus wahrscheinlich.

So behauptete er gegenüber Arbeitern, welche die Bleibehälter nicht nutzen wollten, dass es ihm mehrmals auf die eine oder andere Art möglich gewesen sei, trotz hoher Strahlung zu arbeiten. Die Bleiverkleidung von Dosimetern als spontane Idee eines Mannes zu sehen, der jahrelange Erfahrung in Kernkraftwerken hat und  derart genaue Anweisungen geben konnte, ist zumindest fragwürdig.

Zudem war der leitende Angestellte bereits vor der Manipulation im Dezember 2011 zweimal am AKW Fukushima beschäftigt gewesen – im März 2011 und zwischen Mai und Juli 2011. Ihm dürfte daher bekannt gewesen sein, wo sich die für die Manipulation notwendige Bleiplatte beschaffen liess.

Über die Angelegenheit berichteten unter anderem die Nachrichtenagenturen Kyodo und jiji, die Mainichi Shimbun, die Asahi Shimbun, die Yomiuri Shimbun und die NHK.

Fukushima-Untersuchungsausschuss sieht Mythos der Atomsicherheit als Ursache: Kraftwerksbetreiber TEPCO handhabte die Krise nicht richtig und Atomsicherheitsbehörden waren nicht ausreichend auf die Entschärfung von Katastrophen vorbereit – weil sie „zu selbstsicher“ im Bezug auf die Sicherheit von Atomkraftwerken gewesen seien.

Zu diesem Schluss kam am heutigen Montag ein Untersuchungsausschuss der Regierung unter der Leitung von  Yotaro Hatamura, emeritierter Professor der Universität Tokyo.

Dem jetzigen Bericht des Untersuchungsausschusses der Regierung waren bereits Berichte aus dem Privatsektor, des Betreibers TEPCO und eines parlamentarischen Fukushima-Untersuchungsausschusses vorangegangen. Diese waren jeweils am 28. Februar, 20. Juni und 5. Juli 2012 veröffentlicht worden.

Es sei der „Mythos der Sicherheit“ gewesen, der Regierung und TEPCO davon abgehalten hätten, ernsthaft auf  die Katastrophe vorbereitet gewesen zu sein. Man habe zu sehr darauf vertraut, dass sich Dinge, die außerhalb ihrer Berechnungen und Einschätzungen lagen, schlichtweg nicht geschehen würden. Deshalb sei man sich auch nicht der zahlreichen Löcher in den Maßnahmen zur Verhinderung des schlimmstmöglichen Ernstfalls bewusst gewesen.

Es sei zudem für eine Atomsicherheitsbehörde wie die NISA „besonders unangemessen“,  zunächst auf möchliche Kernschmelzen hingewiesen und diese später bestritten zu haben. Die Handhabung bei der Veröffentlichung von Material an die Öffentlichkeit sei unzureichend gewesen.  So hatte etwa der damalige Sprecher der NISA, Koichiro Nakamura, stellvertretender Generaldirektor für Atomsicherheit, die Möglichkeit von Kernschmelzen genannt.

Da das Büro des Premierministers über diese Einschätzung nicht informiert worden sei, habe man die NISA angewiesen, zuvor alle Ankündigungen durch das Büro prüfen zu lassen.

Der Ausschuss ist auch skeptisch, welche Auswirkungen das Tohoku-Erdbeben vor dem Tsunami auf die Anlage gehabt habe. TEPCO und Regierung müssten aufgrund mehrerer noch ungeklärter Punkte – wie etwa radioaktives Material hinausgelangen konnte und warum aus Reaktor 2 die größte Menge an radioaktivem Material ausgetreten sei – weiter die Katastrophe untersuchen. Auch der Grund für die Wasserstoffexplosion am Fukushima-Reaktor 1 sei noch unklar.

Auch die große Zahl an Todesfällen, die durch den Stress der Evakuierung eintraten, sind ebenso Teil des Berichts, wie der Mangel an medizinischer Versorgung. Hier sei es notwendig, dass die Regierung die Hintergründe in Erfahrung bringe und Schlüsse daraus ziehen müsse.

Es sei die Verantwortung der Regierung, die Einsichten die durch die Katastrophe gewonnen werden konnten, mit der Öffentlichkeit zu teilen, um sie als wichtige Lektionen für die Zukunft nutzen zu können. Hierüber berichteten etwa jiji, NHK, Kyodo und die Mainichi Shimbun.

Chugoku Electric wollte vorsätzlich Angestellte zu Bürgerbefragungen schicken: Einem internen Papier zufolge, in dessen Besitz die Mainichi Shimbun gelangte, beabsichtigte der japanische Elektrizitätskonzern Chugoku Electric vorsätzlich Angestellte zu den Anhörungen zu schicken, bei denen Bürger ihre Meinungen zur zukünftigen Atompolitik des Landes äußern können.

Zuvor waren bereits Angestellte der Elektrizitätskonzerne Tohoku Electric und Chubu Electric durch ein Losverfahren als Sprecher bei derartigen Veranstaltungen anwesend, was Vorwürfe der Manipulation zur Folge hatte. Die Konzerne  betonten jedoch, ihre Angestellten hätten als Privatpersonen gehandelt und nicht als Vertreter der Unternehmen.

Es ist somit das erste mal, dass einem Elektrizitätskonzern nachgewiesen kann, dass er gezielt versucht hatte, einen Angestellten zu einer Anhörung zu entsenden. In dem internen Dokument, dass auf den 12. Juli datiert ist und im Namen des PR-Chefs zusammengestellt und an hochrangige Mitarbeiter gerichtet war, heisst es:

Angestellte, insbesondere aus der Abteilung für Geschäftsplanung, sollten sich zur Teilnahme an den Anhörungen bewerben. Sollte ihnen diese Möglichkeit geboten werden, so werden sie die Ansicht des Unternehmens zum Ausdruck bringen„.

Es stehe allen Angestellten frei, sich als Privatpersonen zur Teilnahme zu bewerben und ihre Meinung zur Angelegenheit zu äußern. Dringend untersagt wird in dem Dokument jedoch der Versuch, Ruheständler, oder Geschäftspartner zur Teilnahme zu überreden, oder dem Veranstalter ihre Meinung zukommen zu lassen da „es der Öffentlichkeit den Eindruck vermitteln könnte, dass wir bei Außenstehenden anfragen in unserem Auftrag unsere Meinung auszudrücken„.

Der Plan des Unternehmens war jedoch fallen gelassen worden, nachdem die Regierung aufgrund der vorangehenden Aufdeckung von Lobbyisten unter den Rednern, den Angehörigen von Atomkonzernen verboten hatte, an diesen Veranstaltungen teilzunehmen.

Die PR-Abteilung des Unternehmens erklärte, man habe beabsichtigt, mit Erlaubnis der Regierung, zur Bürgeranhörung am 29. Juli in Hiroshima einen Angestellten  zu entsenden. Es habe nicht die Absicht gegeben, dass sich mehrere Angestellte gleichzeitig bewerben sollten. Es sei lediglich darum gegangen, dass man der Ansicht gewesen sei, es sei als Unternehmen, dass für eine stabile Energieversorgung verantwortlich ist, wichtig die eigene Meinung zu äußern.

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