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Japan aktuell: Druckschlauch verursacht Wasserleck in Fukushima-Turbinengebäude

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Turbinengebäude von Reaktor 3: Leckstelle an gelöstem Druckschlauch am 11. Dezember 2012 (Foto: TEPCO)
Turbinengebäude von Reaktor 3: Leckstelle an gelöstem Druckschlauch am 11. Dezember 2012 (Foto: TEPCO)
Turbinengebäude von Reaktor 3: Leckstelle an gelöstem Druckschlauch am 11. Dezember 2012 (Foto: TEPCO)
Turbinengebäude von Reaktor 3: Leckstelle an gelöstem Druckschlauch am 11. Dezember 2012 (Foto: TEPCO)

Der heutige Tag beginnt in Bezug auf Japan ambivalent. Zwar ist das diesjährige „Kotoshi no Kanji“ (Schriftzeichen des Jahres) mit „Kin“ (Gold) sehr positiv, andererseits hat der heutige Raketenstart von Nordkorea zu Besorgnis geführt.

Auch gibt es vom AKW Fukushima heute keine positiven Nachrichten, denn erneut gibt es ein Leck – dessen Wasser sich diesmal über einen großen Bereich ausdehnte. Doch neben dem Leckfund gibt es einen weiteren Rückschlag – einen fehlenden Leckfund.

Auch wenn in japanischen Medien gegenwärtig vor allem der Wahlkampf präsent ist, so zeigt dieser neue Wasseraustritt, dass neben der Erdbebenrisiken durch Verwerfungen an anderen AKW auch das Kernkraftwerk in Fukushima aktuell bleiben wird.

Weitere Fukushima News und sonstige Meldungen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 12. Dezember 2012.

Unsere heutigen Themen

  • Druckschlauch verursacht Wasserleck an AKW Fukushima
  • Roboter-Lecksuche an Lüftungsleitung verlief ergebnislos
  • Sea Shepherd kauft japanisches Schiff
  • Zum 16. Mal chinesische Schiffe in Japans Gewässern
  • Neuigkeiten zu Nordkoreas Raketenstart

Druckschlauch verursacht Wasserleck an AKW Fukushima: Am gestrigen Tag entdeckte der Angestellte einer Partnerunternehmens gegen 11:08 Uhr auf einem Gang an der Westseite des Turbinengebäudes von Fukushima-Reaktor 3 eine große Wasserlache. Nachdem das Ventil für Filterwasser wegen der Suche nach Leckstellen in den neu angebrachten Polyethylen-Schläuchen geschlossen worden war, trat kein Wasser mehr aus.

Die gesamte Fläche des Ganges, vonetwa 5m x 90m war von Wasser bedeckt, das eine Tiefe von 20 Millimetern aufwies. Die Menge an ausgetretenem Wasser schätzt TEPCO auf etwa 15 Kubikmeter.Vom Gang aus sei das Wasser auch in den Raum des Speisewasser-Vorwärmers gelangt und dort in einen Schacht, der einen Schlauch in den Keller führt.

Das Wasser sei jedoch nicht in die Umwelt gelangt, was unter anderem darauf zurückzuführen ist, dass der Ladebereich etwa einen Meter höher liegt, als der restliche Gang. TEPCO legte folgende Daten zur Strahlungsbelastung des ausgetretenen Wassers vor:

  • Cäsium-134: 4,2×101 Becquerel pro Kubikzentimeter
  • Cäsium-137: 7,4×101 Becquerel pro Kubikzentimeter

Diese Werte sind niedriger, als die im Kellergeschoss gemessenen Werte des Wassers von 103 – 104 Becquerel pro Kubikzentimeter. Aufgrund dieser Analyse und des Umstands, das kein Leck in der Einspeisung von Reaktorwasser festgestellt worden war, geht TEPCO davon aus, dass es sich um gefiltertes Wasser für einen Feuerwehr-Hydranten außerhalb des Gebäudes handelt.

Unter Berücksichtigung, dass an dem Hydranten in der Nähe der großen Ladeluke ein Druckschlauch angebracht ist und der Druckschlauch durch den fraglichen Gang verläuft, vermutete man den Druckschlauch als Leckstelle. Tatsächlich fügt TEPCO dem Bericht ein Foto bei, dass die Leckstelle am gelösten Druckschlauch zeigt.

Roboter-Lecksuche an Lüftungsleitung verlief ergebnislos: Gestern berichteten wir an dieser Stelle über die visuelle Inspektion von Lüftungsleitungen im Kellergeschoss von Fukushima-Reaktor 2 durch einen vierbeinigen Roboter. Nun gibt genauere Informationen über die Hintergründe des Einsatzes.

Fukushima-Reaktor 2: Rand der Entlüftungssrohrhülse am 11. Dezember 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 2: Rand der Entlüftungssrohrhülse am 11. Dezember 2012 (Foto: TEPCO)

TEPCO versucht mit der Untersuchung im Kellergeschoss die Quelle eines Lecks auszumachen, durch das praktisch seit Beginn der Krise stark radioaktiv kontaminiertes Wasser in das Kellergeschoss von Turbinengebäuden zu gelangen scheint.

Diese Lecksuche verlief bislang ergebnislos, nachdem die untersuchte Lüftungsleitung keine Schäden aufwies, wie auch die veröffentlichten Aufnahmen zu belegen scheinen.

Insgesamt acht derartiger Belüftungsrohre verbinden die Kondensationskammern vom Keller aus mit dem Sicherheitsbehälter. Der anhaltende Wasseraustritt wird auf Risse in der Nähe der Kondensationskammer zurückgeführt.

TEPCO kündigte an, die Untersuchung im Kellergeschoss, bei der es sich um die erste genauere diese Art handelt, fortführen zu wollen. Dies bestätigte auch die Asahi Shimbun.

Sea Shepherd kauft japanisches Schiff: Die radikale Umweltschutzorganisation Sea Shepherd hat ein japanisches Schiff, das zuvor unter dem Namen „Seifu Maru“ im Auftrag der japanischen Meteorologiebehörde zur Wetterforschung diente, gekauft. Das Geld zum geheim abgewickelten Kauf stamme von einem Unterstützer aus den USA.

Sea Shepherd Schiff "Steve Irwin" (Foto: Melburnian cc-by)
Die "Steve Irwin" erhält Verstärkung (Foto: Melburnian cc-by)

Der Neuerwerb wurde gestern in einem Hafen in Australien vorgestellt und soll bereits kommende Woche im Rahmen der „Operation Zero Tolerance“ gegen japanische Walfänger eingesetzt werden.

Der Kapitän des Schiffes erklärte der NHK zufolge, der Umstand, dass es sich um ein früheres japanisches Schiff handelt, könnte einen psychologischen Effekt auf die Mannschaften der Walfangschiffe haben.

Das Ziel der aktuellen Anti-Walfang-Kampagne „Zero Tolerance“ sei es, die Tötung auch nur eines einzigen Wals zu verhindern.

 

Zum 16. Mal chinesische Schiffe in Japans Gewässern: Gegen 15:20 Uhr Ortszeit drangen drei chinesische Marineschiffe westlich der Senkaku-Insel Uotsurijima in japanische Gewässer ein. Es ist das 16. Mal seit September, das China das Hoheitsgebiet verletzt.

Auf Warnungen der Küstenwache antwortete die chinesische Mannschaft, dass das 12 nautische Meilen umfassende Gebiet um die Inseln zu chinesischen Gewässern gehöre.

Erstmals sei auch Chinas größte Fischerei-Patrouillenschiff, die Yuzheng 206, vor den Inseln gesichtet worden.

Neuigkeiten zu Nordkoreas Raketenstart: Während der Iran bestreitet, beim Raketenbau mit Nordkorea zu kooperieren, haben China und Russland ihr Bedauern über den Raketenstart ausgedrückt, riefen jedoch dazu auf, das Land international nicht zu sehr unter Druck zu setzen.

Dagegen befand sich der zuständige Offizier der Selbstverteidigungsstreitkräfte (SDF) Haruhiko Kataoka, zum Zeitpunkt des Starts nicht auf der Basis Iruma.

Nach dem Start der Rakete um 10:00 Uhr, kehrte Kataoka umgehend von seinem Flug zurück und war kurz vor Mittag im Verteidigungsministerium anwesend.

Dies habe die Verteidigungsfähigkeit zwar nicht gefährdet, da ein anderer Offizier die Leitung übernahm, dennoch zeuge es von Kommunikationsproblemen. Zuvor war die besondere Alarmbereitschaft noch verlängert worden.

Die SDF hatten keinen Befehl zum Abschuss von Raketentrümmern erhalten, da diesmal keine Sicherheitsgefährdung durch herabfallende Teile bestanden habe. Die drei Stücke seien den Radarbildern zufolge vermutlich im Gelben Meer, das Ostchinesischen Meer und vor den Philippinen heruntergekommen.

Da der Raketentest einen deutlichen technischen Fortschritt zeige und die Rakete theoretisch auch die USA hätte erreichen können, blickt man in Japan nun mit verstärktem Argwohn auf den kommunistischen Nachbarn und fordert bereits internationale Sanktionen gegen das Regime. Unter anderem berichteten Kyodo, jiji, Asahi Shimbun und NHK über den Start.

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