Start Aktuelles Japan aktuell: Einwohner von Fukushima mit bis zu 23 Millisievert belastet

Japan aktuell: Einwohner von Fukushima mit bis zu 23 Millisievert belastet

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Japan-Karte: Präfektur Fukushima (Karte:pd)
Fukushima Gefahr durch radioaktives Jod vernachlässigbar (Grafik: pd)
Japan-Karte: Präfektur Fukushima (Karte:pd)
Präfektur Fukushima: Hohe Belastung der Bevölkerung (Grafik: pd)

Die gesellschaftlichen Folgen, der als 3/11 bekannten Naturkatastrophen, betreffen unter anderem auch Deutschland, denn die Kyodo meldet einen starken Rückgang der Anmeldungen für die „Deutsche Schule Tokyo Yokohama“ (DSTY), die mit ihrer Gründung im Jahr 1904 eine der ältesten Schulen für Deutsche in Asien ist. In Japan stieg dagegen die Zahl der Diebstähle in den Sperrgebieten im Jahr 2011 auf 920 – 804 davon als Einbrüche in verlassene Häuser. Einige Ortschaften könnten jedoch später wieder bewohnt werden – und zuvor geplündert.

Die gesundheitlichen Folgen der Nuklearkatastrophe in Japan betreffen dagegen die Bewohner der Krisengebiete, denn wie Präfekturleitung Fukushima aktuell mitteilt, kam es zu deutlichen Belastungen durch Radioaktivität. Einzelheiten zu diesen Fukushima News, sowie weitere Meldungen gibt es nach dem zusätzlichen Artikel vom Samstag nun wie immer den Spreadnews Japan-Ticker vom 20. Februar 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • Hohe Strahlungsdosis bei Fukushima-Einwohnerng gemessen
  • Stadt in Shizuoka bestätigt radioaktive Asche als ungefährlich
  • AKW Fukushima erstmals seit Cold Shutdown für Medien geöffnet
  • Solaranlagen in Krisengebieten geplant
  • Tenno von Intensivstation in eigenes Zimmer verlegt
  • Giftgas-Sektenmitglied mit weiteren Klagen konfrontiert
  • Japanischer Animationsfilm gewinnt silbernen Bären
  • Bürgermeister von Nagoya bestreitet Nanking-Massaker
  • Toter Hai vor Park in Tokyo entdeckt

Hohe Strahlungsdosis bei Fukushima-Einwohnerng gemessen:  Die Präfekturverwaltung Fukushima gab am heutigen Montag Zahlen zur Belastung der Bevölkerung in der Präfektur bekannt.  Der Nachrichtenagentur zufolge waren insgesamt 9.474 Einwohner aus Iitate, Kawamata und Namie (ohne Reaktorarbeiter),  getestet worden.

  • 5.636 Personen waren einer  Strahlung von weniger als einem Millisievert ausgesetzt.
  • 4.040 Personen waren Belastungen zwischen einem und unter 10 Millisievert ausgesetzt (41,4 Prozent)
  • 71 Personen waren 10 Millisievert oder mehr ausgesetzt
  • Zwei der 71 Personen waren  über 20 Millisievert ausgesetzt, Höchstwert waren 23 Millisievert.

Der normale Grenzwert liegt bei 1 Millisievert pro Jahr. Als Grenzwert in Notfällen empfahl die Internationale Strahlenschutzkommission einen Wert von 2o Millisievert. Dieser Wert wurde in Japan als Richtwert für die Bestimmung der Evakuierungszonen herangezogen – außerhalb des 20km Sperrgebiets.

Der Vizepräsident der medizinischen Universität Fukushima, Shunichi Yamashita sagte auf einer Pressekonferenz, bis zu einer jährlichen Jahresbelastung von über 100 Millisievert bestünden keine besonderen Risiken für Krebs. Selbst bei den höchsten gemessenen Werten sei eine nachteilige gesundheitliche Auswirkung unwahrscheinlich.

Abzüglich jener Personen die in Bereichen mit hoher Radioaktivität arbeiten, waren die Personen mit den höchsten Belastungen die Einwohner von Namie, Iitate und Kawamata (Ortsteil Yamakiya), so die Nachrichtenagentur jiji.   Bei der Person die den höchsten gemessenen Wert von 23 Millisievert aufwies, handele es sich um eine erwachsene Frau, die zuvor in der geplanten Evakuierungszone lebte. Ihr Name wurde jedoch nicht genannt.

Die Asahi Shimbun berichtet ebenfalls von einer Studie über die Belastung der Bevölkerung in der Präfektur, berichtet jedoch von etwa 9.750 Personen in der Präfektur Fukushima. Dabei seien  Personen, die zuvor im Kraftwerk gearbeitet hatten, ausgeklammert worden.

Bei den zwei Personen mit Belastungen über 20 Millisievert handelt es sich nach Angaben der Zeitung um zwei Frauen. Beide flohen nach dem Beginn der Fukushima-Krise in Gebiete, deren Evakuierung zwar empfohlen, jedoch nicht verpflichtend war. In diesen Gebieten könnten die Strahlungslevel 20 Millisievert pro Jahr übersteigen.

Kyodo, jiji und Asahi Shimbun berichten übereinstimmend, die Verwaltung plane nun eine Umfrage aller etwa zwei Millionen Einwohner der Präfektur Fukushima.

Stadt in Shizuoka bestätigt radioaktive Asche als ungefährlich: Die Stadt Shimada (Präf. Shizuoka) hatte sich zu einem Versuch bereit erklärt, bei dem mehrere Tonnen vermutlich radioaktiv belasteter Trümmer aus Yamada (Präf. Iwate) in der Müllverbrennungsanlage von Shimada entsorgt wurden. Von der Höhe der in der Asche gemessenen Werten wurde abhängig gemacht, ob man weitere Trümmer zur Entsorgung akzeptiere (Spreadnews berichtete am 16. Februar 2012).

Nun gab die Stadtverwaltung von Shimada bekannt, bei der Verbrennung von zehn Tonnen Trümmern aus der Präfektur Iwate, die zusammen mit 56 Tonnen örtlichen Haushaltsabfällen verbrannt worden waren, sei in der verbleibenden Asche eine Belastung von 64 Becquerel pro Kilogramm gemessen worden – weit unterhalb des Grenzwerts von 500 Becquerel. Das meldet die Nachrichtenagentur Kyodo.

Zum Vergleich führte die Stadt an, der Level an radioaktivem Cäsium bei verbranntem Standardabfall betrage 48 Becquerel pro Kilogramm. Um die Bedenken der Bevölkerung zu berücksichtigen, habe man zudem die Asche im Rathaus und sechs weiteren Orten öffentlich zur Schau gestellt und Dosimeter bereitgelegt, so dass sich die Bürger selbst ein Bild von der Belastung machen konnten.

Detaillierte Ergebnisse über diesen ersten Versuch, in denen dann auch die Konzentration von radioaktivem Cäsium im, bei der Verbrennung ausgestoßenen Gas zu finden sein wird, sollen am 24. März veröffentlicht werden.

AKW Fukushima erstmals seit Cold Shutdown für Medien geöffnet:  Erstmals seit der Erklärung im Dezember, mit dem erreichen des Cold Shutdowns sei ein stabiler Zustand erreicht worden,  hat der Betreiber TEPCO den Medien am heutigen Montag den Zutritt zur Anlage ermöglicht, berichtet die Nachrichtenagentur jiji.

Erstmalig wurden der Presse die drei Pumpen gezeigt, die das Kühlwasser in die Reaktoren 1 bis 3 pumpen. Sie sind etwa 35 Meter über dem Meeresspiegel aufgestellt und mit Plastik abgedeckt, um sowohl einem weiteren Tsunami, als auch weitere Kälteschäden an den Anlagen vorzubeugen.Ein ebenfalls demonstrierter Kälteschutz ist die Ummantelung von Wasserleitungen mit schwarzem Dämmstoff aus Harz.

Solaranlagen in Krisengebieten geplant: Der Asahi Shimbun zufolge plant eine Reihe von Unternehmen, unter ihnen auch Hitachi Ltd. eine Gesamtsumme von 3,5 Milliarden Yen für die Errichtung einer Solarstromanlage auf der Halbinsel Oshika, die zu der vom Tsunami schwer getroffenen Präfektur Miyagi gehört, zu investieren.

Das Solarkraftwerk soll bereits im Sommer kommenden Jahres in Betrieb gehen und eine Leistung von 10 Megawatt aufweisen – eine der stärksten Leistungen einer Solaranlage in Japan. Verantwortlich für den Bau soll ein Unternehmen sein, das sich aus der Zusammenarbeit zwischen der Toko Electrical Construction Corporation und einer Baufirma vor Ort gebildet hat. Diese soll den erzeugten Strom dann in das Netz von Tohoku Electrics einspeisen. Quellen der Zeitung zufolge, zieht Hitachi Investitionen in das neue Solarbau-Unternehmen in Betracht.

Ein weites Großprojekt ist mit Hilfe von Mitsui & Co. in Higashi-Matsushima (Präf. Miyagi) in Arbeit, wo man hofft, der Aufbau der vom Tsunami getroffenen Gebiete dadurch zu verbessern. In der selben Präfektur plant die Toyota Motor Corporation in Ohira ein Kraftwerk. Der Automobilhersteller betreibt dort ein Werk.

Tenno von Intensivstation in eigenes Zimmer verlegt: Am heutigen Montag wurde der Tenno im Universitätsklinikum Tokyo, in dem er sich am Samstag einer Bypass-Operation unterzogen hatte, von der Intensivstation in ein Einzelzimmer verlegt. Bereits auf der Intensivstation habe er ein Glas Wasser getrunken und die Ärzte gefragt, wann er ein Buch lesen könne.

Mittlerweile hat er bereits eine leichte Mahlzeit zu sich genommen und mache bereits erste körperliche Übungen, wie etwa auf einem Stuhl zu sitzen und neben seinem Bett zu stehen. Mitte der Woche soll mit Reha-Maßnahmen die korrekte Herzfunktion sichergestellt werden.

Die Operation war ein Thema für mehrere japanische Medien und besonders die Yomiuri Shimbun berichtete ausführlich über praktisch jede Bewegung und Handlung die der Tenno vor und nach der Operation gemacht hatte.

Die Ärzte stellten während der Operation unregelmäßigen Herzschlag im Vorhof des Herzens fest. Aus diesem Grund werde er in den kommenden Tagen rund um die Uhr beobachtet, um Änderungen des Herzschlags und gefährliche Änderungen des Blutdrucks registrieren zu können. Patienten wird nach einer solchen Operation als Atemtherapie tiefes ein- und ausatmen empfohlen, da dies mögliche Infektionen des geschwächten Körpers vorbeuge und viele nach dem Eingriff noch Probleme damit hätten eigenständig zu atmen.

Wenn die weitere Entwicklung wie geplant verläuft, werde der Tenno in zwei Wochen entlassen, müsse jedoch Medikamente nehmen, um seinen Cholesterinspiegel zu senken.

Zentrum der Sekte Omu Shinrikyo 1994 in Tokyo (Foto: pd)
Früheres Zentrum der Omu Shinrikyo in Tokyo (Foto: pd)

Giftgas-Sektenmitglied mit weiteren Klagen konfrontiert: Die Staatsanwaltschaft von Tokyo hat am heutigen Montag weitere Klagepunkte gegen  Makoto Hirata, frühere Mitglied der Sekte Omu Shinrikyo vorgebracht. Zu den neuen Straftaten mit denen er in Verbindung gebracht wird, gehört der Missbrauch von Sprengstoffen.

Hirata, der sich nach fast 17 Jahre dauernder Flucht Anfang des Jahres der Polizei stellte, wird vorgeworfen, unter Komplizenschaft mit dem früheren Sektenmitglied Yoshihiro Inoue im März 1995 in mehrere Fälle  von Sprengstoffanschlägen verwickelt gewesen zu sein. Dazu zählen ein Anschlag auf das Haus eines Religionswissenschaftlers und den Wurf einer Brandbombe in das Hauptbüro der Sekte im Zentrum von Tokyo.

Erstmals in der Geschichte der Verhandlungen gegen den Kult Omu Shinrikyo, der unter anderem auch für den Giftgas-Anschlag auf die U-Bahn von Tokyo 1995 verantwortlich ist, werden vermutlich auch Laienrichter (deren Status erst 2009 zugelassen wurde), an den Verhandlungen beteiligt sein.

Die Nachrichtenagentur jiji beruft sich dabei auf Quellen, denen zufolge in diesem Fall keine Gefahr für die Laienrichter bestehe, da diese für derartige Prozesse nicht zugelassen wären.

Japanischer Animationsfilm gewinnt silbernen Bären: Bei den am Sonntag zu Ende gegangenen, Internationalen Filmfestspielen Berlin, gewann der Animationsfilm „The Great Rabbit“ (Regie: Atsushi Wada) den silbernen Bären in der Kategorie Kurzfilme. Der von einer französischen Firma gedrehte sieben Minuten dauernde Film benutzt mechanische Bleistiftzeichnungen, welche die Anhänger des mysteriösen „Great rabbit“ darstellen sollen,  berichten NHK und Asahi Shimbun.

Der aus Kobe stammende, doch jetzt in London lebende 31 Jahre alte Atsushi Wada erklärte, mit seinem Film wolle er die Komplexität der gegenwärtigen Gesellschaft darstellen. So seien etwa Ökonomie und Atomkraft beides Aspekte, bei denen es aufgrund ihrer Komplexität schwer ist,  das eigentliche Problem zu erkennen.

Der goldene Bär in der Kategorie Kurzfilm ging  an den Film „Rafa“ des Portugiesen Joao Salaviza.

Mahnmal des Nanking-Massakers (Foto: Kyle Taylor cc-by)
Mahnmal des Nanking-Massakers (Foto: Kyle Taylor cc-by)

Bürgermeister von Nagoya bestreitet Nanking-Massaker: Der 63 Jahre alte Bürgermeister der Stadt Nagoya, Takashi Kawamura, hat mit einer revisionistischen Behauptung bei einem Besuch von Vertretern der chinesischen Stadt Nanking, den Unmut chinesischer Vertreter erregt. Das berichtet die Kyodo.

Bei der Besetzung der Stadt Nanking durch die kaiserliche japanische Armee während des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1937, soll es der allgemeinen Ansicht nach, zu mehrwöchigen Ausschreitungen der Armee gegen die Zivilbevölkerung gekommen sein. Dabei wurden etwa 20.000 Mädchen und Frauen vergewaltigt, sowie  200.000 Zivilisten und Kriegsgefangene ermordet.

Kawamura, dessen Vater am Kriegsende 1945 in Nanking war, erklärte gegenüber Liu Zhiwei, einem Vertreter der kommunistischen Verwaltung der  Stadt, es hätten dort reguläre Kampfhandlungen gegeben, jedoch nicht die Kriegsverbrechen, die den Japanern zur Last gelegt werden.Nagoyas Bürgermeister betonte allerdings auch, im Läge an der Entwicklung freundschaftlicher Verbindungen zwischen beiden Städten, die seit 1978 in Städtepartnerschaft stehen.

Während sich Liu Zhiwei, Vertreter der Stadt Nanking, ganz dem Klischee des Asiaten nach, hierzu nicht äußerte, sondern diplomatisch lächelnd Hände schüttelte und man Geschenke austauchte, bezeichnete Zhu Chengshan, Leiter der Gedenkstätte für die Opfer des Nanking-Massakers, die Ausführungen von Kamamura als „Unsinn“.

Toter Hai vor Park in Tokyo entdeckt: Einen überraschenden Fund machte ein Wachmann am beliebten Yoyogi Park im Bezirk Shibuya von Japans Hauptstadt Tokyo am Sonntagmorgen. Während eines Kontrollgangs entdeckte er auf einem Parkplatz am Parkeingang nahe des Bahnhofs Shibuya den Körper eines 1,5 Meter langen Hais, dem die Eingeweide entnommen worden waren.

Die Mainichi Shimbun gibt den Zeitpunkt des Funds um 7:08 Uhr an und spricht von einer Plane, mit der man den Körper abgedeckt habe. Die Yomiuri datiert den Fund früher, gegen 6:30 Uhr und berichtet von einer blauen Plane.

Die Gattung des Tieres war zunächst unklar und die Polizei behandelt den Fund nun als einen Fall illegaler Müllablagerung. Die Mainich Shimbun fügte hinzu, die Polizei gehe berichten nach, denen zufolge der Hai vor einigen Tagen in der Auslage eines Sushi-Lokals zu sehen gewesen war.  Als Tatzeitpunkt für die Ablage des Fischs wird die Nacht vom 18. und der Morgen des 19. Februar vermutet.

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