Start Aktuelles Japan aktuell: Einführung von Thermometern in Fukushima-Reaktor fehlgeschlagen

Japan aktuell: Einführung von Thermometern in Fukushima-Reaktor fehlgeschlagen

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AKW Fukushima: Endoskop (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Endoskop zeigt Fehlschlag auf (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Endoskop (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Endoskop zeigt Fehlschlag auf (Foto: TEPCO)

Aufnahmen die der Betreiber des AKW Fukushima heute nachliefert, dokumentieren Untersuchungen an einem der Fukushima-Reaktoren, die bereits zu Beginn des Monats durchgeführt wurden. Ein am AKW Fukushima aktuell festgestellter Zwischenfall ist dagegen ein Leck, bei dem es diesmal jedoch nicht um Wasser ging, sondern Brandrisiko bestand.

Zu den Meldungen abseits der Fukushima News zählen Berichte über einen weiteren Suizidfall, sowie Informationen über Katastrophenpräfekturen.

Hinweis: Welche Zustände in den Präfekturen zu Beginn der Krise herrschten und wie Retter vor Ort diese erlebten, wird Inhalt einer Artikelserie sein, in der ein Katastrophenhelfer sowohl von seinen Erfahrungen berichtet, als auch mit einigen Mythen zur Katastrophenhilfe aufräumen wird. Die Serie wird anlässlich des Jahrestags  am 11. März beginnen.

Heute jedoch folgt wie gewohnt der Spreadnews Japan-Ticker vom 5. März 2013

Unsere heutigen Themen:

  • Anbringung von Thermometern in Reaktor 2 gescheitert
  • Austritt von Gasöl am AKW Fukushima
  • Tohoku-Katastrophenarchiv geht Donnerstag online
  • Wiederaufbauhelfer begehen Suizid
  • Schülerin aus Katastrophenpräfektur wird UN-Rede halten
  • Gesundheitswarnung wegen Chinas Luftverschmutzung

Anbringung von Thermometern in Reaktor 2 gescheitert: Heute lieferte TEPCO sowohl Informationen als auch Aufnahmen von Maßnahmen in Fukushima Reaktor 2.

AKW Fukushima: Anlage zur Einführung des Endoskops am 28. Februar 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Anlage zur Einführung des Endoskops am 28. Februar 2013 (Foto: TEPCO)

Dort sollte Ende vergangenen Monats mit der Einführung eines Endoskops festgestellt werden, ob wie geplant Thermometer im Inneren des Reaktors angebracht werden können.

Zu den Sicherheitsmaßnahmen während der Arbeiten gehörte die Einspeisung von Stickstoff, sowie ein Abbruch der Arbeiten, sollte die radioaktive Belastung der Luft auf drei Millisievert pro Stunde steigen, oder die Strahlung an der Oberfläche in der Nähe der Öffnung 30 Millisievert pro Stunde überschreiten.

AKW Fukushima: Substanz innerhalb des Rohres am 28. Februar 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Substanz innerhalb des Rohres am 28. Februar 2013 (Foto: TEPCO)

Da sich an der Oberfläche im Inneren des Rohres jedch nicht näher definiertes Material befand, verhinderte dies die weitere Einführung des Endoskops. TEPCO schloss aufgrund der großflächigen Reflexion des Lichtes des Endoskops, dass die gesamte Innenseite des Rohres dort durch die Substanz blockiert ist.

Als Folge davon will das Unternehmen nun überlegen, wie das Material gelöst werden kann, so dass schließlich die Einführung der Thermometer wie geplant möglich ist.

Austritt von Gasöl am AKW Fukushima: Am heutigen Dienstag entdeckte ein TEPCO-Angestellter gegen 13:00 Uhr eine Ölspur auf einer Straße auf dem Gelände. Eine Untersuchung ergab, dass das Gasöl aus einem Tanklaster auf den Boden gelangt war, der Austritt jedoch bereits gestoppt war.

Der Zwischenfall wurde noch am selben Tag um 13:23 Uhr der Feuerwehr von Tomioka gemeldet. Das Gasöl ist bereits getrocknet und das Gebiet mit Sand abgedeckt. Die Ursache des austretenden Öls wird nun untersucht. Derartige Zwischenfälle sind aufgrund der Brandgefahr keineswegs ungefährlich.

Tohoku-Katastrophenarchiv geht Donnerstag online: Wie das japanische Innenministerium mitteilte, werde man am Donnerstag ein Online-Archiv eröffnen, in dem über 200.000 Inhalte mit Bezug zu den Tohoku-Katastrophen 2011, sowie zwei Millionen Einträgen über andere Erdbeben und Atomkraft.

Die Webseite wurde durch eine Kooperation der Nationalen Parlamentsbibliothek und des Ministeriums mit 27 weiteren Einrichtungen, darunter Kraftwerksbetreiber TEPCO, Universitäten und Medienagenturen ermöglicht.

Nach Angaben der jiji soll über die Webseite eine Suche nach Fotos und Videoaufnahmen zu den Katastrophen des 11. März 2011 ermöglichen. Ziel der Webseite ist es, nicht nur das Wissen über die Katastrophen an künftige Generationen weiterzugeben, sondern auch den Aufbau schwer betroffener Gebiete und die Schaffung neuer Schutzmaßnahmen fördern.

Wiederaufbauhelfer begehen Suizid: Am 22. Juni 2012 nahm sich ein 35 Jahre alter Arbeiter aus Morioka (Präf. Iwate), nachdem er zur Unterstützung nach Rikuzentakata beordert worden war, das Leben. In seinem Wagen fand sich ein Abschiedsbrief in dem er erklärte, er sei gerne nach Rikuzentakata gegangen, fühle sich jedoch schlecht dabei, da er sich nutzlos fühle.

jizo Statue (Foto: Chris Gladis cc-by-nd)
Statue des Jizo: Er begleitet nach Volksglauben die Seelen der Toten (Foto: Chris Gladis cc-by-nd)

Ursprünglich ein Konstrukteur in der Abteilung für Road Management in Morioka, wurde er seit April 2012 in der Fischereiverwaltung eingesetzt, wo er für den Wiederaufbau des Fischereihafens und Arbeiten an einem Damm verantwortlich war. In seiner Freizeit las er Bücher über Fischerei, da er keine Erfahrung auf dem Gebiet hatte.

Nun beging am 3. Januar diesen Jahres ein Angestellter einer Ortsverwaltung, der aus Takarazuka (Präf. Hyogo) in die Ortschaft Otsuchi (Präf. Iwate) versetzt worden war, ebenfalls Suizid. Der 45 Jahre alte Mann wurde in der 30 Kilometer entfernten Nachbarstadt Miyako erhängt in seinem Übergangshaus aufgefunden.

Das jüngste Todesopfer war seit Oktober vergangenen Jahres sechs Monate in Otsuchi als Chefingenier für Landabgrenzung beschäftigt und führte unter anderem Verhandlungen um Land in höher gelegenen Gebieten für neue Häuser zu erwerben.

Auch wenn er sich nicht freiwillig für die Arbeit in Otsuchi gemeldet hatte, widersprach er seiner Versetzung nicht, erklärte jedoch gegenüber einem Magazin, er wisse nicht wie nützlich er tatsächlich sein werde, dennoch wolle er sein Bestes geben.

In einem Abschiedsbrief danke er allen Helfern und ermutigte sie, das Beste zum Aufbau des „wunderschönen Ortes“ zu geben.

Beiden Opfern ist eines gemeinsam: Sie wurden außerhalb  ihrer eigentlichen Kompetenzen eingesetzt und zweifelten an ihrem eigenen Nutzen bei den Arbeiten.

Ein Gewerkschaftsvertreter kommentierte die Fälle dahingehend, das aufgrund des Arbeitskräftemangels in bestimmten Bereichen Arbeitskräfte sogar in Bereichen willkommen sind, in denen sie über keinerlei Qualifikation verfügen, was zusammen mit ungewohnter Arbeit an ungewohnten Orten zu hohem Druck und Stress führe.

Wie die Mainichi Shimbun berichtet, erklärte Yutaka Ikarigawa, Bürgermeister von Otsuchi am 29. Januar schließlich, man wolle eine psychologische Betreuung für Angestellte des Ortes erlassen.

Schülerin aus Katastrophenpräfektur wird UN-Rede halten: Am morgigen Mittwoch wird die 18 Jahre alte Honoka Miura, eine Schülerin der Motoyoshi Hibiki High School in Kesennuma (Präf. Miyagi), bei einer Sitzung der Vereinten Nationen in New York City unter Anderem über ihre Erfahrungen nach der Tohoku-Katastrophen sprechen.

Gebäude der Vereinten Nationen in New York City (Foto: pd)
Japanische Schülerin spricht vor UN in New York (Foto: pd)

Miura musste am 11. März 2011 hilflos mit ansehen, wie das Haus ihrer Familie in Minamisanriku von den Fluten des Tsunami fortgespült wurde. Auch wenn sie und ihre Familie sich in Sicherheit bringen konnten, so hätten insbesondere die traurigen Blicke der Kinder sie dazu bewegt, selbst etwas zu unternehmen.

Gemeinsam mit Freunden und der Unterstützung einer Nichtregierungsorganisation gelang es ihr, Jugendliche und Kinder für die Mitarbeit zu motivieren. Im Juni 2012 legte sie dem Bürgermeister von Minamisanriku einen Entwurf vor, der die Bildung eines Gemeindezentrums mit einem Cafe vorsah.

Auf diese Weise wolle sie dazu beitragen die generationübergreifenden, menschlichen Verbindungen zu verbessern, da insbesondere viele ältere Menschen nun einsam in ihren Übergangshäusern lebten. Ihr Engagement erregte dann die Aufmerksamkeit von UN-Vertretern, was schließlich zur Einladung zur Sonderversammlung führte.

Neben ihrer Mission, wieder Lächeln in die Gesichter der Menschen zu bringen, ist Miura davon überzeugt, dass es ihre Generation sei, die Minamisanriku wieder aufbauen werde. Es sei wichtig, dass die Welt von diesen Absichten erfahre. Vor ihrer Abreise erklärte Miura, sie wolle in ihrer Botschaft dazu aufrufen, auch die Kraft junger Menschen zu nutzen.

Auch Japans Kronprinz Naruhito wird anwesend sein und als erstes Mitglied der kaiserlichen Familie an einem Treffen der UN teilnehmen. Über die UN-Ereignisse berichteten Mainichi Shimbun, NHK und Asahi Shimbun.

Gesundheitswarnung wegen Chinas Luftverschmutzung: Erstmals seit Chinas akute Probleme mit der Luftverschmutzung begannen, musste die japanische Präfektur Kumamoto einen Luftverschmutzungsalarm ausrufen.

Bereits nach bekannt werden des schweren chinesischen Umweltproblems waren Bedenken aufgekommen, wie Japan sich gegen den Feinstaub wappnen könne, sollte er herübergeweht werden und kritische Werte erreichen. Am Morgen wurde in der Stadt Arao Konzentrationen von mehr als 100 Mikrogramm nachgewiesen.

Man kam zu dem Schluss, dass auch die durchschnittlichen Tageswerte über das zulässige Limit von 70 Mikrogramm steigen könnten und informierte die Bevölkerung über die Webseite der Präfektur, sowie über Nachrichten auf Mobilgeräte, ihre Häuser nicht zu verlassen, sofern dies nicht dringend erforderlich sei.

Nach Meldung der NHK lassen auch einige Kindergärten in der Stadt Kumamoto die Kinder dort aus Sicherheitsgründen nicht im Freien spielen.

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